BUGA Erfurt 2021: Zweite Hallenschau

Diese Ausstellung setzt all denen ein Denkmal, die zur heutigen Zierpflanzenfülle beigetragen haben: Den Botanikern, die Gehölze nach Europa brachten, den Züchtern, die für immer neue, bessere Sorten sorgen, aber vor allem den Gärtnern, die das große Sortiment für alle Liebhaber verfügbar machen. Sieben Aussteller zeigen, was alles möglich ist.

Impressionen von der zweiten Hallenschau. Bild: DBG.

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Prachtvolle Blüten, üppiges Grün, Palmwedel und archaisch anmutende Baumfarne: Während draußen der Frühling gerade erst an Fahrt gewinnt, ist das Glashaus auf der BUGA Erfurt ein Kosmos für sich. In eine andere Welt versetzt die Ausstellung um Pflanzensammler und ferne Länder - eine Welt voll üppigen Wachstums, voller Grüntöne und leuchtender Farben. In einem Senkgarten am asiatisch anmutenden Pavillon mit Wasserbecken stehen Baumfarne, die Tropenhaus-Feeling herbeizaubern. Sitzgelegenheiten laden ein, Hortensienblüten oder Zimmerazaleen aus der Nähe zu betrachten oder einfach die Atmosphäre auf sich wirken zu lassen. Schautafeln bieten Informationen zu Züchtung und Produktionsmethoden samt Erbgutanalyse. Sie geben einen Einblick in das, was die grüne Branche leistet, um ein breites, hochwertiges Sortiment zu ermöglichen.

Aus Asien stammen Rhododendron, Hortensien, Schlitzahorn und Blütenhartriegel, die heute das Bild in europäischen Parks und Gärten prägen. Durch Seefahrer und Forschungsreisende gelangten die Pflanzen seit dem 18. Jahrhundert in unsere Breiten, wo sie seitdem nicht mehr wegzudenken sind. Ohne die Botaniker und Liebhaber interessanter Gehölze, die zunächst Samen, später auch lebende Gewächse über weite Seewege transportierten, wäre das heutige Zierpflanzensortiment deutlich ärmer. Denn die ersten Gehölze waren Grundstock für Züchtungen, durch die im Laufe der Zeit zahlreiche wertvolle Sorten hervorgebracht wurden. Hortensien sah der schwedische Botaniker Carl Peter Thunberg erstmals, als er sich gegen Ende des 18. Jahrhunderts in Japan aufhielt – dort wurden sie seit langem als Zierpflanzen kultiviert.

Rhododendron dagegen brachten Briten wie Sir Joseph Dalton Hooker im 19. Jahrhundert nach Europa, wo sie schnell zu den Lieblingen wohlhabenden Gartenbesitzer wurden. Seitdem hat sich züchterisch viel getan.

Erlesene Form und Blüte zeichnet etwa die weiße Rhododendron 'Cunningham’s White' aus, ein lachsroter Farbton die Sorte 'Chateau de Villandry'. Zu den qualitativ hochwertigen "Gristeder Neuheiten" gehört pinkfarbene und zartgelbe Sorten. Doch noch mehr ist zu sehen. Exotisch wirkt die aus Japan stammende Frühblühende Prachtglocke (Enkianthus perulatus), die sich in dieser Jahreszeit mit kleinen weißen Blütenglöckchen zeigt, aber auch der zarte Schlitz-Ahorn (Acer palmatum 'Dissectum') und der der Zickzackstrauch (Corokia cotoneaster). Diese Pflanze, sonst eher klein im Topf, ist hier als imposante Buschpyramide gezogen.

Groß ist die Vielfalt bei den als Indica- oder Zimmerazaleen bekannten Rhododendron simsii. Sie vertragen keinen Frost, sie brauchen in den Wintermonaten allerdings eine kühle Umgebung, bei guten Bedingungen blühen sie dann jedoch ohne Unterlass. Zu sehen sind kugelrund geschnittene Azaleen im Topf, Halbstämme, Doppelkronen und Säulenpyramiden in Weiß und verschiedensten Rosatönen, darunter 'Sister Jo' mit scharlachroten Einsprengseln, die leuchtend rote 'Fr. Scherrer' und die blassrose 'Elien'.

Große Pracht bieten die Hortensien, die einen eigenen Bereich der Halle einnehmen. Ball- und Tellerblüten stehen dicht an dicht, die Farben reichen von limettengrün angehauchtem Schneeweiß bis zum klassischen kühlen Blau. Unter dem Trademark "Colour Club" finden sich drei, vier unterschiedlich blühende Hydrangea macrophylla in einem Topf. In Ampeln gedeihen bis zu acht Pflanzen, manche Solitäre zeichnen sich durch dunkles Laub und Stiele aus. Wie sich die Blütengehölze mit floralen Arrangements kombinieren lassen, zeigen kunstvolle Stellagen von Gartengestalter und Dekorateur Bert von der Forst.

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