Padua: Flormart 2018 zeigt Vielfalt der grünen Branche

Die Veranstalter riefen vom 19. bis 21. September das Padova Exhibition Center zur Welthauptstadt des Gartenbaus aus mit einem ereignisreichen Programm mit mehr als 40 Veranstaltungen, rund 200 Referenten aus den Bereichen Gartenbau, Garten- und Landschaftsarchitektur, angewandter Innovation und Technologie und rund 300 Ausstellern. Das Motto in diesem Jahr: Flormart 2018: Innovation, Entwicklung und Nachhaltigkeit.

Das Motto der Flormart 2018: Innovation, Entwicklung und Nachhaltigkeit. Bild: Flormart.

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Tatsächlich waren 300 Aussteller aus der ganzen Welt vertreten (Italien 281, Niederlande 4, Griechenland 1, Frankreich 2, Österreich 2, UK 1, Türkei 1, Spanien 4, Schweiz 1, Island 1, Deutschland 1, Belgien 1). Dazu kommen 90 internationale Einkäufer aus 25 Ländern, darunter erstmals eine Delegation aus der Russischen Föderation und eine aus Usbekistan, welche auf Einladung der Messe nach Padua kamen. Das Hosted-Buyer-Programm war sehr gut und straff organisiert und auf jeden Fall sehr international besetzt.

Es ist kein Zufall, dass AIPH, The International Association of Horticultural Producers, Flormart als Gastgeber für seine jährliche Weltkonferenz und zu gleich sein 70jähriges Jubiläum gewählt hat. Die internationale AIPH-Konferenz "Green City, New Greening in historischen Städten" am 19. und 20. September 2018 mit 150 Deligierten aus aller Welt hat sich darauf konzentriert, wie man Städte mit Grün aufwerten kann, welche Pflanzen diesem Zweck dienen und wie dies sowohl der Gesundheit als auch der ökologischen Biodiversität zugute kommen wird. Die Schaffung einer Grünfläche in einer neuen Stadtplanung ist eine Sache; die Erfindung einer Grünfläche in bereits bestehenden Städten ist eine ganz andere. Die Zusammenarbeit mit dem AIPH-Kongress hat der Messe sicherlich gut getan und ein wenig internationales Flair in die ansonsten sehr italienbezogene Veranstaltung gebracht.

Drei ereignisreiche Tage standen im Zeichen des nationalen und internationalen Gartenbaus, die Bestimmung von Angebot und Nachfrage erfolgte allerdings eher unter italienischen Kollegen. Sicherlich gelang es der Fira Padova, eine Reihe internationaler Einkäufer für die Messe zu gewinnen. Die Veranstaltung wird es künftig aber dennoch schwer haben, gegenüber einer IPM oder einer My Plant & Garden in Mailand zu bestehen.

Auch wenn die Veranstaltung von den Flächenquadratmetern her nicht an frühere Veranstaltungen anknüpfen konnte, so ist es den Veranstaltern immerhin gelungen auch zahlreiche Programmpunkte für Garten- und Landschaftsarchitekten anzubieten. Auch nutzen zahlreiche Startups die Gelegenheit, ihre Produkte einer breiteren Öffentlichkeit vorzustellen. Ausgangspunkt ist die Aufwertung von Landschaften und städtischen Gebieten, von Klimaschutzkonzepten bis zum Erhalt der biologischen Vielfalt, indem Lösungen für grünere Infrastrukturen vorgeschlagen werden, innovativen Start-ups eine Bühne geboten wird, deren Ziel es ist, die Umwelt auch bei knapper Wasserversorgung zu verbessern und eine bessere Welt zu schaffen.

Eco Tech Green Forum

Am 20. und 21. September fand im Rahmen des Flormart das Internationale EcoTechGreen Forum und unter Federführung von Paysage zum 10. Mal statt. 45 Referenten aus den Vereinigten Staaten, Frankreich, den Vereinigten Arabischen Emiraten, der Russischen Föderation, Großbritannien, China und Italien trafen sich mit Landschaftsarchitekten, Architekturstudios und Experten aus Bildung und Wissenschaft, um über "technologisches Grün" zu diskutieren: Grün nicht nur als "Landschaftslösungen", sondern auch "Archinatur", wo die Natur zum Baustoff für eine Architektur wird, die mit einer innovativen Vision zeitgenössischer Städte verbunden ist, wo das technologische Grün mit neuen Bauansätzen kombiniert wird.

