Royal FloraHolland: Weniger Plastik

Das Ziel ist klar: Im Jahr 2025 wird Royal FloraHolland 20% weniger Kunststoff als 2017 verwenden, die Kunststoffverpackungen und Produkte werden zu 100% recycelbar sein und es wird mehr recycelt werden.

Brenda Horstra ist stellvertretende Direktorin von Tuinbranche Nederland, des niederländischen Verbands der Gartenbau-Einzelhändler und ihrer Vorlieferanten. Bild: Tuinbranche Nederland.

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"In einem extrem ungewöhnlichen Jahr 2020 hat uns Corona die Bedeutung des Klimas, der Pflanzen und der Gesundheit deutlich vor Augen geführt. Die Entwicklungen auf dem Gebiet der Nachhaltigkeit haben dadurch eine Beschleunigung erfahren, auch bei den Gartencentern." So die Meinung von Brenda Horstra, stellvertretende Direktorin von Tuinbranche Nederland, des niederländischen Verbands der Gartenbau-Einzelhändler und ihrer Vorlieferanten. Diesem Verband gehören Gartencenter, aber auch Gärtner, Hersteller und Großhändler für Hartmaterial an, von (Blumen-)Erde bis hin zu Gartenmöbeln. Der Verband Tuinbranche Nederland setzt sich ebenso wie Royal FloraHolland für weniger Kunststoffe ein und ist am Branchenplan Nachhaltig Verpacken beteiligt. Um den Kunststoffverbrauch zu reduzieren, ist eine Kooperation innerhalb der Erzeuger- und Handelskette erforderlich. Dies kann in der Tat nur gemeinsam und nicht ohne die jeweils zu erreichen. Wie wird in dieser Sache zusammen gearbeitet?

"Eine zirkuläre Wirtschaftsweise lässt sich nur gemeinsam realisieren. In unserem Branchenplan haben wir die Ziele für Verpackungen mit Royal FloraHolland abgestimmt: für Trays, Töpfe, Labels und Tüten. Die Zusammenarbeit mit Royal FloraHolland funktioniert ausgezeichnet. Davon bin ich richtig begeistert. Gemeinsam sind wir stark. Wir reduzieren den Kunststoffverbrauch bei den Gartencentern, und Royal FloraHolland tut dasselbe bei den Gärtnern. Auf diese Weise können wir viel erreichen. So haben wir 2020 gemeinsam Workshops für Lieferanten und Einzelhändler organisiert. Das wollen wir in diesem Jahr fortsetzen." In diesen Workshops geben Tuinbranche Nederland und Royal FloraHolland praktische Tipps und erklären, wie sich Kreislaufwirtschaft durch Zusammenarbeit erfolgreich realisieren lässt.

Jacco Duindam, Berater für Logistikmittel bei Royal FloraHolland: "Durch die persönlichen Begegnungen bei solchen Workshops können die Leute neue Kontakte knüpfen. Das führt beispielsweise dazu, dass jetzt Pilotprojekte anlaufen, um Einweg-Normpack-Trays in den Gartencentern einzusammeln und zum Recycling direkt an einen Hersteller abzugeben. Zirkulärer kann eine Zusammenarbeit nicht sein."

Lieferbedingungen

Obwohl die Coronakrise das Bewusstsein für Nachhaltigkeit bei immer mehr Menschen geschärft hat, sorgte die weltweite Pandemie auch bei vielen Plänen von Tuinbranche Nederland für Stillstand. "Wir mussten uns ständig mit Corona und den entsprechenden Maßnahmen in den Gartencentern auseinandersetzen." Immerhin hat Tuinbranche Nederland die Ziele jetzt in die Lieferbedingungen aufgenommen. Eine Reihe von Organisationen und Unternehmen hat sich diesen Bedingungen bereits angeschlossen. Angestrebt wird, dass die Gartencenter diese Einkaufsbedingungen anwenden, erklärt Brenda Horstra. "Das Zurückdrängen von Einweg-Pflanzentrays ist ein anspruchsvolles Ziel. Wir müssen Blumen und Pflanzen in wesentlich weniger Kunststoff verpacken, nicht mehr als unbedingt nötig. Es muss nur so stabil sein, dass der Verbraucher das Produkt unbeschädigt mit nach Hause nehmen kann. Kunststoffmaterial muss außerdem vollständig recycelbar sein."

Um nur ein paar Beispiele aus den Tipps und Empfehlungen in den Lieferbedingungen zu nennen: Den Einsatz von Aufklebern und Etiketten vermeiden, Informationen auf die Folie drucken, das Bedrucken von Kartons begrenzen, vorzugsweise Mehrweg-Blumenverpackungen und -Pflanzentrays benutzen, den Gebrauch von Stecketiketten so weit wie möglich vermeiden (beispielweise bei Gartenpflanzen), Informationen für den Kunden sollten auf dem Ladenregal oder dem Topf stehen, Tüten nur dann verwenden, wenn dies zum Schutz von empfindlichen Pflanzen und Blumen nötig ist.

Beeinflussen der Verbraucher

Die Gartencenter werden jedes Jahr von 60 Mio. Kunden besucht. Brenda Horstra meint: "Wir müssen sie anregen, anders mit Verpackungen umzugehen. Eine solche Verhaltensänderung können wir ziemlich einfach erreichen. Um die Verbraucher über das richtige Entsorgen einer Verpackung zu informieren, muss ein entsprechender Hinweis auf der Verkaufsverpackung abgebildet sein. Anderes Beispiel: Wer einen Tray an den Handel zurückgibt, erhält als Geschenk eine Pflanze, oder etwas in dieser Art. Schließlich wollen die Leute doch nachhaltiger leben, wissen aber oft einfach nicht, wie sie das machen sollen. Als Verband und zusammen mit der Zierpflanzenbranche können wir ihnen dabei sicher helfen."

Zum Branchenplan Nachhaltig Verpacken

Royal FloraHolland nimmt nicht nur am Plastic Pact NL teil, sondern über VBN auch am Branchenplan Nachhaltig Verpacken. Genau wie zwanzig andere Branchenverbände, unter anderem der Gartenbaubranche. Auf diese Weise wird - mit Unterstützung des Kennisinstituut Duurzaam Verpakken (KIDV = Wissensinstitut Nachhaltig Verpacken) - an nachhaltigeren Verpackungen gearbeitet. (Royal FloraHolland)

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