BUGA Erfurt 2021: 6. Hallenschau

Die 6. Hallenschau der BUGA Erfurt 2021 zeigt den Umgang der Pflanzen mit Wasser und schlaues Grün in Licht und Schatten.

Impressionen von der 6. Hallenschau der BUGA 2021. Bild: DBG.

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Pflanzen sind Strategen: zum Beispiel in der Entwicklung von Speichern, um sich vor Wassermangel zu schützen, von Blattoberflächen, die bei großer Hitze das Austrocknen verhindern, von Giften, die sie vor Fressfeinden schützen. Die Wurzeln des Amerikanischen Meersenfs können sogar erkennen, ob sie zwischen fremden oder verwandten Pflanzen wachsen und verhalten sich dementsprechend mehr oder weniger solidarisch. Schlau? Wir fanden, es ist an der Zeit, dem Thema eine Hallenschau zu widmen. Andrea Marchand hat sie gestaltet, zehn Aussteller lieferten dazu exklusiv solitäre und kostbare Pflanzen, die Besucher staunen ließen.

Als erstes fallen die wundervollen Blüten der Strauchpäonien ins Auge. Die Gärtnerei Klenart aus Erfurt lieferte Sortimente von qualitativ hochwertigen Paeonia Itoh-Hybriden wie zum Beispiel 'First Arrival', 'Canary G Brillants', 'Bartzella', 'Rosy Prospects', 'Love Affair' oder die elegante 'White Cap'. Auch Rose Saatzucht steuerte prämierte Pfingstrosen (Schnitt) bei: u. a. 'Coral Charme', 'Postillon' und 'Requiem'. Pfingstrosten können bis zu 50 Jahre am gleichen Standort stehen. Ihr Geheimnis gegen Wasser- und Nährstoffmangel: sie bilden über 1 Meter lange kräftige Wurzeln aus, die sie in der Tiefe mit Nährstoffen versorgen.

Kakteen Haage lieferte große Adansomia digitata, Affenbrotbäume und kleine Raphionacme burkei, die aus dem südlichen Afrika stammen und auch in Madagaskar zu Hause sind. In ihren auffallenden, zum Teil über der Erde liegenden halbkugelartigen Knollen sammeln und speichern sie Wasser über lange Zeiträume. Orchideen sind dagegen Luftakrobaten: wie die Epiphyten nehmen sie mit ihren Luftwurzeln genug Feuchtigkeit auf, um zu überleben. Der Orchideengarten Karge brachte auf den Punkt gezogene Orchideen ein. Kenntnisreich wurde auch ein großes Sortiment von Cymbidium, Phaelanopsis und Vanda in einem Bambushaus arrangiert.

Einige der gezeigten Blatt- und Blühpflanzen verfügen über Myriaden von Lichtrezeptoren, die nicht nur Licht und Schatten unterscheiden, sondern auch Lichtquantität und -Qualität messen können. Entsprechend schließen oder öffnen sie sich. Carnivoren in Gläsern, Sonnentau und Kannenpflanze, die die Gärtnerei Weilbrenner zum Thema anlieferte, stehen sichtbar für die Intelligenz der Pflanzen. Sie locken Insekten mit Duftstoffen, um sie dann im Blütenbehälter zu fangen und zu zerlegen. In ihrer Heimat Borneo pflegt die Kannenpflanze sogar eine Freundschaft mit Ratten: Als Gegenleistung für den Nektar der Pflanze hinterlassen die Ratten Kot in der Falle und verbessern so den Stickstoffgehalt der Nepenthes.

Ein Sortiment von (Heil-) Kräutern, die zum Teil Duft- oder Bitterstoffe zur Anlockung oder Abwehr von Insekten einsetzen, lieferte der Kräutergarten Valeriana aus Erfurt. Zu den sehr verschiedenen intelligenten Mechanismen, über die die grünen Exponate verfügen, informiert eine ausführliche Beschilderung. Der Preisrichterrundgang brachte den Ausstellern insgesamt 25 x Gold, 19 x Silber und 15 x Bronze. Es konnten zudem zwei Große Goldmedaillen der Deutschen Bundesgartenschau und zwei Ehrenpreise vergeben werden.

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