Royal FloraHolland: Immer weniger Plastik

Die Zierpflanzenbranche stellt sich der Herausforderung, die Menge an Plastik immer weiter zu reduzieren.

Royal FloraHolland stellt sich dieser Herausforderung für ihre eigenen Transportverpackungen. Bild: Royal FloraHolland.

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Transportverpackungen wie Pflanzenschalen aus Plastik sind nötig, um Pflanzen und Blumen transportieren zu können. Doch man kann sie öfter einsetzen oder recyceln. So bemüht man sich um weniger Plastikmüll. Dieses Jahr hat Royal FloraHolland den „Plastic Pact“ unterschrieben. Was bedeutet das genau?

"Plastik ist sehr nützlich, auch für unsere Branche", beginnt Jacco Duindam (Royal FloraHolland). "Es darf nur nicht in die Umwelt gelangen. Daher müssen wir noch besser mit unseren Transportverpackungen umgehen."

Dieses Jahr ist Royal FloraHolland dem niederländischen "Plastic Pact" beigetreten. Man hat dies gemeinsam mit über 75 Unternehmen und Organisationen getan. Denn das Reduzieren der Plastikmenge kann man nicht allein angehen. Dafür muss man zusammenarbeiten. Diese Zusammenarbeit findet man über den "Plastic Pact". "Jeder versteht, dass das notwendig ist. In der Zierpflanzenbranche, aber auch darüber hinaus. Deshalb machen immer mehr Unternehmen und Organisationen mit."

Auf dem richtigen Weg

Royal FloraHolland stellt sich dieser Herausforderung für ihre eigenen Transportverpackungen. Aktuell erfüllt man bereits zwei der vier Zielsetzungen, die der "Plastic Pact" für 2025 vorgibt. An den anderen beiden arbeitet man eigenen Angaben zufolge intensiv.

Erstens muss die Plastikmenge reduziert werden, die für Transportverpackungen genutzt wird. 2025 muss sie um mindestens 20 % geringer sein. "Für unsere Transportverpackungen gibt es drei Möglichkeiten. Wir machen die Plastik-Wassersteigen leichter, wir setzen öfter Mehrweg-Traysein oder wir stellen die Trays aus anderen Materialien als Plastik her", erläutert Jacco Duindam. Royal FloraHolland untersucht diese Möglichkeiten und berät die Gärtner und Käufer. "Jeder muss seine eigene Entscheidung treffen. Aber indem wir unser Wissen weitergeben, machen wir deutlich, welche Auswirkungen Ihre Entscheidung hat." Außerdem wurde Anfang 2019 der Preis für Mehrweg-Schalen und -Eimer gesenkt. "So ermutigen wir die Züchter und Käufer, sich für diese Schalen und Eimer zu entscheiden."

Zusammenarbeit

"Derzeit werden 50% unserer Einweg-Schalen recycelt. Das kann und muss verbessert werden. Und zwar auf 70% im Jahr 2025", berichtet Jacco Duindam. Dafür bedarf es unbedingt der Kooperation mit anderen Parteien. Denn wenn die Pflanzen erst einmal im Supermarkt oder Gartenzentrum stehen, weiß man nicht, was mit den Pflanzenschalen passiert. "Das ist das Gute am 'Plastic Pact'. Alle großen Supermarktketten sind beteiligt." Jacco fügt begeistert hinzu: "Der 'Plastic Pact' ist ein Instrument, um mit diesen Supermärkten ins Gespräch zu kommen. Wie können wir gemeinsam erreichen, dass Einweg-Pflanzenschalen recycelt oder besser gleich Mehrweg-Pflanzenschalen eingesetzt werden?" Diese Gespräche führen wir auch mit "Tuinbranche Nederland", dem niederländischen Verband für Gartenzentren. Jacco Duindam: "Jeder sieht ein, dass Nachhaltigkeit wichtig ist. Dank des 'Plastic Pact' haben wir dieselben Zielsetzungen wie die Supermärkte und Gartenzentren und können so wirklich etwas erreichen. Beispielsweise indem wir Verbrauchern keine Einweg-Pflanzenschalen mehr geben. Das macht sich sowieso bezahlt. Denn die Wiederverwendung und das Recycling dieser Schalen erzeugt auch Einnahmen."

Nach Meinung von Jacco Duindam befassen sich schon viele Gärtner und Käufer mit der Reduzierung von Plastik. Sie sind motiviert, diese Herausforderungen mit voller Kraft anzugehen, ist seine Erfahrung. "Es ist meist nicht die Frage, ob wir etwas tun müssen, sondern wie wir das tun können. Und wir helfen ihnen gerne dabei. Wir müssen dies wirklich zusammen lösen. Gemeinsam für den intelligenten und sparsamen Einsatz von Plastik und für eine gute Zukunft."

Der Plastic Pact

Der Plastic Pact ist eine Initiative des niederländischen Ministeriums für Infrastruktur und Wasserwirtschaft. Arnoud Passenier arbeitet in diesem Ministerium als Programm-Manager für Kreislaufwirtschaft. Er berichtet: "Sehr viele Beteiligte haben sich schon jahrelang mit dem Schließen des Kunststoffkreislaufs beschäftigt. Indem wir diese Parteien miteinander verbinden, können wir schneller mehr erreichen. Dabei machen nun Parteien aus der gesamten Kette mit. Nicht nur Verpacker und Abfallverwerter, sondern auch alle großen Supermärkte, McDonald's, Starbucks und die Niederländische Bahn. Der große Mehrwert des Plastic Pact liegt darin, dass wir diese Parteien miteinander verbinden. Das gilt auch für die Zierpflanzenbranche. Die Züchter sind ein Glied in einer ganzen Kette. Es ist schwer, allein etwas zu erreichen. Aber wenn Sie mit anderen Beteiligten zusammenarbeiten und Absprachen treffen, kann das gelingen. Wir gehen immer sparsamer und intelligenter mit unseren Rohstoffen um. Gemeinsam legen wir das Fundament für eine lückenlose Kreislaufwirtschaft. So arbeiten wir alle gemeinsam an einer blühenden Zukunft!"

Wie sieht es mit den Produktverpackungen aus, die wir in der Zierpflanzenbranche nutzen? Was bedeuten die Zielsetzungen des Plastic Pact beispielsweise für Blumenfolien und Pflanzentöpfe? Royal FloraHolland untersucht dies, gemeinsam mit den Nutzern. Werden alle eingesetzten Produktverpackungen wirklich benötigt? Und wenn ja, kann man sich dann als Branche darauf verständigen, nur noch Materialien einzusetzen, die vollständig recycelbar sind? Dann kann man bald auch das Ziel von 100%ig wiederverwendbaren Materialien erfüllen. (Royal FloraHolland)

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