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Vereinigte Hagel: Dürre, Überflutung, Hagel
Beim Wetter wird es derzeit nicht langweilig. Immer wieder bestimmen Hitze und Trockenheit, aber auch Starkregen, Hagel und Sturmböen mit teils erheblichen Auswirkungen das Tagesgeschehen in der Sommerperiode 2022. Dieses Jahr bekommen wir das Extremwetter besonders deutlich zu spüren – und das nicht nur in Deutschland. Italien kämpft mit der stärksten Dürre seit 70 Jahren, in Frankreich, Spanien und Deutschland wurden Hitzerekorde gebrochen, im Baltikum heißt es nach extremen Regen- fällen dagegen vielerorts „Land unter“.
Eine kurze, aber heftige Hitzewelle war besonders in der vergangenen Woche in Deutschland Thema. Vor allem deren Intensität erreichte in einigen Regionen ein historisches Ausmaß. Dabei blieben die Temperaturen am vergangenen Dienstag zunächst unter der 40 Grad-Marke, mittwochs wurde die 40 Grad- Marke dann allerdings an gleich vier Stationen überschritten. Dazu kamen nach offiziellen Angaben des Deutschen Wetterdienstes noch zwei neue Bundeslandrekorde hinzu, nämlich in Mecklenburg-Vorpom- mern (Boizenburg 39,4°C) und Schleswig-Holstein (Grambek 39,1°C). Einhergehend mit der Hitze ist aber auch die Trockenheit in weiten Landesteilen problematisch. Nicht nur in Südeuropa herrscht eine extreme Dürresituation, auch in Deutschland ist es verbreitet sehr trocken. Dabei entscheidet das Zusammenspiel aus ausbleibenden Niederschlägen, hohen Temperaturen, der Bodenqualität sowie der angebauten Kultur darüber, welche Schäden die Trockenheit auf den landwirtschaftlichen Flächen letztlich verursacht.
Von Bedeutung: das Bodenfeuchtemodell
Ein wichtiger Parameter, um Dürre festzustellen, ist die nutzbare Feldkapazität (nFK), die das pflanzenverfügbare Bodenwasser in Prozent angibt und je Bodenart unterschiedlich hohe Werte annehmen kann. Liegt die nutzbare Feldkapazität bei 100 %, dann ist der Boden gesättigt und kann kein weiteres Wasser mehr aufnehmen. Sinkt der nFK-Wert allerdings auf 0%, dann ist der Welkepunkt erreicht. Die Pflanze ist nicht mehr in der Lage, dem Boden Wasser zu entziehen. Sinkt die Bodenfeuchte unter einen kritischen nFK-Wert von 30 bis 40%, dann geht auch die Photosyntheseleistung merklich zurück. Das Wachstum und die Ertragsbildung werden stark beeinträchtigt. Bleibt die Pflanze über einen längeren Zeitraum in diesem Bereich, ist sie erheblichem Trockenstress ausgesetzt und wird geschädigt. Da Pflanzen unterschiedlich tief wurzeln können, betrachtet man bei der Einschätzung der Dürresituation der Einfachheit halber bei landwirtschaftlichen Kulturen eine mittlere Bodenfeuchte im Bereich von 0 bis 60 cm.
Komplexe agrarmeteorologische Modelle, unter anderem das Bodenfeuchtemodell der Kachelmann GmbH, berechnen täglich die aktuelle Dürresituation in Form der nutzbaren Feldkapazität und die Prognose der nächsten drei Tage.
Dieser anhaltende Wassermangel sowie sehr hohe Temperaturen führen zu der angesprochenen Trockenheit, die sich direkt an der Vegetation erkennen lässt. Die nFK-Werte liegen in großen Landteilen deutlich unter den kritischen 30 bis 40%. Eine kurzfristige Linderung der Trockenheit ist erstmal nicht zu erwarten. Ernteeinbußen bei Feldfrüchten wie Getreide und Mais, Notbelaubung von Laubbäumen, Fehlformen bzw. Kleinwuchs bei Feldfrüchten sind nur wenige Beispiele der Auswirkungen. Abgesehen von den direkt ersichtlichen Folgen des Wassermangels, zeigen sich auch zunehmend Auswirkungen auf die Fluss- und Seepegelstände. Und wenn doch einmal Niederschlag fällt, dann häufig nur in Form von schweren Schauern und Gewittern mit Unwetterpotential.
Wie lässt sich das Wetter besser vorhersagen?
