UNIKA: Pflanzkartoffeln bedürfen Pflanzenschutz

„Ohne Pflanzenschutz gibt es keine Pflanzkartoffeln und damit auch keine Konsumkartoffeln“ so Olaf Feuerborn, Vorstandsvorsitzender der Union der Deutschen Kartoffelwirtschaft e.V. (UNIKA).

Verbote für Pflanzenschutzmittel stellen den Erwerbskartoffelanbau in Frage.

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„Die derzeit diskutierten Verbote für Pflanzenschutzmittel im Rahmen des Aktionsprogramms Insektenschutz (API) stellen nicht nur den Erwerbsanbau in Frage. Sie konterkarieren sogar die Aktivitäten der Kartoffelwirtschaft für mehr Insektenschutz und Biodiversität", sagt Feuerborn. Um gesunde, leistungsfähige Pflanzkartoffeln zu produzieren, bedarf es wirksamer und praktikabler Pflanzenschutzverfahren. Sonst kann Vermehrungsmaterial weder in der geforderten Qualität, noch in den benötigen Mengen zur Verfügung gestellt werden. Wie wichtig aber eine stabile Versorgung des Marktes mit regionalen Produkten ist, zeigt die Corona-Krise.

Mit der Umsetzung des integrierten Pflanzenschutzes (IPS) im Kartoffelanbau leistet der Sektor einen wertvollen Beitrag, das mit der Anwendung von Pflanzenschutzmitteln verbundene Risiko für Mensch, Tier und Naturhaushalt zu senken. „Beginnend mit vorbeugenden Maßnahmen, wie dem Anbau resistenter Sorten, über die Nutzung von Schadschwellen- und Prognosemodellen bis hin zu Precision Farming tragen wir dazu bei, dass nur so viel Pflanzenschutzmittel eingesetzt werden, wie unbedingt nötig. Die von der UNIKA erstellten, von der Bundesregierung und den Ländern anerkannten IPS-Leitlinien im Kartoffelanbau geben dem Landwirt wichtige Informationen und Hilfestellungen bei der praktischen Umsetzung der Maßnahmen.

Zu den vielfältigen Aktivitäten für mehr Insekten- und Artenschutz in den Regionen zählen kooperative Modelle mit Stakeholdern vor Ort, etwa bei der Anlage von Ausgleichsflächen (z.B. Blühstreifen) oder im Bereich Wassermanagement. Im engen Austausch werden gemeinsam nachhaltige Lösungen erarbeitet und umgesetzt. „Dieser erfolgreiche kooperative Ansatz sollte daher die Blaupause für den Antritt der Bundesregierung sein. Er ermöglicht Insekten- und Artenschutz wie auch Ernährungssicherheit gleichermaßen“, so Feuerborn. „Zur ganzen Wahrheit gehört aber noch mehr: Uns allen werden große Anstrengungen abverlangt, um die national wie EU-seitig ausgelobten mittel- und langfristigen Ziele zu erreichen. Dies schließt die gesellschaftliche Anerkennung mit ein, dass eine noch nachhaltigere Agrarproduktion mit steigenden Kosten einher geht, die gebührend honoriert werden müssen. (UNIKA)

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