Niedersachsen: Ökolandbau wächst

Die Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) hat die offiziellen Zahlen des Ökolandbaus gemeldet. In Niedersachsen ist die Ökofläche von 2,8 auf 3,4% gestiegen.

Ökolandbau in Niedersachsen wächst. Bild: GABOT.

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Der Ökolandbau in Niedersachsen ist deutlich gewachsen. Im Landesdurchschnitt hat Niedersachsen im vergangenen Jahr 3,4% Ökoanteil an der landwirtschaftlichen Gesamtfläche erreicht. Das ist eine Steigerung um 20%. Die Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung hat jetzt diese offizielle Zahl veröffentlicht. Spitzenreiter beim Ökolandbau ist in diesem Jahr wie im Vorjahr der Landkreis Lüchow-Dannenberg mit jetzt 13,7% und 11,1% im Vorjahr. Schlusslichter sind die Landkreise Cloppenburg, Vechta und das Emsland mit deutlich unter einem Prozent Ökofläche. Dort, wo der Ökolandbau stark ist, wächst er auch stark. Das ist der Nordosten Niedersachsens. „Hier haben sich über Jahrzehnte stabile Abnehmerstrukturen entwickelt. Abnahmesicherheit ist für Landwirte ein ganz starkes Motiv, auf Ökolandbau umzustellen“, sagt Carolin Grieshop, Geschäftsführerin des Kompetenzzentrums Ökolandbau Niedersachsen (KÖN) in Visselhövede. „Und die Abnehmer, das sind zum Beispiel die Bio-Lebensmittel-Verarbeiter wie Bäckereien, Safthersteller und Fleischereien, wachsen mit der steigenden Verbrauchernachfrage nach regionalen Bio-Produkten.“

Diese Entwicklung zeigt sich auch im Westen Niedersachsens. Die Molkerei Ammerland verarbeitet jetzt auch Bio-Milch. Das hat viele Milchvieh-Betriebe im Einzugsbereich der Molkerei veranlasst umzustellen. Öko-Milchvieh-Betriebe bringen größere Grünlandflächen mit. Die Ökofläche stieg zum Beispiel im Landkreis Friesland von 2,0 auf 3,6%. „Wir beobachten, dass wirtschaftlich starke Betriebe und gut ausgebildete Landwirte umstellen“, betont Carolin Grieshop.

Die Umstellung auf Ökolandbau dauert bis zu drei Jahre. Während dieser Zeit bekommen die Landwirte noch nicht den höheren Bio-Preis für ihr Getreide, das Gemüse oder die Milch. Auf der anderen Seite haben sie in der Umstellungsphase mehr Aufwand und Kosten durch die Vorgaben der Öko-Verordnungen, durch die Bio-Kontrollen und die geringeren Erträge. „In diese Vorleistung können nur wirtschaftlich gesunde Betriebe gehen“, sagt die KÖN-Geschäftsführerin.

In den Regionen intensiver Viehwirtschaft ist der Ökolandbau schwach entwickelt und bleibt auf niedrigem Niveau stehen. In den Landkreisen Cloppenburg, Vechta, Emsland stagniert die Ökofläche seit Jahren bei 0,6 bis 0,8%. „Hier sehen wir die Ursache in der starken Nachfrage nach Ackerland. Im Westen werden Flächen gebraucht, um die Nitratbelastung aus der intensiven Tierhaltung zurückzufahren. In diesen Regionen sitzen auch die Futtermittel-Hersteller mit einem großen Bedarf an Getreide und Eiweißpflanzen. In anderen Regionen ist die Nachfrage groß, weil Ackerflächen für den Energiepflanzenanbau gebraucht werden. „Das zieht hohe Kauf- und Pachtpreise nach sich“, sagt Carolin Grieshop.

Mit 90.500 Euro für den Hektar Ackerland steht der Landkreis Vechta ganz oben bei den Kaufpreisen. In Lüchow-Dannenberg kostet der Hektar Ackerland mit knapp 18.000 Euro nur ein Fünftel des Preises. „Hohe Kaufpreise bedeuten hohe Pachtpreise, das ist für viele umstellungsinteressierte Landwirte eine sehr hohe Hürde“, sagt Carolin Grieshop.

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