GPP-Lab

Im Sinne der Schaffung eines Public-Private-Partnership wurde Flormart GPP-LAB, die einzige italienische Plattform für umweltfreundliche öffentliche Beschaffung für städtisches Grün und die Verbesserung von Städten durch verbesserte nachhaltige Stadtlösungen, in Partnerschaft mit Adescoop veranstaltet. In Italien belaufen sich die geschätzten Ausgaben für die Einkäufe der öffentlichen Hand auf rund 150 Mrd. Euro pro Jahr, eine konstante und signifikante Zahl mit einem großen Potenzial für "Green Policy and Business". Flormart GPP LAB 2018 bot das innovativste Angebot an Systemdienstleistungen, Kooperationsmöglichkeiten, Geschäftsmöglichkeiten und Planungen für die Entwicklung des nationalen Grünmarktes der öffentlichen Verwaltung gemäß den im neuen Vergabekodex verankerten "Mindestanforderungen an Umweltkriterien", insbesondere für öffentliche Grünflächen, Stadtmobiliar, Landschaftsarchitektur, Ökosystem-Forstwirtschaft, grüne Infrastrukturen und viele weitere Bereiche. 70 Unternehmen, Behörden und wichtige Netzwerke haben an den Meetings teilgenommen.

The Green Innovation Hub

The Green Innovation Hub war Flormarts neueste Innovation für 2018, ein Raum, der sich neuen Spitzentechnologien und Ideen für eine umweltfreundliche Produktion und Verwaltung widmet. Unternehmen, Start-ups, Fachleute und Forscher kamen zusammen, um gemeinsam die Zukunft der Branche zu gestalten. Im Green Innovation Hub wurde eine Arena für Präsentationen, Vorträge und Konferenzen eingerichtet. So wurden beispielsweise innovative Unternehmen wie Hexagro (die sich auf die automatisierte Landwirtschaft konzentrieren und sich von Bäumen inspirieren lassen Biophilie-Design, das den Wasserverbrauch um 98% senken kann) ihre Arbeiten vorstellen. Sie werden auch Revotree treffen, das ein Monitoring-KI-System für Holzpflanzen entwickelt, um mehr über die Leistung der Böden und ihre kurz- und langfristigen Auswirkungen auf die Kulturen zu erfahren. Entdecken Sie auch die iGreenGo App, um spezielle Grünflächen, Wälder und historische Gärten mit Ihrer Gemeinde zu teilen und sich vom täglichen Rausch zu lösen. Leider war dieser Ausstellungsbeitrag trotz des interessanten und innovatieven Ansatzes nur sehr schwach besucht.

Fazit

Die 69. Ausgabe des Flormart Padua war angetreten mit einer großen Aufgabe: Die gesamte Bandbreite des italienischen Gartenbaus in drei Messebereichen zu präsentieren: Gartenbauproduktion, nachhaltige Architektur und Innovation. Die beiden letzten Angebote sind noch jung und verdienen am Markt eine weitere Chance. Das traditionellste Angebot der gartenbaulichen Produktion schwächelt und spiegelt insgesamt die ungewisse Zukunft der Branche wider. Der erste Messetag war eher schwach besucht, dennoch steigerten sich die Besucherzahlen im Verlauf der Messe noch deutlich. Die Aussteller waren professioneller aufgestellt als noch in 2017, insbesondere die vielen Obstbaubetriebe der Region Saonara präsentierten sich gut, die Ausstellerzahl konnte sogar noch gesteigert werden, insbesondere im Bereich Pflanzen und New Business / Start Ups / Indoor Farming. Dennoch: Die Zielgruppen sind nicht immer klar erkennbar und die Angebote könnten noch besser gegliedert sein.

Zudem ist der Messetermin im September sehr starker Konkurrenz ausgesetzt: 4Oaks, Polen, GLEE, spoga+gafa, Plantarium, Moskau. Es gibt also zu diesem Zeitpunkt eine Fülle an Terminen auf europäischer Ebene, aber wo wird geordert?

Die Postionierung der Messe international gestaltet sich trotz des hohen Alters (immerhin die 69igste Auflage) weiterhin schwierig. Auch ist fraglich, ob die Spreizung der Zielgruppen als tragfähiges Konzept geeignet ist. Von uns befragte Aussteller wollten keine konkrete Aussage darüber machen, ob die Messe für sie erfolgreich lief oder ob sie sich künftig zwischen Mailand und Padua entscheiden werden. Dynamik und selbstbewußte Bekenntnisse für eine Veranstaltung sehen anders aus. Die Anbieter von Saisonkulturen haben die Standortfrage aber längst für sich entschieden.

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