Lid: Filmdreh im Rebberg

Das Winzerehepaar Prisca und Andreas Schwarz wagte vor zwei Jahren den Schritt vor die Kamera – ohne Vorwissen.

"Wir zeigen den Leuten nicht, wie man eine Flasche Wein öffnet, sondern was es braucht, bis der Wein in der Flasche ist.": Das Winzerpaar Prisca und Andreas Schwarz drehen seit rund zwei Jahren YouTube-Filme. Bild: Lid.

Anzeige

Mittlerweile haben sie über 140 Videos gedreht und damit ihre Bekanntheit gesteigert und den Weinverkauf angekurbelt.

"Für eine gute Weinqualität ist der Rebschnitt ganz wichtig", sagt Prisca Schwarz in die Kamera, während sie durch ihren Rebberg in Freienstein ZH schreitet. Dann übernimmt Ehemann Andreas: "Beim sanften Rebschnitt dreht sich alles um den Saftfluss. Es ist wichtig, dass der Saft von der Wurzel über den Stamm bis zu den Trauben frei fließen kann."

Dies ist eine Szene aus Video Nr. 47 des Winzerehepaars Schwarz. Darin erklären die beiden während zwölf Minuten, wie man Reben sanft schneidet. Rund 12.000 Mal wurde das Video angeschaut. Seit zwei Jahren drehen Prisca und Andreas Schwarz Filme, die sie auf YouTube veröffentlichen. 140 Filme sind es bislang. Darin berichten sie über ihre alltäglichen Arbeiten im Rebberg. "Wir wollen unseren Kunden zeigen, was wir machen. Es geht nicht primär um den Weinverkauf", sagt Prisca Schwarz. Und Ehemann Andreas ergänzt: "Wichtig ist die Geschichte eines Produkts. Uns geht es darum, dass die Leute unseren Wein mit unseren Gesichtern verbinden."

Authentisch sein ist das A und O

Ganz am Anfang hat sich das Paar noch jeden Satz notiert. Doch beide waren sich schnell einig, dass das nichts bringt. "Es wirkt zu steif. Es ist besser, aus dem Bauch heraus und spontan zu sprechen", sagt die Winzerin. Das wirke viel authentischer. Steht die Produktion eines Videos auf der Tagesordnung, setzt sich das Paar am Morgen zusammen. Gemeinsam überlegen sie sich ein The ma. Kurze Notizen helfen, Wichtiges nicht zu vergessen. Dann geht es los.

Spannung und Abwechslung

Auf die Frage, ob den beiden die Themen rund um den Wein nie ausgehen, antwortet Prisca Schwarz: "Die Arbeitsabläufe wiederholen sich zwar jedes Jahr, aber es gibt wahnsinnig viele Themen rund um die Weinproduktion". Einmal geht es ums Rebenschneiden, einmal ums Weinliefern, einmal darum, wie das Sulfat in den Wein gelangt. Zukünftig wollen die beiden die Geschichte und die Herkunft der Weine in den Vordergrund rücken. Das Ehepaar achtet darauf, dass jedermann ihre Videos versteht. "Die Schwierigkeit ist, das Thema für den normalen Konsumenten herunterzubrechen. Wir verzichten deshalb auf Fachsprache", sagt Winzer Schwarz. "Unsere Filme schauen Weinhändler, Sommeliers, aber eben auch Hobby-Winzer, die sich Tipps und Tricks abschauen und natürlich Weinkonsumenten."

Der Aufwand zahlt sich aus

Ehepaar Schwarz braucht im Durchschnitt für ein Video eine Stunde und für das Schneiden und Bearbeiten zusätzliche zwei bis drei Stunden. Aber der Aufwand lohnt sich: "Wir haben lauter positive Rückmeldungen. Viele sind erfreut, dass wir offen Einblick in unsere Produktion gewähren", sagt Prisca Schwarz. "Dass das Interesse so groß ist, hätte ich nicht gedacht." Rund 700 Personen haben den YouTube-Kanal des Ehepaars Schwarz abonniert. Mit den Filmbeiträgen konnte das Winzerehepaar nicht nur ihre Bekanntheit steigern, sondern auch den Umsatz erhöhen. Die Leute würden die Videos über eine längere Zeit verfolgen und hätten dann Lust, den Wein zu testen, erklärt Winzer Schwarz. Die Geschichte hinter dem Wein macht es eben aus. (Lid)

Der GABOT-Newsletter

Kommentare (0)

Bisher sind keine Kommentare zu diesem Artikel erstellt worden.