VSSE: Untersucht Situation der Spargelerzeuger

Ist Verfrühung im Spargelanbau von großer Relevanz für die Wirtschaftlichkeit der Betriebe? Wie sieht es mit einer Flächenausweitung bei Bleich- und Grünspargel aus? Und wie ist es um die Verfügbarkeit der Erntehelfer bestellt?

Mehr als 80% der Anbauer setzen Minitunnel ein. Grafik: VSSE e. V. / Christoph Göckel.

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Um die aktuelle Situation der Spargelerzeuger in Deutschland besser einschätzen zu können, hat der Verband Süddeutscher Spargel- und Erdbeeranbauer e. V. (VSSE) im Frühjahr eine Umfrage unter seinen Mitgliedern mit Spargelanbau durchgeführt. 21% der überwiegend im südwestdeutschen Raum ansässigen Mitglieder nahmen an der Online-Befragung teil.

Schwarz-Weiß-Folie gehört zum Standard

Dreiviertel der Spargelanbauer gaben an, Schwarz-Weiß-Folie auf ihren gesamten Anbauflächen einzusetzen. 11% der Anbauer nutzen die Folie auf 75% und mehr der Fläche. 6% der Anbauer setzen sie auf 50% und mehr der Fläche ein. Nur zwei Spargelanbaubetriebe gaben an, keine Schwarz-Weiß-Folie einzusetzen.

Mehr als 80% der Anbauer setzen Minitunnel ein

4% der Spargelanbauer setzen auf mehr als Dreiviertel der Anbaufläche Minitunnel ein. 25% der Anbauer nutzen sie auf der Hälfte und mehr der Anbaufläche. 37%  setzen sie auf einem Viertel und mehr der Anbaufläche ein. 17% der Anbauer nutzen Minitunnel auf bis zu einem Viertel der Anbaufläche. 17% setzen keine Minitunnel ein.

Über die Hälfte der Erzeuger nutzen die Dreifachabdeckung

Insgesamt haben 56% der Spargelanbauer eine dritte Folie im Einsatz. Davon nutzen diese 27% auf weniger als dem Viertel der Anbaufläche. 17% der Anbauer auf einem Viertel und mehr der Anbauer. 8% der Anbauer setzen die Dreifachbedeckung auf der Hälfte und 5% auf mehr als 50% bis zu 70% der Anbaufläche ein.

Laut der VSSE-Mitglieder-Umfrage zum Spargelanbau gaben 42% der überwiegend südwestdeutschen Erzeuger an, dass die Spargel-Verfrühung unter drei Folienschichten für die betriebliche Wirtschaftlichkeit notwendig sei. 31% betonten gar, dass sie dafür unerlässlich sei.

Bleichspargel dominiert, Grünspargel zieht nach

Laut der VSSE-Umfrage beläuft sich der Anteil an weißem Spargel auf 87,3% und an Grünspargel auf 12,7% bei den Mitgliedsbetrieben.

„Über diesen hohen Anteil an Grünspargel war ich überrascht. Bei dieser Zahl muss man berücksichtigen, dass die Anbauer überwiegend aus dem südwestdeutschen Raum stammen. Auch ist anzunehmen, dass an der Online-Umfrage eher jüngere Spargelerzeuger teilnahmen, die dem Trend entsprechend den Grünspargel beim Anbau mitaufgenommen haben“, erklärt Simon Schumacher, Sprecher des Verbands Süddeutscher Spargel- und Erdbeeranbauer e. V. (VSSE).

Jeder Vierte der an der Befragung teilgenommenen Erzeuger beabsichtigt, die Anbaufläche für Grünspargel in den kommenden drei Jahren auszuweiten. Bei weißem Spargel werden 10% der befragten Betriebe die Anbaufläche vergrößern.

Bei den Konsumenten nimmt der Anteil an Grünspargel langsam, aber stetig zu. Laut der Agrarmarkt Informations-Gesellschaft mbH (AMI) lag 2017 der Anteil an Grünspargel bei 11%. Gerade jüngere Käufer und Käuferinnen greifen eher zu Grünspargel als zu Bleichspargel. Dies ist teilweise auf die Tatsache, dass Grünspargel kaum beziehungsweise nicht geschält werden muss, zurückzuführen.

Anzahl der verfügbaren Saisonerntehelfer stark rückläufig

20% der befragten Spargelerzeuger gab an, dass sich die Verfügbarkeit an Saisonerntehelfern deutlich verschlechtert habe. 45% gaben an, dass sich die Anzahl an Saisonarbeitskräften etwas verringert hätte. 34% stellten keine Veränderung fest, und nur 1% der Befragten gab an, dass sich diese Situation verbessert hätte.

Der VSSE sieht in diesem Punkt bereits seit Jahren Handlungsbedarf. Um die Situation nicht zusätzlich zu verschärfen, setzt er sich für die Beibehaltung der 3-Monate- beziehungsweise 70-Tage-Regelung für die kurzfristige Beschäftigung ein. Auch wurde mit der Deutsche Botschaft in Belgrad ein beschleunigtes Gruppenverfahren zur Visa-Beantragung für serbische Erntehelfer auf den Weg gebracht.

Der Verband Süddeutscher Spargel- und Erdbeeranbauer e. V. (VSSE)

Der Verband Süddeutscher Spargel- und Erdbeeranbauer e. V. (VSSE) vertritt die Interessen der Spargel- und Erdbeeranbauer in Süddeutschland. Mit über 600 Mitgliedern ist der VSSE Deutschlands größter Verband für Spargel- und Erdbeeranbauer. (Quelle: VSSE)

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