Royal FloraHolland: Pflicht zur Umweltzertifizierung

Das Ziel ist es, den Marktplatz von Royal FloraHolland nachhaltig und damit zukunftssicher zu machen. Aus diesem Grund gilt ab dem 1. Januar 2022 die Pflicht zur Umweltzertifizierung.

Bianca und ihrem Bruder Danny van Eijk von der Agapanthus-Gärtnerei Eyco. Bild: Royal FloraHolland.

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Mit der Vorgabe der Umweltzertifizierung geht jeder Gärtner anders um. Während die einen noch ganz am Anfang des Zertifizierungsprozesses stehen, ist er für andere schon erledigt. Royal FloraHolland freut sich, diese Geschichten zu teilen. Dieses Mal kommt Bianca van Eijk von der Agapanthus-Gärtnerei Eyco zu Wort. Sie führt zwar seit Jahren ein Umweltzertifikat, hat jetzt aber dennoch ein Problem.

Für den Betrieb Eyco, der sich im niederländischen Pijnacker und in Portugal auf der Anbau von Agapanthus spezialisiert hat, ist das Umweltzertifikat nichts Neues. Er ist bereits seit 2007 nach MPS-ABC-zertifiziert, A+. Für Bianca van Eijk, Mitinhaberin von Eyco, ist es ganz normal, dass sie jeden Monat den Verbrauch an Wasser, Energie, Dünger und Pflanzenschutzmitteln erfasst. Cor van Eijk, der Vater von Bianca und ihrem Bruder Danny, gründete den Betrieb in den 1990er Jahren, damals noch an einem anderen Standort. Als Unternehmer achtete er schon damals auf den Energie- und Wasserverbrauch und erfasste die verwendeten Mengen an Dünger und Pflanzenschutzmitteln. Bianca: "Man behält doch die Kosten im Blick und arbeitet möglichst effektiv, und als Naturfreund achtet man automatisch darauf, dass man keine umweltschädlichen Mittel verwendet. Heutzutage steht das Thema Nachhaltigkeit natürlich viel stärker im Mittelpunkt. Man liest mehr darüber, spricht mit anderen Gärtnern darüber und bekommt dadurch auch mehr Tipps und Ideen. Das ist zweifellos eine gute Sache."

Selbst Lösungen suchen

Der Gartenbaubetrieb in Pijnacker ist in einem modernen Gewächshaus untergebracht und der Anbau erfolgt nicht in Töpfen, sondern direkt in der Erde. Nachhaltigkeit sei ein komplexes Thema, so Bianca van Eijk. "Wir sind ein kleiner Gartenbaubetrieb. Wir verwenden relativ wenig Energie und das nicht ganzjährig. Viele große Nachhaltigkeitsprojekte, wie Erdwärme, Sonnenkollektoren und Windenergie sind für uns nicht interessant. Das sind enorme Investitionen, die sich für uns niemals amortisieren würden. Deshalb suchen wir nach anderen Wegen, um möglichst nachhaltig zu arbeiten. Die Registrierung in MPS bietet dafür einen guten Einblick. Wir arbeiten ohnehin nach Möglichkeit nur mit biologischem Pflanzenschutz und versuchen den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln zu minimieren. Darüber hinaus schauen wir uns auch andere Anbautechniken an, die weniger Wasser verbrauchen. So versuchen wir uns in Sachen Nachhaltigkeit immer wieder weiterzuentwickeln. Auch kleine Veränderungen bringen schon was und wir suchen selbst nach Lösungen."

Mit wenigen Klicks fertig

Jedes Quartal erhält Eyco ein neues Zertifikat und einen Bericht mit einer Übersicht und Grafiken zum Verbrauch. "Je öfter man mit diesem System arbeitet, umso einfacher wird es. Ich bin schon nach wenigen Klicks fertig. Aber ich kann mir vorstellen, dass es Menschen, die im Umgang mit dem Internet und mit diversen Systemen weniger Erfahrung haben, zunächst Schwierigkeiten bereitet. Für meinen Vater ist es auch schwieriger. Aber lasst euch dadurch nicht davon abhalten. Ich sage immer: Niemand weiß, was er kann, bevor er es nicht versucht hat. Und ja, natürlich muss man den Verbrauch erfassen. Aber daraus kann man auch interessante Schlüsse ziehen. Nimm dir deine Unterlagen und arbeite sie einmal in Ruhe durch. Wir brauchen dafür nur eine Stunde pro Monat."

Mehr Auswahl

Alles bestens, also? Die Umweltzertifizierung läuft wie geschmiert? Ja und Nein. Bei der Gründung von Eyco im Jahr 2007 gab es noch keine Auswahl. MPS war der einzige Anbieter von Umweltzertifikaten. "Was das betrifft, bin ich sehr froh, das sich Royal FloraHolland um einen weiteren Anbieter gekümmert hat. Mehr Auswahl und somit kein Monopol für MPS. Das zwingt sie, preislich günstig zu bleiben." Das ist richtig: Alle Gärtner können sich jetzt auch für GreenlinQdata oder für GLOBALG.A.P. entscheiden. Wo liegt das Problem? Bianca van Eijk: "Ein Teil unserer Blumen wird in Portugal angebaut. Wir möchten gern zu GreenlinQdata wechseln, aber leider: GreenlinQdata steht Gärtnern in Portugal nicht zur Verfügung. Nur in Spanien. Anscheinend ist die Anzahl der Gärtner in Portugal nicht groß genug. Wir könnten eine Menge Geld sparen, wenn wir mit GreenlinQdata arbeiten könnten. Vielleicht gibt es weitere Gärtner, die mit diesem Problem zu kämpfen haben? Ich würde sagen, meldet euch." (Royal FloraHolland)

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