BuGG: 150 Teilnehmer beim 16. BuGG-Gründachsymposium

Das 16. BuGG-Gründachsymposium in Ditzingen bei Stuttgart ging mit 12 Fachvorträgen auf Neuigkeiten, Trends und besondere Themen des Dachbegrünungsmarktes und der angrenzenden Gewerke ein.

Die Referenten des 16. BuGG-Gründachsymposiums 2019 (v.l.n.r): Dr. Gunter Mann (BuGG-Präsident), Susanne Herfort, Marco Schmidt, Birgitta Hörnschemeyer, Daniel Kaiser, Brigitte Reichmann, Christian Raichle, Lara-Maria Mohr, Ralf Farnbacher, Erich Steiner, Christopher Hanuss, Reto Weiss, Daniel Westerholt, Prof. Gilbert Lösken. Bild: BuGG.

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Das 16. BuGG-Gründachsymposium war mit fast 150 Teilnehmern wieder sehr gut besucht. Es wurde auch seiner Rolle als „DER Branchentreff“ gerecht wie die vielen Gespräche in den Pausen, vor und nach dem Symposium gezeigt haben.

Im Anschluss an die Begrüßung durch den BuGG-Präsidenten Dr. Gunter Mann und dem Bürgermeister der Stadt Ditzingen, Ulrich Bahmer, wurde die Vortragsreihe mit Brigitte Reichmann von der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Wohnen des Landes Berlin eröffnet. Sie berichtete in ihrer Präsentation über die Wichtigkeit der Bauwerksbegrünung und Regenwasserbewirtschaftung in der Umsetzung ökologischer Gesamtkonzepte. Dabei stellte sie eine Vielzahl von bereits realisierten und noch zu umzusetzenden Maßnahmen in Berlin vor.

Angeknüpft daran informierte Lara-Maria Mohr vom Umweltamt Frankfurt a.M. wie ihre Stadt zukünftig Gebäudebegrünung fördern möchte. Frankfurt hat dafür ein neues Programm ausgerufen, das bis 2021 jedes Jahr 2 Mio. Euro an verschiedene Projekte zur Klimaanpassung fördert. Hauptaugenmerk liegt dabei auf der Begrünung, d.h. Dach-, Fassaden- und Hofbegrünung.

Prof. Dr. Christian Küpfer stellte ein Konzept zur Ökopunktebewertung von Gründächern vor. Das Bewertungssystem kann helfen, die Kosten für Gründächer deutlich zu reduzieren. Abhängig vom gewählten Dachbegrünungsaufbau wurden die Ökopunkte aufgezeigt. Durch zusätzliche Biodiversitätsbausteine kann die Anzahl der Ökopunkte erhöht werden. Im Idealfall sind somit Zuschüsse von bis zu 25% möglich.

Das Thema „Pflege“ ist bei Gründächern von hoher Bedeutung, wird jedoch immer wieder unterschätzt. Susanne Herfort berichtete in ihrem Vortrag über ihre Erfahrungen zur Pflege und Wartung von extensiven Dachbegrünungen und den damit verbundenen positiven Effekten auf die Umwelt, die sie während eines Forschungsprojektes gemacht hat. Vor allem beleuchtete sie Mängel bei der Pflege und Wartung und wie diese umgangen werden können.

Da bei der Abnahme immer wieder Diskussionen um den Deckungsgrad eines Gründaches auftreten, hat Professor Gilbert Lösken zusammen mit Daniel Westerhold ein neues Verfahren zur Bestimmung des Deckungsgrades von Extensivbegrünungen entwickelt. Mit dem entwickelten System kann sehr einfach und schnell herausgefunden werden wie die prozentual Bodendeckung ist.

Marco Schmidt von der TU Berlin stellte in seinem Vortrag seine Forschungsergebnisse zur Verdunstungs- und Kühlleistung von Bauwerksbegrünungen vor. Er hob auch die Kombination von Photovoltaik mit Gebäudebegrünung hervor und wie sich beide Systeme zusammen positiv ergänzen können.

Nach der Mittagspause eröffnete Birgitta Hörnschemeyer (FH Münster) die zweite Vortragsreihe mit der Präsentation eines entwickelten Wasserbilanzmodells und dessen Umsetzung bei Gründächern. Mit Hilfe des Modells sollen möglichst genaue Aussagen zum Wasserhaushalt für Dachbegrünungen getroffen werden.

Was Dachbegrünungen in Sachen Kühlung leisten können, veranschaulichte Daniel Kaiser, Hochschule Neubrandenburg, in seinem Vortrag „Bewässerungsstrategien für Dachbegrünungen“. Über zwei Jahre beobachtet er innerhalb eines Forschungsprojektes das Abflussverhalten verschiedener Gründächer und die Verdunstungsmenge und Kühlleistung unterschiedlicher Dachbegrünungsaufbauten. Beispielsweise ist schon ein 10 cm hohes Gründach ist in der Lage bis zu 2 l/m² täglich zu verdunsten. Bei einem Gründach mit 16 cm Substrat beträgt die Verdunstungsleistung schon 4,5 l/m². Zum Vergleich, ein Kiesdach mit gleicher Höhe weist nur eine Verdunstungsleistung von 0,25 l/m² am Tag auf.

Christian Raichle und Ralf Farnbacher von der Firma Hauke Erden GmbH präsentierten ihr System zur Wiederverwertung schon verwendeten Substrates. Dieses wird zunächst gewaschen und in mineralische und organische Anteile getrennt. Die Organik wird anschließend kompostiert und wieder mit dem mineralischen Anteil zu einem neuen, recycelten Substrat gemischt.

Flugroboter und Drohnen bieten neue Möglichkeiten bei der Betrachtung und Beurteilung von Bauwerksbegrünungen. Wie das funktioniert veranschaulichten Erich Steiner (Geschäftsführer Schweizer Fachvereinigung Gebäudebegrünung und Reto Weiss (FH Thun) in ihrem Vortrag. Durch den Einsatz spezieller Kameras und Sensoren können so beispielsweise die Pflanzenvitalität, die Bodenfeuchte oder Deckungsgrade gemessen werden.

Als letzter Referent brachte Christopher Hanuss die Teilnehmer mit einem außergewöhnlichen Projekt ins Staunen. Das „Schafsdach“ in München ist ganz besonderes Projekt. Seit 2017 lebt auf dem Gründach eine kleine Schafherde und begeistert sowohl klein wie große Besucher. Um Kindern die Nähe zur Natur und den Umgang mit dieser beizubringen, ist das Dach gleichzeitig eine Bildungsstätte.

Eine große Anzahl an Verbänden, BuGG-Mitgliedern und Verlagen haben das Gründachsymposium unterstützt: Deutsche Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen e.V. (DGNB), Schweizerische Fachvereinigung Gebäudebegrünung e.V. (SFG), Bundesverband Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau e.V. (BGL), Bund Deutscher Landschaftsarchitekten e.V. (BDLA), Optigrün, Bauder, Zinco, dani alu, Patzer Verlag, Taspo Garten Design, Vulkatec, VitaForst, ILD, Grünbau Berlin, Diadem APP, 6 fürs Grün, Garten Moser, Jackon, HanseGrand, Novihum, FDT Flachdach Technologie, Foamglas.

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