Schweizer Kirschen: Große Ernte erwartet

Bald gibt es wieder Schweizer Kirschen. Die Obstbauern rechnen mit der drittgrößten Ernte seit 2000.

Anders als Äpfel gibt es Kirschen aus Schweizer Anbau nur während rund acht bis zehn Wochen im Jahr zu kaufen. Bild: Käthi Imboden/landwirtschaft.ch.

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Die Erleichterung war Hansruedi Wirz anzumerken. Der Obstbauer und Präsident des Produktezentrums Kirschen/Zwetschgen von SOV und Swisscofel hatte an der Breitenhoftagung, dem Steinobst-Branchentreff, gute Nachrichten für seine Berufskollegen: Nach dem Frostjahr 2017 mit mageren Erträgen stehe heuer eine Großernte bevor, freute sich Wirz.

Optimale Bedingungen

Wirz sprach von einem wunderbaren Blühet. In allen Anbaugebieten der Schweiz habe sich die Landschaft im April in große blühende Gärten verwandelt. Die Natur meinte es in diesem Jahr gut mit den Obstbauern: Frost und nasskalte Tage blieben aus, stattdessen herrschten im Frühling bereits sommerlich-warme Temperaturen. Die Bäume hätten sich bei idealen Bedingungen gut entwickeln können, betonte Wirz. Der Behang sei in allen Regionen und bei allen Sorten gut.

Die Branche rechnet mit rund 3.000 t Tafelkirschen. Das sind doppelt so viele wie im letzten Jahr, das stark vom Frost geprägt war. Es könnte heute gar die drittgrößte Ernte seit 2000 werden. Die ersten Kirschen kommen bereits in wenigen Tagen auf den Markt, die Haupternte findet zwischen dem 25. Juni und 21. Juli statt.

Die Kirschenanbaufläche hat in den letzten Jahren zugenommen, seit 2005 um rund 30% auf knapp 600 Hektaren. Laut Wirz ist das Produktionspotenzial auf über 3.000 t angestiegen. "Diese Menge zu vermarkten ist eine Herausforderung", betont der Obstbauer aus Reigoldswil BL. Eine Absatzsteigerung sei schwierig, zumal im Sommer die Obstpalette groß und damit die Konkurrenz stark sei. Hinzu komme, dass das Preisniveau bei Import-Früchten in den letzten Jahren gesunken sei, gibt Obstbauer Wirz zu bedenken.

Mehr Werbung, bessere Qualität

Um den Konsum anzukurbeln, will die Obstbranche künftig vermehrt für Kirschen werben. Zum Beispiel mit der Schweizer Meisterschaft im Kirschensteinspucken, die am 5. Juli im Bahnhof Luzern stattfindet. Ansetzen will die Branche zudem bei der Qualität, ein wichtiger Hebel, um bei den Konsumenten zu punkten. Die Qualität der Kirschen sei wichtiger als möglichst hohe Hektarenerträge, mahnte Wirz. (Quelle: LID)

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