BUGA 2021: 7. Hallenschau eröffnet

Sie ist die „Königin der Blumen“, und kaum eine Pflanze hat die züchterische Phantasie so angeregt wie die Rose. Die siebte Hallenschau der BUGA Erfurt 2021 legt hier den Schwerpunkt auf die Gärtnerinnen und Züchterinnen. Ihre Geschichten werden gemeinsam mit historischen und neuen Rosen präsentiert.

Für die Zusammenstellung des breit gefächerten historischen Rosensortiments der ehemaligen DDR erhielt Hans Dietz eine Große Goldmedaille der Deutschen Bundesgartenschau-Gesellschaft (DBG). Für die überzeugende Recherche des Themas sowie die einheitliche und informative Aufarbeitung und Präsentation verlieh ihm die Landwirtschaftskammer Niedersachsen zusätzlich den Ehrenpreis. Bild: DBG.

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Anni Berger (1904 – 1990) etwa, Rosenzüchterin aus Bad Langensalza: Mehr als 50 Rosensorten kreierte Berger, die lange Zeit als einzige anerkannte Rosenzüchterin in Deutschland galt. Ihrem Werk widmet sich der prämierte Ausstellungsbeitrag von Hans Dietz aus dem brandenburgischen Michendorf.

Doch auch heute sind Gärtnerinnen aktiv: Die Neugier und der Ehrgeiz, gesunde und duftende Rosen zu züchten, waren der Boden, auf dem Andrea Brauns Leidenschaft für die Rosenzucht gewachsen sind. „Züchter stellen sich diese und jene Eigenschaft für ihre neue Kreuzung vor, aber die Natur hat ihren eigenen Kopf. Manchmal ist die Arbeit ein Misserfolg, manchmal ein Erfolg“, sagt die Rosenzüchterin aus Schwarzach. Zehn Jahre investierte die Odenwälderin in die Züchtung einer neuen cremeweißen Rosensorte mit einem Hauch von Zartrosa, die am Samstag, 12. Juni, auf den Namen 'Erfurter Perle' getauft wurde. Sie vereint die Stärken ihrer Eltern: die nostalgische Blütenform der Mutter, einer historischen Alba-Rose, und die lange Blühdauer des Vaters - von Juni bis November. Als Taufpatin konnte Elke Mohnhaupt, Referatsleiterin im Referat 35, Pflanzliche Erzeugung, Markt und ökologischer Anbau, des Thüringer Ministeriums für Infrastruktur und Landwirtschaft, gewonnen werden.

Pflanzen für die Zukunft

Andrea Braun arbeitet eng mit dem Ausstellerpaar Volker und Julia Kutofsky von Weinsberger Rosenkulturen zusammen. Sie stellen ihr für die Züchtungsarbeit Räume, Felder und Technik zur Verfügung. Der 1903 gegründete Traditionsbetrieb aus Weinsberg bei Heilbronn sieht für die Rose eine gute Zukunft voraus, da sie Trockenheit gut aushält und kälteresistent ist.

Nach wie vor beliebt ist die Kombination von Rosen mit Lavendel, wie es auch in der Schau zu sehen ist. Dazu gehören die Lavandula x intermedia- Sorte 'Edelweiß' oder Lavandula angustifolia 'Coconut Ice'. Als Partner empfiehlt Volker Kutofsky auch den niedrigblühenden Zwerg-Sommerflieder Buddleja davidii 'Buzz'. Der Experte sieht Rosen jedoch auch gerne flächig für sich alleine stehen.

Frauen als Züchterinnen und Gärtnerinnen in den Fokus zu stellen, war für Beate Walther, Ausstellungsbevollmächtigte der Deutschen Bundesgartenschau-Gesellschaft (DBG), das Hauptanliegen der Schau. Deshalb freute sie sich auch über die enge Zusammenarbeit mit der Erfurterin Annegret Rose. In ihrem Betrieb „Rose Saatzucht“ züchtet und vermehrt die Gartenbauerin seit über 25 Jahren mehr als 200 Kulturpflanzen. Dazu zählen 14 Pfingstrosensorten in zertifizierter Demeterqualität.

Im Bereich der Floristik brachten Gestalterteams der Hallenschau um Kerstin Dallmann und Christopher Ernst eine große Bandbreite an floristischen Techniken - Gestecke, Sträuße, Kränze und Tischschmuck – ein. Bei den Pflanzenkombinationen arbeiteten sie zum Beispiel mit Rosen wie Rosa ssp. 'Romantica' oder der kleinwüchsigen Rosa ssp. 'Pepita', aber auch mit Pfingstrosen wie Paeonie lactiflora 'Instituteur Doriat' oder 'Distinction'. Sie schufen ungewöhnliche Kreationen, etwa mit Ähren oder Pfauenfedern.

Schnittrosen-Neuheiten zeigen W. Kordes‘ Söhne - Rosenschulen. Die gelben und rötlichen Teehybriden Rosa 'Aprikola', 'Daydream' und 'Perdona' überzeugten mit ihrer hohen Qualität.

Ein ungewöhnliches Rosenprodukt stellt die Gartenbauingenieurin Antje Kochlett aus Holzhausen bei Erfurt vor. Seit 2017 produziert sie auf ihrem Rosenhof aus regional angebauten Damaszenerrosen „Original Thüringer Rosenwasser“ ®. Eingesetzt wird das Hydrolat als Bio-Lebensmittel für Rezepte mit einer besonderen Note wie Rhabarberkuchen mit Rosenglasur.

Zu den Besonderheiten der Schau gehört auch gelbe 'Zonta'-Rose, die vom Zonta Club Erfurt präsentiert wurde. Seit 1984 steht die Rose als Symbol der Freundschaft und Solidarität zwischen Frauen und wirbt für die Ziele der internationalen Gemeinschaft, die sich für die Rechte von Frauen und Mädchen einsetzt. Voller Begeisterung über die Rosenschau waren auch die Besucher, die geduldig in der langen Schlange vor der Eingangstür warteten, da der Zugang zur Halle auf eine angemessene Zahl von Schaulustigen beschränkt werden musste. Nach der schrittweisen Lockerung der Corona-Auflagen konnte die Rosenschau als erste Hallenschau der Öffentlichkeit präsentiert werden. Bei Corinna Klein und dem Team der Gärtnerischen Abteilung war die Freude darüber unbeschreiblich groß: sie empfanden es wie eine zweite Eröffnung.

Ähnlich begeistert waren die Preisrichter und vergaben insgesamt 60 x Gold, 32 x Silber und 29 x Bronze an die 14 Aussteller. Darüber hinaus wurden sieben Große Goldmedaillen der Deutschen Bundesgartenschau-Gesellschaft und zwei Ehrenpreise verliehen.

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