Bayreuth: Internationale wissenschaftliche Konferenz

Infolge des Klimawandels kommt es immer häufiger zu Starkregen und Überflutungen. Wie Pflanzen auf den dadurch verursachten Stress reagieren, wird weltweit von vielen Forscher*innen untersucht.

Maispflanzen unter Staunässe. Bild: Ole Pedersen.

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Forscher haben sich in der International Society for Plant Anaerobiosis (ISPA) zusammengeschlossen. Die Konferenz der ISPA wird in diesem Jahr unter der Federführung der Bayreuther Pflanzengenetikerin Prof. Dr. Angelika Mustroph erstmals in Deutschland organisiert. Rund 100 Teilnehmer*innen haben sich vom 25. bis 29. September 2022 im Kloster Banz / Bad Staffelstein über aktuelle Forschungsergebnisse ausgetauscht.

„Forschungsarbeiten zu Stressreaktionen von Pflanzen sind heute international von hoher Relevanz, weil Überflutungen von Feldern – sei es infolge von Starkregen oder von steigenden Meeresspiegeln – landwirtschaftliche Kulturen stark bedrohen. In den letzten Jahren haben wir nicht zuletzt auch an der Universität Bayreuth wichtige neue Erkenntnisse auf diesem Gebiet erzielt, vor allem in Bezug auf die Signalübertragung in Pflanzen, die bei Überflutung unter Stress leiden. Andere Arbeitsgruppen erzielten Fortschritte in der Züchtung neuer widerstandsfähigerer Sorten, insbesondere von Reis“, erklärt Prof. Mustroph, die gemeinsam mit Forschungsteams aus Bielefeld (Prof. Dr. Romy Schmidt-Schippers), Freiburg (Prof. Dr. Sjon Hartman), Aachen (Prof. Dr. Joost van Dongen), Kiel (Prof. Dr. Margret Sauter) und München (Prof. Dr. Peter Geigenberger) die Tagung leitet.

Die Mitglieder der ISPA erforschen die Reaktionen von Pflanzen auf Überflutung und Sauerstoffmangel aus dem Blickwinkel verschiedener wissenschaftlicher Disziplinen: Molekularbiologie, Biochemie, Anatomie, Ökologie und Agrarwissenschaft sind in zahlreichen Forschungsprojekten miteinander vernetzt. Dabei geht es beispielsweise um die Genexpression und den Gärungsstoffwechsel in gestressten Pflanzen, anatomische Aspekte wie die Entstehung von Durchlüftungsgewebe“ (Aerenchymbildung), die Lebensbedingungen überflutungstoleranter Wildpflanzen oder die Züchtung toleranterer Kulturpflanzen.

Das erstmals in Deutschland ausgerichtete Treffen war die 14. Konferenz der ISPA. Vorherige Konferenzen fanden in Taipei (Taiwan, 2019), Kopenhagen (Dänemark, 2016), Los Banos (Philippinen, 2013), Volterra (Italien, 2010) und Matsushima (Japan, 2007) statt. Auch für die bevorstehende Konferenz konnten wieder zahlreiche international herausragende Wissenschaftler*innen als Vortragende gewonnen werden, darunter Prof. Dr. Julia Bailey-Serres (University of California Riverside, USA) und Prof. Dr. Michael Holdsworth (University of Nottingham, UK). Der Nobelpreisträger Prof. Sir Peter Ratcliffe (University of Oxford, UK, Nobelpreis für Physiologie oder Medizin 2019) hat den Eröffnungsvortrag zum Thema „Sauerstoff-Wahrnehmung und Signalweiterleitung“ gehalten. (Universität Bayreuth)

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