Nordmanntannen in der Anzucht

Mit dem Beginn der Adventszeit startet vielerorts der Verkauf von Weihnachtsbäumen. Mit circa 80% Marktanteil und jährlich mehr als 28 Mio. verkauften Bäumen ist die Nordmanntanne der beliebteste Weihnachtsbaum in Deutschland.

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Mit dem Beginn der Adventszeit startet vielerorts der Verkauf von Weihnachtsbäumen. Mit circa 80% Marktanteil und jährlich mehr als 28 Mio. verkauften Bäumen ist die Nordmanntanne der beliebteste Weihnachtsbaum in Deutschland. Zu diesem Anlass klärten Dr. Frank Schoppa, Geschäftsführer des Landesverbandes Schleswig-Holstein im Bund deutscher Baumschulen (BdB) e.V., Alain Paul, Geschäftsführer des Verbandes deutscher Forstbaumschulen (VDF) e.V. zusammen mit Henning Pein, Inhaber der gleichnamigen Baumschule in Appen, die Medien auf, welche Produktionsprozesse hinter einer mannshohen 12-jährigen Nordmanntanne stecken, die in diesem Jahr zwischen 19 und 21 Euro den Meter kosten wird.

Damit sich der Kunde an einem wohlgeformten Baum erfreuen kann kommt es schon auf die Herkunft des Saatgutes an. Pein ist es gelungen, durch jahrelange Zusammenarbeit zwischen Forschung und betrieblicher Praxis, genetisch kontrolliertes Saatgut von Nordmanntannen aus den Herkunftsgebieten der Nordmanntannen, dem Kaukasus, zu gewinnen. Henning Pein: „Die Gene machen den Unterschied und entscheiden bei optimaler Kulturführung, ob die Ausbeuten bei 80 Prozent oder nur zwischen 40 und 60% liegen. Die Saat definiert die Eigenschaften der Pflanzen wie Größe und Wuchs.“ Schoppa: „Das ist ein Erfolg für die ganze Branche, denn wird der Erfolg auch wirtschaftlich messbar, ziehen viele Baumschulen nach. So hat der Anbau von Weihnachtsbaumjungpflanzen in den letzten zehn Jahren für viele Forstbaumschulen im Anbaugebiet Schleswig-Holstein wieder eine höhere Bedeutung. Baumschuler wie Henning Pein sind federführend daran beteiligt und tragen damit zum Erfolg eines ganzen Anbaugebietes bei.“

Um überhaupt ernten zu können, müssen Lizenzen vom georgischen Staat ersteigert werden, aktuell für 10 Jahre. Fast 40% der Weihnachtsbäume die aus Deutschland kommen, gehen auf die Samen von Pein aus Georgien zurück. Er selbst produziert jährlich über 2 Mio. Jungpflanzen. Als 3- oder 4jährige Pflanze wird die Tanne an Weihnachtsbaumproduzenten weiter verkauft.

Alain Paul: „Mehr als ein Drittel unserer Mitglieder hat in Anzucht, Produktion, Handel oder ähnlicher Weise mit Weihnachtsbäumen zu tun. Somit ist der Weihnachtsbaum von Qualität Bestandteil des Marketing-Mix der Familienbetriebe im VDF e.V.“.

Pein verwies ebenfalls auf die positiven Umweltaspekte der nachhaltigen Weihnachtsbaumproduktion: Auf forstwirtschaftlich genutzten Flächen wird durch den konzentrierten Anbau von Biomasse eine hohe Menge an Kohlendioxid und Feinstäuben gebunden. Diese Luft reinigende Wirkung ist nicht zu vernachlässigen. Laut wissenschaftlichen Berechnungen können bei optimalem Anbau auf einer Fläche von 25.000 Hektar bis zu 357.000 Tonnen Kohlendioxid aus der Atmosphäre gebunden werden.

Um dem Verbraucher alle Attribute der hiesig angebotenen Weihnachtsbäume mit auf den Weg zu geben, gibt es das norddeutsche Herkunftssiegel, „Der Norddeutsche“. Das regionale Qualitätssiegel, das 220 Weihnachtsbaumproduzenten aus Schleswig-Holstein und Niedersachsen vermarkten steht für regionale Nähe, kurze Transportwege, damit Frische sowie umweltverträgliche Kultur- und Pflegemaßnahmen.

Im Raum Pinneberg konzentriert sich der Anbau von Forstgehölzen. 69 Forstbaumschulen bewirtschaften 694 Hektar (Landesweit sind es 80 Forstbaumschulen mit einer Fläche von 753 Hektar). Aktuell werden rund 17 Mio. Jungpflanzen in Schleswig-Holstein für Weihnachtsbaumproduzenten in Deutschland und Europa, meist für land- und forstwirtschaftliche Betriebe, bereitgestellt. Das sind bereits fast 80 Prozent des inländischen Bedarfs an Jungpflanzen. Circa 30% der Nordmanntannen werden aus Dänemark importiert.

Ein positiver Kreislauf für die Umwelt ist auch die Entsorgung der Bäume nach dem Fest. Vielerorts werden die Bäume geschreddert werden als Mulchmaterial oder Energieträger verwendet.

Die Nordmanntanne, botanisch „Abies nordmanniana“, entwickelt sich seit rund sieben Jahren zum Trendbaum der Deutschen. Zehn bis zwölf Jahre benötigt eine mannshohe Nordmanntanne bis sie zum Weihnachtsfest geschmückt werden kann. Das Herkunftsgebiet ist der Kaukasus, wo sie 1836 vom finnischen Botaniker Nordmann entdeckt und benannt wurde. Weiche, glänzend-tiefgrüne nicht stechende Nadeln sowie eine gleichmäßige Wuchsform mit extremer Nadelfestigkeit zeichnen diese Baumart aus. (bdb sh)

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