BVEO: Zieht trotz Trockenheit positive Bilanz

Die deutschen Erzeugerorganisationen für Obst- und Gemüse zogen ein positives Fazit auf der FRUIT LOGISTICA 2019.

(v.l.) Dr. Hans-Dieter Stallknecht, Geschäftsführer Bundesausschuss Obst und Gemüse; Dr. Christian We-seloh, BVEO-Geschäftsführer; Johannes Bliestle, DRV-Fachausschussvorsitzender Obst und Gemüse; Christoph Hövelkamp, BVEO-Vorsitzender; Jens Stechmann, Vorsitzender Bundesfachgruppe Obstbau; Franz-Josef Holzenkamp, DRV-Präsident; Olaf Feuerborn, Präsident Bauernverband Sachsen-Anhalt e.V.; Dr. Henning Ehlers, DRV-Hauptgeschäftsführer. Bild: BVEO.

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In keiner anderen Halle war die deutsche Obst- und Gemüsewirtschaft so stark vertreten wie hier. Die „Deutschlandhalle“ präsentiert Jahr um Jahr die Vielfalt der heimischen Erzeugung vom Apfel über die Tomate bis hin zur Zwiebel. Alle bewährten Produkte als auch die Neuheiten stellten die deutschen Unternehmen aus und waren Gastgeber für Kunden und Besucher aus aller Welt. Auf den Verbandsveranstaltungen wie am Mittwoch, den 6. Februar der „German Fruit Traders Night“ als auch der „Blauen Stunde“ am Donnerstag den 7. Februar konnten zahlreiche Gäste aus Politik, Wirtschaft und befreundeten Institutionen empfangen werden.

Dabei prägte die Trockenheit des Jahres 2018 die hiesige Ernte

Obst:

Trotz der Witterungsbedingungen mit extremer Trockenheit im Jahr 2018 konnte im Obst- und Gemüsebau je nach Kultur dennoch in großen Teilen durchschnittliche Ernten erzielt werden. Nach einer schwachen Obsternte 2017/18 verhinderte die Dürre im Sommer 2018 eine Rekordproduktion, die Ernte 2018/19 in Deutschland ist mit knapp 1,5 Mio. Tonnen aber immer noch überdurchschnittlich. Der entsprechende Preisverfall führte hier zu Umsatzrückgängen auf Erzeugerebene. Insgesamt wird der Umsatz der in der AMI-Marktstatistik erfassten Erzeugermärkte in Deutschland bei Frischobst um knapp 10% sinken. Die Frischobstimporte dürften nach den bislang verfügbaren Zahlen 2018 deutlich gestiegen sein. Dafür verantwortlich sind unter anderem Wassermelonen, Strauchbeeren und Äpfel. Bei Äpfeln sind die Einfuhren von der Südhalbkugel kräftig (rund + 70%) gestiegen.

Gemüse:

Der Februar und März 2018 waren in Deutschland überdurchschnittlich kalt und nass, danach setzte ein langer Sommer mit hohen Temperaturen und einem kräftigen Niederschlagsdefizit ein. Während die satzweise gesäten/gepflanzten Kulturen zunächst noch reichlich waren, setzte Anfang Juli eine knappe Marktversorgung ein, die einen Preisanstieg verursachte. Frischgemüse kann zwar meist beregnet werden, die Beregnungskapazität der Betriebe reicht aber selten für eine vollständige Wasserversorgung der Kulturen aus. Bei den Winter- und Lagerkulturen mit langer Entwicklungszeit sind die Erträge dagegen durchweg niedrig. Dies wird durch höhere Preise jedoch meist überkompensiert. Die AMI schätzt die Gemüseernte 2018/19 insgesamt auf gut 3,6 Mio. Tonnen, das wären 10% weniger als im Vorjahr. Nach vorläufigen Einfuhrzahlen wird die Importmenge 2018 um einige Prozent sinken.

Kartoffeln:

Die Trockenheit des Sommers 2018 zeigt sich auch bei der Kartoffelernte. Hitze und Trockenheit in der Wachstumsphase prägte die Entwicklung der Kartoffelerträge stark. Nach Schätzungen des Sachverständigenausschusses von Bund und Ländern zur „Besonderen Ernte – und Qualitätsermittlung“ wird eine Gesamternte von 8,7 Mio.  Tonnen erreicht und somit rund 25% weniger als im Vorjahr. Auch der 5-Jahres-Mittelvergleich zeigt, dass in Deutschland etwa 21% weniger geerntet wurde.

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