BVL: Technische Potentiale nutzen, Bürokratie abbauen

Der von Kommissionspräsidentin von der Leyen nun auch offiziell vollzogene Schlussstrich unter die SUR wirft die Frage auf, wie es mit einer generellen Strategie zur Reduktion des Einsatzes von Pflanzenschutzmitteln weitergehen soll.

"Das Scheitern der SUR muss als Chance gesehen werden", sagt Detlef Kurreck, Vizepräsident des Deutschen Bauernverbandes (DBV).

Anzeige

Einen ersten Aufschlag macht nun der Deutsche Bauernverband (DBV) zusammen mit dem Industrieverband Agrar (IVA) und dem Verband der Maschinen- und Anlagenbauer (VDMA). In einem gemeinsamen Papier weisen die Verbände auf technische und administrative Möglichkeiten hin, den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln zügig, intelligent und ohne weitere Verschärfungen im Ordnungsrecht zu reduzieren. Digitale Präzisionslandwirtschaft, verbunden mit Teilflächen-, Band- und Spotanwendung im Pflanzenschutz, oder eine effizientere Düngemittelausbringung leisten wesentliche Beiträge zur Erfüllung der Reduktionsziele. Außerdem können neue Düngeprodukte, alternative, biologische Pflanzenschutzmittel und Pflanzenzüchtung ergänzend unterstützen. Die politisch formulierten Reduktionsziele von Pflanzenschutzmitteln und Dünger müssen aber mit Qualitäts- und Ertragsanforderungen des Marktes und den lokalen Bedingungen vereinbar bleiben.

Notwendig hierfür sind nach Aussage der Verbände zum Beispiel die Bereitstellung staatlicher Daten und Informationen (z. B. Hangneigungskarten, Wetterdaten, Grenzen von Gewässern, Wasserschutz- und Naturschutzgebieten sowie Drainagen und Grundwasserflurabständen) durch die zuständigen Behörden der Bundesländer. Durch den Ausbau von qualifizierter Beratung muss Wissen schneller in die Praxis transferiert werden als durch die Aufnahme in aktuelle Lehrpläne der Ausbildung/Lehre. Die Industrie ihrerseits ist bereit, Verbesserung der durchgängigen, systemübergreifenden Digitalisierung und des interoperablen Datenmanagements durch „AgIN", der Verknüpfung verschiedenster Cloudanwendungen beizusteuern, ebenso wie eine Vereinfachung der Anwendung und Dokumentation durch „Digital Label Compliance", also eine Bereitstellung von maschinenlesbaren Anwendungsanleitungen im Pflanzenschutz. Dazu Detlef Kurreck, Vizepräsident des Deutschen Bauernverbandes (DBV): „Das Scheitern der SUR muss als Chance gesehen werden, bei der Frage der Reduktionsziele zu einer faktenbasierten Diskussion zurückzukehren. Bauern sind grundsätzlich innovativ und bereit, Zukunft zu gestalten, deshalb muss jetzt Kooperation statt Ordnungsrecht die Devise sein." (BVL)

Neuen Kommentar schreiben

Kommentare (0)

Bisher sind keine Kommentare zu diesem Artikel erstellt worden.