BUGA Erfurt 2021: 8. Hallenschau eröffnet

Die achte Hallenschau auf der BUGA Erfurt 2021 steht unter dem Motto: "Das Gärtnern: Von der Kultivierung der Pflanzen".

Für die vielfältige, qualitativ hochwertige Bepflanzung von künstlerisch bemalten Schubkarren hat Gartenbau Rüdiger Winde den Ehrenpreis des Ministerium für Landwirtschaft, Umwelt und Klimaschutz des Landes Brandenburg erhalten. Bild: DBG.

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Säen, hegen, pflegen und ernten. Das Gärtnern ist einer der produktivsten und dankbarsten Berufe. Gärtnerinnen und Gärtner widmen sich den Gewächsen, die uns ernähren und ästhetisch bereichern. Ohne die Gartenkunst, das Wissen und die Hingabe an die Pflanze gäbe es kein Getreide, keine Äpfel, keine prachtvollen Rittersporne und keine limonenfarbenen Funkien. Die achte Hallenschau bei der BUGA Erfurt 2021 wird vom Landesverband Gartenbau Berlin-Brandenburg e. V. präsentiert und zeigt ganz verschiedene Aspekte der Kultivierung von Pflanzen.

Ob Spargel, Tomaten, Stauden oder Schnittblumen: Der Gartenbau in Brandenburg ist vielfältig, und die gesamte Bandbreite findet sich in dieser Hallenschau wieder. Die Aussteller, die heute ihre Pflanzen und Produkte präsentieren, stehen in einer langen Tradition. „In Berlin und Brandenburg wurde immer viel Gartenbau betrieben“, sagt Dekorateur Bert von der Forst, der die Schau gestaltet hat. „Angefangen von Lenné und den Parks von Fürst Pückler – Brandenburg hat eine lange gartenbauliche Geschichte.“ Der preußische Gartenkünstler Peter Joseph Lenné gestaltete nicht nur Parkanlagen, sondern gründete 1823 auch die Königliche Gärtnerlehranstalt in Potsdam. Hermann von Pückler-Muskau legte im 19. Jahrhundert Landschaftsparks an, die noch heute von internationaler Bedeutung sind. Zu den bekanntesten Gärtnern gehört natürlich Karl Foerster, dessen Bornimer Erbe bei der Schau mit zahlreichen Zitaten sowie durch Rittersporne gewürdigt wird.

Gemeinsam mit den Ausstellern hat Gestalter von der Forst auch historische Arbeitsmaterialen zusammengetragen, etwa Gartenscheren oder eine rund 40 Jahre alte Topfmaschine: Der „VEFI-Füllautomat“, von 1976 bis 1985 im Einsatz, kann 35 Blumentöpfe gleichzeitig mit Erde befüllen. „Wichtig ist aber: Wir schlagen auch eine Brücke zur Zukunft“, betont der Gestalter, „wir gehen auch in die Schulen.“ Klassen, die mitmachen, erhalten in diesem Gemeinschaftsprojekt des Gartenbauverbands Berlin-Brandenburg Schubkarren zum Anmalen, Bepflanzen und Pflegen. Üblicherweise bleiben die Karren in den Schulen, diesmal sind sie jedoch, vom Gartenbaubetrieb Rüdiger Winde bepflanzt, in der Halle zu sehen. Für seine Arbeit und die eigenen Ausstellungsbeiträge – besondere Gehölze und Pflanzungen in Schalen und Töpfen - hat von der Forst gleich drei Große Goldmedaillen der Deutschen Bundesgartenschau Gesellschaft (DBG) erhalten.

Im Fokus stehen aber auch die Züchter und ihre Pflanzen. Nicht nur Wolfgang Kautz aus Potsdam, der Rittersporn-Sorten von Karl Foerster vermehrt und eigene Sorten selektiert. Auch die Menschen, die ihr Leben den Funkien verschrieben haben. Manfred Entemann aus Teltow präsentiert mit seiner Hosta-Sammlung einen Streifzug durch die Züchtergeschichte in Europa und den USA.

Die Schaubeete der Halle sind gefüllt mit bunten Bidens und Begonien, Zauberglöckchen und Verbenen – all den Pflanzen, die die Gärten schöner machen und die ohne die Arbeit von Gartenbaubetrieben nicht erhältlich wären. Akzente setzen ungewöhnliche Gehölze wie Mandarinenbäumchen und die Breitblättrige Lorbeerrose. In den Wasserbecken der Halle präsentiert die Seerosenfarm aus Michendorf etwas ganz Besonderes: ein Lotus- und Nymphaea-Sortiment. Vom Gemüse, das gut schmeckt und ernährt, bis zu schönem Laub und den Blüten für die Seele ist bei dieser Hallenschau alles, was Gärtner hervorbringen, vertreten.

Die Preisrichter vergaben insgesamt 73 Goldmedaillen, 33 Mal Silber und 28 Mal Bronze. Über sieben Große Goldmedaillen der Deutschen Bundesgartenschau-Gesellschaft konnten sich die Aussteller freuen, sowie über drei Ehrenpreise.

Bis zum 27. Juni wird die Hallenschau zu sehen sein.

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