Die VEREINIGTE HAGEL beobachtet das Wetter bis ins Detail. In Zusammenarbeit mit der Kachelmann GmbH betreibt sie das meteosol®-Messnetz, um das Wetter zu beobachten, zu analysieren und besser zu prognostizieren. Denn das Wetter ist komplex – nur mit ein paar Icons und Bildchen lässt es sich einfach nicht beschreiben. Daher haben wir auf der neuen meteosol®-Website aufgeschrieben, wie sie als Spezialversicherer unseren Mitgliedern eine noch genauere Wetterprognose für ihr aktives Risikomanagement bieten können. Schauen Sie doch mal rein! (VEREINIGTE HAGEL)
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Beim Wetter wird es derzeit nicht langweilig. Immer wieder bestimmen Hitze und Trockenheit, aber auch Starkregen, Hagel und Sturmböen mit teils erheblichen Auswirkungen das Tagesgeschehen in der Sommerperiode 2022. Dieses Jahr bekommen wir das Extremwetter besonders deutlich zu spüren – und das nicht nur in Deutschland. Italien kämpft mit der stärksten Dürre seit 70 Jahren, in Frankreich, Spanien und Deutschland wurden Hitzerekorde gebrochen, im Baltikum heißt es nach extremen Regen- fällen dagegen vielerorts „Land unter“.
Eine kurze, aber heftige Hitzewelle war besonders in der vergangenen Woche in Deutschland Thema. Vor allem deren Intensität erreichte in einigen Regionen ein historisches Ausmaß. Dabei blieben die Temperaturen am vergangenen Dienstag zunächst unter der 40 Grad-Marke, mittwochs wurde die 40 Grad- Marke dann allerdings an gleich vier Stationen überschritten. Dazu kamen nach offiziellen Angaben des Deutschen Wetterdienstes noch zwei neue Bundeslandrekorde hinzu, nämlich in Mecklenburg-Vorpom- mern (Boizenburg 39,4°C) und Schleswig-Holstein (Grambek 39,1°C). Einhergehend mit der Hitze ist aber auch die Trockenheit in weiten Landesteilen problematisch. Nicht nur in Südeuropa herrscht eine extreme Dürresituation, auch in Deutschland ist es verbreitet sehr trocken. Dabei entscheidet das Zusammenspiel aus ausbleibenden Niederschlägen, hohen Temperaturen, der Bodenqualität sowie der angebauten Kultur darüber, welche Schäden die Trockenheit auf den landwirtschaftlichen Flächen letztlich verursacht.
Von Bedeutung: das Bodenfeuchtemodell
Ein wichtiger Parameter, um Dürre festzustellen, ist die nutzbare Feldkapazität (nFK), die das pflanzenverfügbare Bodenwasser in Prozent angibt und je Bodenart unterschiedlich hohe Werte annehmen kann. Liegt die nutzbare Feldkapazität bei 100 %, dann ist der Boden gesättigt und kann kein weiteres Wasser mehr aufnehmen. Sinkt der nFK-Wert allerdings auf 0%, dann ist der Welkepunkt erreicht. Die Pflanze ist nicht mehr in der Lage, dem Boden Wasser zu entziehen. Sinkt die Bodenfeuchte unter einen kritischen nFK-Wert von 30 bis 40%, dann geht auch die Photosyntheseleistung merklich zurück. Das Wachstum und die Ertragsbildung werden stark beeinträchtigt. Bleibt die Pflanze über einen längeren Zeitraum in diesem Bereich, ist sie erheblichem Trockenstress ausgesetzt und wird geschädigt. Da Pflanzen unterschiedlich tief wurzeln können, betrachtet man bei der Einschätzung der Dürresituation der Einfachheit halber bei landwirtschaftlichen Kulturen eine mittlere Bodenfeuchte im Bereich von 0 bis 60 cm.
Komplexe agrarmeteorologische Modelle, unter anderem das Bodenfeuchtemodell der Kachelmann GmbH, berechnen täglich die aktuelle Dürresituation in Form der nutzbaren Feldkapazität und die Prognose der nächsten drei Tage.
Dieser anhaltende Wassermangel sowie sehr hohe Temperaturen führen zu der angesprochenen Trockenheit, die sich direkt an der Vegetation erkennen lässt. Die nFK-Werte liegen in großen Landteilen deutlich unter den kritischen 30 bis 40%. Eine kurzfristige Linderung der Trockenheit ist erstmal nicht zu erwarten. Ernteeinbußen bei Feldfrüchten wie Getreide und Mais, Notbelaubung von Laubbäumen, Fehlformen bzw. Kleinwuchs bei Feldfrüchten sind nur wenige Beispiele der Auswirkungen. Abgesehen von den direkt ersichtlichen Folgen des Wassermangels, zeigen sich auch zunehmend Auswirkungen auf die Fluss- und Seepegelstände. Und wenn doch einmal Niederschlag fällt, dann häufig nur in Form von schweren Schauern und Gewittern mit Unwetterpotential.
Wie lässt sich das Wetter besser vorhersagen?
Die VEREINIGTE HAGEL beobachtet das Wetter bis ins Detail. In Zusammenarbeit mit der Kachelmann GmbH betreibt sie das meteosol®-Messnetz, um das Wetter zu beobachten, zu analysieren und besser zu prognostizieren. Denn das Wetter ist komplex – nur mit ein paar Icons und Bildchen lässt es sich einfach nicht beschreiben. Daher haben wir auf der neuen meteosol®-Website aufgeschrieben, wie sie als Spezialversicherer unseren Mitgliedern eine noch genauere Wetterprognose für ihr aktives Risikomanagement bieten können. Schauen Sie doch mal rein! (VEREINIGTE HAGEL)
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