Raiffeisen Mitte: 100-jähriges Jubiläum

Die Raiffeisen-Warengenossenschaft Niedersachsen Mitte eG feierte am 14. Juni 2019 ihr 100-jähriges Jubiläum.

Jubiläum der Raiffeisen Mitte. Bild: Raiffeisen Mitte.

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Mit einem Festakt auf dem Betriebsgelände in Schweringen hat die Raiffeisen-Warengenossenschaft Niedersachsen Mitte eG ihr 100-jähriges Jubiläum gefeiert. An der Veranstaltung im festlich geschmückten Zelt nahmen am 14. Juni 2019 rund 200 Ehrengäste, darunter Kunden und Geschäftspartner, Landräte und Bürgermeister aus der Region, sowie leitende Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter teil. Aufsichtsratsvorsitzender Sven Klingemann, der die Veranstaltung gekonnt moderierte, begrüßte außerdem als Gastredner den Präsidenten des Deutschen Raifffeisenverbandes, Franz-Josef Holzenkamp und den Vorstandsvorsitzenden der Hauptgenossenschaft Agravis Raiffeisen AG in Münster, Dr. Dirk Köckler. Der Vorstandsvorsitzende Heinz von Hollen rief in seiner Begrüßung den Nachfahren der Gründungsfamilien zu besonders herzliches Willkommen zu. „Wir freuen uns sehr, dass Sie unserer Einladung tatsächlich gefolgt sind und heute unter uns sind,“ sagte von Hollen. Vor 100 Jahren, am 26. Juli 1919, hatten 20 Landwirte, Müller, Halbmeier Anbauer, Gemeindevorsteher, Malermeister, Arbeiter und Kaufleute in Eystrup den Vorläufer der heutigen Raiffeisen-Warengenossenschaft Niedersachsen Mitte eG gegründet. Aus der „Landwirtschaftlichen Bezugs- und Absatzgenossenschaft Eystrup und Umgegend eGmbH“ wurde nach zahlreichen Zusammenschlüssen mit anderen Genossenschaften die heutige Raiffeisen-Warengenossenschaft Niedersachsen Mitte eG. Die Entwicklung zum heutigen Unternehmen, das mit einem Warenumschlag von jährlich rund 1,1 Mio. Tonnen, einem Gesamtumsatz von 268 Mio € (Geschäftsjahr 2017/18) und rund 430 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern im Gesamtunternehmen zu den größten in der Region Mittelweser gehört, zeichnete der geschäftsführende Vorstand Arno Schoppe in seiner Begrüßungsrede nach. Als Meilensteine in der jüngsten Vergangenheit nannte Schoppe die Entscheidung für den Standort Schweringen als Unternehmenszentrale im Jahr 2001 und den Bau großer Lagerkapazitäten am Wasserplatz Weser. Ein Jahr später, 2002, wurde die Raiffeisen Kraftfutterwerk Mittelweser Heide GmbH gegründet. „Durch diese gemeinsame Tochter mit der Nachbargenossenschaft Heidesand und der AGRAVIS AG wurde ein wesentlicher Grundstein für die dynamische Entwicklung der Raiffeisen Mitte gelegt“, so Arno Schoppe. Weitere wichtige Wachstumsschritte waren 2006 der Einstieg in das Geschäftsfeld der erneuerbaren Energien mit Bau einer Biogasanlage und einer Fotovoltaikanlage, der Neubau eines modernen Verwaltungsgebäudes 2011 und die Erweiterung der Lagerkapazitäten in Schweringen durch sechs weitere Getreidesilos im Jahr 2014. Die Fusion mit der RWG Twistringen und der RWG Schwarme, ebenfalls im Jahr 2014, nannte Schoppe den „entscheidenden Schritt in eine zukunftsfähige Größe“. Eine wegweisende Entscheidung sei 2009 außerdem die Beteiligung am dänischen Kartoffelvermarkter Thorsens Chipskartofler A/S in Sunds in Dänemark gewesen. Schoppe wies auch auf den Neubau der Kartoffel-Lagerhalle in Steimbke 2017 hin und sagte: „Wir wollen auch die Obst- und Gemüsevermarktung weiter ausbauen.“ Er kündigte außerdem den Einstieg in neue Projekte im kontrollierten Ackerbau an. „Wir sind in unserer Region gut und wir haben gute Berater“, so Schoppe.

DRV-Präsident Franz-Josef Holzenkamp gratulierte der Raiffeisen Mitte zu ihrem „großartigen Erfolg“. Genossenschaften würden seit je her zum Wohlstand in der Region beitragen, denn sie funktionierten nach dem Prinzip „Wirtschaft ist für den Menschen da und nicht umgekehrt“, sagte Holzenkamp. Sie seien in einer Gesellschaft, in der sich ein gewaltiger Umbruch vollziehe, bestens geeignet, Lösungen zu finden. Jenseits des Turbokapitalismus wirtschafteten in Genossenschaften „die richtigen Menschen mit den richtigen Ideen und Konzepten“. Nachwuchsprobleme seien für Genossenschaften kein Thema, denn sie stellten den Menschen in den Mittelpunkt „und das schätzen auch die jungen Leute“, meinte Holzenkamp. Agravis-Vorstand Dr. Dirk Köckler nannte die Raiffeisen Mitte „ein Beispiel für die Stärke der Genossenschaften und ein Schwergewicht im Markt“. Er lobte insbesondere ihr „ausgereiftes Konzept der Bioenergienutzung.“ Zur Kartoffelvermarktung der Raiffeisen Mitte sagte Köckler: „Da sind wir staunender Wegbegleiter und können sicher noch etwas lernen“. In seiner Grußansprache ging auch er auf die enormen gesellschaftlichen Herausforderungen ein, mit denen die Landwirtschaft heute konfrontiert ist. Als Beispiele nannte er die Novellierung der Gülleverordnung, das jüngste Bundesverwaltungsgerichtsurteil zum Kükentöten und das Smart Farming. „Wir müssen uns diesen Themen stellen und Anforderungen in die Tat umsetzen“, sagte Köckler. Er ließ keinen Zweifel daran, dass das Erfolgsmodell Genossenschaften hier einen wesentlichen Beitrag leisten kann. Die N-Reduzierung in Futtermitteln sei dafür nur ein Beispiel, so Köckler.

Umrahmt wurde der Festakt von einer spannenden Multimedia-Präsentation. In kurzen Videos kamen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und Wegbegleiter der Raiffeisen Mitte zu Wort, Höhepunkte waren die Vorstellung des neuen Imagefilms und die Show einer Sandmalerin. In einer Live-Performance zeichnete sie die Geschichte der Raiffeisen Mitte in Sand nach und verzauberte damit das Publikum. Rund 1.000 Besucherinnen und Besucher kamen außerdem zum großen Mitgliedertag am darauffolgenden Samstag, 15. Juni, nach Schweringen. In fachkundig begleiteten Rundgängen und Führungen, z. B. durch das Mischfutterwerk und die Getreideerfassung, konnten sie sich ein anschauliches Bild „ihrer Genossenschaft“ machen. Ein Busshuttle brachte interessiere Landwirte auf das eigens angelegte Versuchsfeld und im Schaugarten informierten die Ackerbauberater der Genossenschaft über Nutzpflanzenarten mit Zukunftspotenzial. Eine Party für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bildete am Samstagabend den fröhlichen Abschluss der Feierlichkeiten zum 100-jährigen Jubiläum von Raiffeisen Mitte.

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