Nordmanntanne: Wissenswertes rund um den Weihnachtsbaum

Trotz ihres Namens stammt die Nordmanntanne nicht aus Skandinavien, sondern aus dem Kaukasus.

Die gleichmäßig gewachsenen Äste mit ihren dunkelgrünen Nadeln prägen das Erscheinungsbild der Nordmanntanne. Bild: VNWB.

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Warum ist die Nordmanntanne bei uns als Weihnachtsbaum so populär? Darauf weiß der Verband natürlicher Weihnachtsbaum e.V. gleich mehrere Antworten. „Bei uns ist die Nordmanntanne vor allem deshalb populär, weil sie sehr gleichmäßig wächst und die für einen Weihnachtsbaum besonders gefragte Dichte an Ästen aufweist. Ihr besonderes Merkmal ist aber die lange Haltbarkeit, sie verliert selbst nach mehreren Wochen in beheizten Räumen nur wenige Nadeln,“ sagt Benedikt Schneebecke, Verbandsvorsitzender und selbst Erzeuger. Die robust gewachsenen Zweige der Nordmanntanne können auch schweren Baumschmuck tragen. Diese Qualitäten haben ihren Preis, denn sie ist etwas teurer als andere Weihnachtsbaumsorten. Doch das hält Millionen von Deutschen nicht ab, sich Jahr für Jahr für die Qualität der Nordmanntanne zu entscheiden.

Im Kaukasus heimisch, nach Alexander von Nordmann benannt

Die Heimat der Nordmanntannen sind vor allem die Berge entlang der georgischen Schwarzmeerküste, insbesondere der Große und Kleine Kaukasus. Dort kommt sie in kühl-feuchten Höhen zwischen 900 und 2.500 Metern vor. Kleinere Bestände gibt es auch weiter südlich in der nordöstlichen Türkei. Überall dort wächst sie in teilweise noch urwaldartigen Wäldern zusammen mit unter anderem Kaukasusfichten, Orientalischen Buchen und Rhododendren. Im Kleinen Kaukasus, nordöstlich der georgischen Stadt Borjomi, wurde sie im Jahre 1842 erstmals in der Natur durch einen europäischen Wissenschaftler (wieder-) entdeckt. Es handelte sich um den finnischen Biologen Alexander von Nordmann (1803–1866), dem der Baum deshalb auch seinen Namen verdankt. Wissenschaftlich beschrieben wurde die Nordmanntanne aber bereits einige Jahre früher (1838) durch den Botaniker Christian von Steven.

Aus der georgischen Region Racha am Südabhang des Großen Kaukasus stammt der überwiegende Teil der Samen für die in Europa angebauten Nordmanntannen. Die traditionelle herbstliche Ernte der Zapfen in luftiger Höhe erfordert großes Können. Die Einführung von modernen Sicherheitsausrüstungen gewährleistet heute die Arbeitssicherheit der lokalen Pflücker.

Biologische Fakten

Nach West- und Mitteleuropa kam die Nordmanntanne noch vor ihrer wissenschaftlichen „Entdeckung“ in ihrer Heimatregion. Bereits in den 1820er-Jahren war sie in England ein populärer Zierbaum in privaten Gärten sowie in adligen und großbürgerlichen Parkanlagen. Wichtigster Produzent in der heutigen Zeit ist nach Angaben des Verbands natürlicher Weihnachtsbaum e.V. Dänemark mit rund 4.000 Betrieben und einem Bestand von gut 100 Millionen Nordmanntannen, von denen jährlich etwa fünf Mio. exportiert werden.

Die immergrüne Nordmanntanne besitzt einen mächtigen, geraden Stamm, der Wuchshöhen von bis zu 60 Metern und einen Durchmesser von bis zu zwei Metern erreichen kann. Das Höchstalter der Tanne kann rund 500 Jahre betragen. Die mit zahlreichen Ästen ausgestattete Baumkrone ist pyramidenförmig ausgebildet und reicht bis auf halbe Baumhöhe herab. Die Tanne bildet drei bis vier Millimeter lange, dunkel- bis rotbraun gefärbte, länglich-eiförmige Knospen aus, die harzfrei sind. Sie stehen meist einzeln, können sich aber auch zu zweit oder zu dritt an den Triebspitzen befinden. Die Nordmann-Tanne besitzt starre, aber nicht stechende Nadeln, die 10 bis 30 Millimeter lang und zwei bis drei Millimeter breit sind. Diese sind auf der oberen Seite glänzend dunkelgrün, auf der Unterseite dagegen hellgrün mit zwei auffälligen weißen Streifen. (VNWB)

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