OBI: Profitierte von Sonderkonjunktur

Die Unternehmensgruppe Tengelmann, eines der weltweit bedeutenden Handelsunternehmen, konnte ihre Marktposition auch in der Corona-Pandemie behaupten. Mit einem Konzernumsatz von 8,3 Mrd. Euro (2019: 8,1 Mrd. Euro) verzeichnete die Gruppe im Geschäftsjahr 2020 allen Widrigkeiten zum Trotz ein Umsatzplus von 2,3% (2019: 4,1%).

OBI Marktansicht. Bild: OBI.

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Anders als in den Vorjahren zeigten sich deutliche Unterschiede zwischen den Geschäftsfeldern, stark abhängig von den jeweiligen verordneten Corona-bedingten Beschränkungen der Geschäftstätigkeit. So profitierte OBI von einer nachfragegetriebenen Sonderkonjunktur, während KiK den anhaltenden Schließungen seiner Filialen Tribut zollen musste und deutlich an Umsatz eingebüßt hat.

Hervorzuheben sind im Geschäftsjahr die Verkäufe des Wissoll-Campus an das Wiener Familienunternehmen Soravia sowie des verbliebenen Anteils an Netto an die Edeka-Gruppe. Darüber hinaus konnten die gegenseitigen Beteiligungen mit der Heinig Unternehmensgruppe neu geordnet werden. So hat Tengelmann zum Jahresende sämtliche Anteile an KiK erworben. Gleichzeitig wurden die Anteile an TEDi per 30. April 2021 komplett an die Heinig Gruppe verkauft.

„Trotz widriger Bedingungen können wir mit dem Geschäftsjahr 2020 noch zufrieden sein. Was auch daran lag, dass die erwarteten negativen Corona-Auswirkungen nicht in vollem Umfang eingetreten sind. Gleichwohl hat uns das Jahr darin bestätigt, wie wichtig die konsequente Reorganisation der Unternehmensgruppe war. Sie hat zu einer deutlich höheren Resilienz geführt“, stellt der alleinige geschäftsführende Gesellschafter Christian Haub mit Blick auf das abgelaufene Geschäftsjahr fest.

OBI

OBI profitierte im abgelaufenen Jahr von einer Sonderkonjunktur im Do-it-yourself-Bereich. Baumärkte waren in vielen Ländern, darunter Deutschland, weitgehend geöffnet oder trafen nach Wiedereröffnung auf eine gesteigerte Nachfrage seitens des gewerblichen und privaten Bereichs. Eine weitere Umsatzsteigerung um 6,8% auf 6,2 Mrd. Euro drückt das aus. Mit der größten Zahl an Märkten konnte OBI in Deutschland die Umsätze deutlich steigern. Des Weiteren trugen die Länder Österreich, Polen, Schweiz, Tschechien sowie Ungarn wesentlich zur positiven Umsatzentwicklung bei. OBI war 2020 in zwölf Ländern mit insgesamt 670 Märkten (Filial- und Franchisepartnermärkte) vertreten, davon 320 international. Auch 2020 konnte Obi ein deutlich positives Ergebnis erzielen.

Ausblick

Die COVID 19-Pandemie wird die Unternehmensgruppe Tengelmann im Geschäftsjahr 2021 absehbar nochmals stärker treffen als im zurückliegenden Geschäftsjahr. Ausschlaggebend sind die mehrmonatigen behördlich angeordneten Schließungen im ersten Halbjahr sowie die weiterhin anhaltende Unsicherheit, was den Impffortschritt und den Einfluss von Mutationen angeht. Die angepasste Planung geht im Bereich Handel, also bei OBI und Kik, von reduzierten Umsätzen aus. Nachholeffekte sind zwar zu erwarten, allerdings nur in geringerem Ausmaß. Insgesamt ist daher ein deutlicher Umsatzrückgang gegenüber dem Vorjahr zu erwarten. Und auch, wenn sich die konkreten Auswirkungen auf Ergebnis und Liquidität noch nicht vorhersehen lassen, muss von einer im Vergleich zum Vorjahr deutlichen Ergebnisbelastung ausgegangen werden.

„Gemeinsam mit unserem Holding-Team, den Geschäftsführungen und insbesondere den vielen tausend Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern ist es uns in den zurückliegenden 18 Monaten gelungen, die Unternehmensgruppe Tengelmann auf Kurs zu halten und unser strukturell grundsolides und erfolgreiches Unternehmen mit Augenmaß durch die aktuelle Krise zu steuern. Im Nachhinein wurden wir nochmals bestätigt, wie wichtig es war, die Unternehmensgruppe in den vergangenen Jahren auf neue Beine zu stellen und überfällige Veränderungen einzuleiten. Ohne diese Weichenstellungen wäre uns manches schwerer gefallen, und wir sind heute wesentlich robuster als noch vor einigen Monaten. Nicht zuletzt bin ich froh, dass wir nun auch auf der Gesellschafterseite zu gemeinsamen Lösungen gekommen sind, die dem Unternehmen und seinen vielen Tausend Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern Stabilität und Verlässlichkeit geben“, betont der allein geschäftsführende Gesellschafter Christian Haub.

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