IGW: Wachswetter beschert schöne Weihnachtsbäume

Die Interessengemeinschaft der Jungweihnachtsbaumanbauer meldet, dass hohe Gestehungskosten und Corona-Sorgen den Ausblick der Anbauer auf die Saison 2021 trüben.

Die IGW ist ein Verband, der sich für den gesunden Weihnachtsbaum aus der Region einsetzt. Bild: GABOT.

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Schöne Weihnachtsbäume in sämtlichen Regionen Deutschlands und Österreichs verspricht Peter Geiß, der Vorsitzende der Interessengemeinschaft der Jungweihnachtsbaumanbauer (IGW). Die Preise allerdings dürften aufgrund der allgemeinen Teuerungsrate etwas steigen. Dies schließt der Funktionär aus Gesprächen mit seinen Kollegen. In der IGW sind knapp 70 Familienbetriebe organisiert.

Im vergangenen Jahr hatten die Weihnachbaumanbauer Preissteigerungen weitgehend vermieden, aus Solidarität mit der durch die Corona-Pandemie von Einkommenseinbußen betroffenen Bevölkerung. Dies sei nun nicht mehr möglich, sagt Peter Geiß, der in Peiting (Oberbayern) selbst Bäume anbaut. Als Beispiele nennt er den Kraftstoffpreis für seinen Maschinenpark, der sich um 50 Cent je Liter Sprit verteuert habe, sowie die um 20 bis 25 % gestiegenen Kosten für das Einnetzen der Bäume. Diese und andere, teils erheblichen Mehrkosten wenigstens in gewissem Maß weiterzugeben, sei unvermeidlich.

Im Rückblick auf den Jahresverlauf stellt Peter Geiß fest, die Mehrheit der Anbauer habe sich über das feuchte „Wachswetter“ 2021 freuen können – einige jedoch seien von Winter- und Spätfrösten sowie schweren Hagelereignissen getroffen worden: „Wenn der Terminaltrieb (die Spitze) abgeschlagen wurde, ist der Baum verloren.“ Dadurch und auch durch die gute Nachfrage im vergangenen Jahr würden die Weihnachtsbäume etwas knapper, vor allem im Sortiment über zwei Meter Größe.

Die erhöhte private Nachfrage im Vorjahr erklärt der IGW-Vorsitzendende damit, dass viele, die üblicherweise über Weihnachten verreisen, wegen Corona die Feiertage zuhause verbracht und ihr Heim geschmückt hätten. Ob dies auch im kommenden Dezember wieder so sein wird, zieht Peter Geiß in Zweifel. Auch müsse sich noch erweisen, ob der Trend zum Zweit- und sogar Drittbaum etwa für das Kinderzimmer, den Wohnungsflur oder den Vorgarten anhält. Daher rät er den Weihnachtsbaumanbauern, sich beim Einschlag eher an den Zahlen von 2019 statt 2020 zu orientieren.

Festzustellen sei jedoch wiederum wie im vergangenen Jahr eine frühe und starke Nachfrage der Wiederverkäufer; die Bestellungen lägen zum Teil um ein Drittel über den Ordern von 2019, berichtet Geiß und sagt: „Das stimmt uns Anbauer natürlich froh, aber ob der Kunde das Angebot auch annimmt?“ Dennoch: „Wir sehen optimistisch in die Zukunft.“

Die große Unbekannte in der Rechnung bleibt die Corona-Lage. Wegen des Lockdowns vor einem Jahr brachen den Weihnachtsbaumanbauern die Weihnachtsmärkte und das Gastgewerbe als Kunden weg. Peter Geiß rechnet zwar nicht mit einem erneuten Lockdown, doch seien bereits einige Weihnachtsmärkte wegen der zu erwartenden Auflagen abgesagt worden. Die IGW-Mitglieder selbst stehen beim Hofverkauf und an ihren Verkaufsständen für den Corona-Schutz ein, betont Geiß und appelliert schon jetzt an die Besucher der Weihnachtsmärkte, auf die Einhaltung der Hygiene- und Abstandsregeln zu achten.

Die IGW ist ein Verband, der sich für den gesunden Weihnachtsbaum aus der Region einsetzt. Es sollen ausreichend Bäume – frisch und ohne lange Transportwege bzw. zum Selbstschlagen – in der Heimat zur Verfügung stehen. In Deutschland werden nach Schätzungen alljährlich bis zu 25 Mio. Bäume für das Fest benötigt, in Österreich nach Angaben der Arbeitsgemeinschaft der österreichischen Christbaumproduzenten 2,6 Mio. Die beliebteste Baumart ist mit weitem Abstand die Nordmanntanne; ihr Anteil liegt bei 80%. (IGW)

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