Boden des Jahres 2022: Der Pelosol

Am 5. Dezember war „Weltbodentag“. Er wurde von der Internationalen Bodenkundlichen Union im Jahr 2002 ins Leben gerufen. Mit ihm soll die Bedeutung der natürlichen Ressource Boden gewürdigt und in der Öffentlichkeit für den Bodenschutz geworben werden.

Ein Pelosol auf Gipskeuper (Grabfeld-Formation) unter Grünland bei der Ortschaft Böhringen (nördlich von Rottweil). Foto: Regierungspräsidium Freiburg, Landesamt für Geologie, Rohstoffe und Bergbau.

Anfang Dezember fanden in Berlin mehrere Veranstaltungen anlässlich des „Weltbodentags“ statt. In einer weiteren Festveranstaltung wurde der „Boden des Jahres 2022“ gewürdigt. Es ist der Pelosol. Pelosole haben im Naturhaushalt eine wichtige Schutz- und Filterfunktion für das Grundwasser, weil sie Nähr- und Schadstoffe in großem Ausmaß binden können. Pelosole bestehen zu mehr als 45% aus Ton (pelos stammt aus dem Griechischen und bedeutet Ton, solum bedeutet auf lateinisch Boden). Pelosole werden deswegen auch „Schwere Böden“ genannt, im Gegensatz dazu bezeichnet man Sandböden als leichte Böden.

Pelosole sind Böden aus tonreichen Ausgangsgesteinen (Sedimenten) wie zum Beispiel Tonmergel, sie sind die Endstufe der Bodenentwicklung auf Tonstein. Die Bodenart ist toniger Lehm und Ton. Durch den hohen Tonanteil kommt es je nach Feuchtigkeit oder Trockenphase zur Quellung oder Schrumpfung im Jahresverlauf. In niederschlagreichen Jahreszeiten lässt sich der Pelosol quasi „volllaufen“. In dem wassergesättigten Boden ist dann kaum mehr Platz für Luft. Umgekehrt wird es in Dürrezeiten für die Pflanzen, die im Pelosol wachsen, schnell problematisch mit dem Wasser: Zwar ist in den Porenräumen am Anfang theoretisch noch genügend Wasser, doch es ist fest gebunden und viele Pflanzen kommen nicht an das Wasser. Hat ein Pelosol erst mal die ersten Schrumpfrisse, kommt es schnell zur Austrocknung.

Tonböden sind zwar sehr nährstoffreich, aber in der Bearbeitung nicht ganz einfach, da sie nur gepflügt oder gelockert werden sollten, wenn sie weder zu nass noch zu trocken sind. Bei Landwirten werden diese Böden deswegen auch als „Minutenböden“ genannt. In der Landwirtschaft findet man Pelosole im Ackerbau, oft aber auch als Grünland, Obstwiese oder Wald. In letzterem ist es wichtig, dass die Bäume möglichst tief wurzeln, um Wasser auch aus tieferen Bodenschichten erschließen zu können. (Quelle: iva.de/IVA-Magazin)

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Boden des Jahres 2022: Der Pelosol

Am 5. Dezember war „Weltbodentag“. Er wurde von der Internationalen Bodenkundlichen Union im Jahr 2002 ins Leben gerufen. Mit ihm soll die Bedeutung der natürlichen Ressource Boden gewürdigt und in der Öffentlichkeit für den Bodenschutz geworben werden.

Ein Pelosol auf Gipskeuper (Grabfeld-Formation) unter Grünland bei der Ortschaft Böhringen (nördlich von Rottweil). Foto: Regierungspräsidium Freiburg, Landesamt für Geologie, Rohstoffe und Bergbau.

Anfang Dezember fanden in Berlin mehrere Veranstaltungen anlässlich des „Weltbodentags“ statt. In einer weiteren Festveranstaltung wurde der „Boden des Jahres 2022“ gewürdigt. Es ist der Pelosol. Pelosole haben im Naturhaushalt eine wichtige Schutz- und Filterfunktion für das Grundwasser, weil sie Nähr- und Schadstoffe in großem Ausmaß binden können. Pelosole bestehen zu mehr als 45% aus Ton (pelos stammt aus dem Griechischen und bedeutet Ton, solum bedeutet auf lateinisch Boden). Pelosole werden deswegen auch „Schwere Böden“ genannt, im Gegensatz dazu bezeichnet man Sandböden als leichte Böden.

Pelosole sind Böden aus tonreichen Ausgangsgesteinen (Sedimenten) wie zum Beispiel Tonmergel, sie sind die Endstufe der Bodenentwicklung auf Tonstein. Die Bodenart ist toniger Lehm und Ton. Durch den hohen Tonanteil kommt es je nach Feuchtigkeit oder Trockenphase zur Quellung oder Schrumpfung im Jahresverlauf. In niederschlagreichen Jahreszeiten lässt sich der Pelosol quasi „volllaufen“. In dem wassergesättigten Boden ist dann kaum mehr Platz für Luft. Umgekehrt wird es in Dürrezeiten für die Pflanzen, die im Pelosol wachsen, schnell problematisch mit dem Wasser: Zwar ist in den Porenräumen am Anfang theoretisch noch genügend Wasser, doch es ist fest gebunden und viele Pflanzen kommen nicht an das Wasser. Hat ein Pelosol erst mal die ersten Schrumpfrisse, kommt es schnell zur Austrocknung.

Tonböden sind zwar sehr nährstoffreich, aber in der Bearbeitung nicht ganz einfach, da sie nur gepflügt oder gelockert werden sollten, wenn sie weder zu nass noch zu trocken sind. Bei Landwirten werden diese Böden deswegen auch als „Minutenböden“ genannt. In der Landwirtschaft findet man Pelosole im Ackerbau, oft aber auch als Grünland, Obstwiese oder Wald. In letzterem ist es wichtig, dass die Bäume möglichst tief wurzeln, um Wasser auch aus tieferen Bodenschichten erschließen zu können. (Quelle: iva.de/IVA-Magazin)

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