Schweiz: Gemüsebauern fahren gute Spargelernte ein

Die Spargelsaison ist zu Ende. Die Ernte fiel überdurchschnittlich aus. Nie haben die Produzenten mehr weißen Spargel gestochen als heute.

Die Spargel-Ernte erfordert viel Handarbeit. Bild: ji

Anzeige

Ende Juni haben Raphael Peterhans und sein Team die letzten Spargeln auf dem Spargelhof in Rafz ZH gestochen. Der Betriebsleiter zeigt sich mit der Saison 2018 zufrieden. "Wir verzeichnen gute Erträge, die Erntebedingungen waren ideal und Frostnächte wie im letzten Jahr gab es heuer zum Glück keine." Einziger Wermutstropfen: Die Grünspargel-Ernte fiel schlecht aus. Peterhans sieht den Grund dafür im Hagelschlag, der im letzten Jahr den Grünspargeln arg zugesetzt und sie geschwächt hat.

Die ersten Spargeln haben Peterhans und sein Team Mitte April gestochen, 3 Wochen später als im Vorjahr. War es anfangs Ernte noch kühl, stieg das Thermometer bald an und damit auch die Erntemengen. Die warmen Temperaturen haben laut Peterhans zwar das Wachstum angeregt, aber teilweise auch zu Verfärbungen und offenen Spitzen bei den Spargeln geführt.

Rekordhohe Bleichspargel-Ernte

Die Saison 2018 fällt schweizweit ertragsmäßig gut aus. Rund 780 t Spargeln haben die Produzenten gemäß Angaben der Schweizerischen Zentralstelle für Gemüsebau und Spezialkulturen gestochen. Das sind zwar leicht weniger als im Vorjahr, aber rund 5% mehr als im Schnitt der letzten 5 Jahre. Weiße Spargeln verzeichnen mit 460 t gar einen Rekord. Bei den grünen Spargeln fällt die Ernte mit 320 t rund 10%  kleiner aus als im Vorjahr.

Florian Sandrini ist mit der diesjährigen Spargelsaison zufrieden. Der Vertreter der Arbeitsgemeinschaft Spargelmarkt spricht von einer sehr konzentrierten Ernte. "Der Start ist leicht später erfolgt als im Vorjahr, dafür kamen dann schnell große Mengen, die aber ebenso schnell wieder zurückgingen." Nach den tiefen Temperaturen im Februar und März seien die Spargeln mit dem wärmeren Wetter förmlich explodiert. "Die großen Mengen kamen zum richtigen Zeitpunkt, als der Appetit der Konsumenten auf Spargeln groß war", erklärt Sandrini. Einen Preiszerfall wie in Deutschland, wo der Absatz der Großernte harzte, habe es in der Schweiz nicht gegeben. Die Großverteiler hätten mitgeholfen, Schweizer Spargeln zu vermarkten, betont Sandrini. Gegen Saisonende habe es an Niederschlag gefehlt, was das Wachstum verlangsamte habe und das Spargel-Angebot schrumpfen ließ. (LID)

Kommentare (0)

Bisher sind keine Kommentare zu diesem Artikel erstellt worden.