METRO: Robuste Geschäftsentwicklung

METRO blickt mit Ausnahme des durch COVID-19 besonders belasteten 3. Quartals auf ein insgesamt robustes GJ 2019/20 zurück, in dem die Transformation hin zu einem reinen Großhändler abgeschlossen wurde.

In Deutschland ging der flächenbereinigte Umsatz der METRO AG im GJ 2019/20 um -0,8% zurück. Bild: METRO.

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Ab der 2. Hälfte des 3. Quartals, mit der kontinuierlichen Lockerung der staatlichen Restriktionen und dem Ausrollen zahlreicher operativer Initiativen, verbesserte sich die Geschäftsentwicklung wieder kontinuierlich. Im 4. Quartal 2019/20 wurde eine weitere erhebliche Trendverbesserung in allen Regionen und eine Geschäftsentwicklung annähernd auf dem Niveau des Vorjahres erreicht. METRO konnte im GJ 2019/20 sogar deutliche Marktanteile im Kerngeschäft gewinnen, u.a. in Deutschland, Frankreich und Italien, und verzeichnet eine deutlich positive Entwicklung in Russland und Osteuropa. So ist METRO im Vergleich zum Wettbewerb sehr zufriedenstellend durch die erste Phase der COVID-19-Pandemie gekommen. Insgesamt hat METRO die für das GJ 2019/20 angepassten prognostizierten Umsatz- und Ergebnisziele am oberen Ende des Prognosekorridors erreicht.

„Das zurückliegende Geschäftsjahr 2019/20 hat auch METRO vor neue Herausforderungen gestellt, die wir als starkes Team mit klarem Fokus und flexiblen Antworten gut bewältigt haben. Wir konnten unsere Portfoliomaßnahmen wie geplant abschließen, haben uns weiter entschuldet und als reiner Großhändler die Weichen für zukünftiges Wachstum gestellt“, sagte Olaf Koch, Vorstandsvorsitzender der METRO AG. „METRO hat sich mit dem ganzheitlichen Großhandelsansatz als sehr krisenfest erwiesen. Dazu zählen die Flexibilität der Vertriebskanäle mit Stationär-, Online- und Belieferungsgeschäft, der Beitrag von METRO zum erfolgreichen Neustart der Selbstständigen in der Gastronomie, die weitere Digitalisierung der Branche sowie zahlreiche Maßnahmen zur Stärkung der unabhängigen Händler wie die Ausweitung des Franchise-Konzepts.“

Mit einem Rückgang des flächenbereinigten Umsatzes von -3,9% hat METRO das angepasste Prognoseziel am oberen Ende des Korridors erreicht (-3,5% bis -5%). Der berichtete Umsatz ging um -5,4% auf 25,6 Mrd. Euro zurück. Das EBITDA bereinigt erreichte im GJ 2019/20 insgesamt 1.158 Mio. Euro (2018/19: 1.392 Mio. Euro). Die staatlichen Maßnahmen zur Eindämmung der COVID-19-Pandemie wirkten sich hier bei der Mehrheit der Segmente negativ aus. Kompensierend wirkten Kosteneinsparungen u. a. im Zuge des kommunizierten Effizienzprogramms in der Hauptverwaltung, ein verbessertes Ergebnis der Logistik, Lizenzerlöse aus der Partnerschaft mit Wumei sowie eine stabile operative Entwicklung in Russland, Osteuropa (ohne Russland) und Deutschland. Außerdem belasteten die Wechselkursentwicklungen vor allem der russischen und der türkischen Währung das Ergebnis. Währungsbereinigt entspricht der Rückgang einer Veränderung von -205 Mio. Euro (-15,1%) ggü. dem Vorjahreszeitraum. Mit diesem Rückgang liegt METRO am oberen Ende der Prognose (~ -200 Mio. Euro bis -250 Mio. Euro). Im GJ 2019/20 sind 47 Mio. Euro (2018/19: 0 Mio. Euro) Transformationskosten angefallen. Diese sind ausnahmslos dem Segment Sonstige zuzuordnen und betreffen insbesondere die erfolgreiche Restrukturierung in der Hauptverwaltung. Ergebnisbeiträge aus Immobilientransaktionen beliefen sich auf 3 Mio. Euro (2018/19: 339 Mio. Euro). Insgesamt betrug das berichtete EBITDA 1.113 Mio. Euro (2018/19: 1.731 Mio. Euro).

Das Periodenergebnis der fortgeführten Aktivitäten erreichte im GJ 2019/20 -140 Mio. Euro und lag damit 567 Mio. Euro unter dem Periodenergebnis des Vorjahreszeitraums von 427 Mio. Euro. Das den Anteilseignern der METRO AG zuzurechnende Periodenergebnis der fortgeführten und nicht fortgeführten Aktivitäten lag bei 460 Mio. Euro (2018/19: 322 Mio. Euro). Diese Zunahme ist im Wesentlichen auf den Verkauf des Mehrheitsanteils von METRO China zurückzuführen. Auf dieser Grundlage erzielte METRO im GJ 2019/20 ein Ergebnis je Aktie der fortgeführten und nicht fortgeführten Aktivitäten von 1,27 Euro (2018/19: 0,89 Euro). Dies bildet die Basis für den Dividendenvorschlag. Entsprechend der Dividendenpolitik der METRO AG wird den Aktionären auf der Hauptversammlung eine Dividende von 0,70 Euro pro Aktie vorgeschlagen. Dieser Dividendenvorschlag entspricht 55% des berichteten Ergebnisses je Aktie.Umsatz- und Ergebnisentwicklung in den Segmenten.

Die Segmente mit einem hohen Trader- und SCO-Umsatzanteil konnten durch eine positive Umsatzentwicklung in diesen beiden Kundengruppen den Rückgang des HoReCa-Umsatzes kompensieren. Das Umsatzwachstum in Russland und Osteuropa (ohne Russland) entwickelte sich hier im Saldo positiv, während Deutschland in etwa auf dem Niveau des Vorjahres lag. In Segmenten mit einem hohen HoReCa-Umsatzanteil und in denen die staatlichen Maßnahmen strenger griffen, wirkten sich die Einschränkungen bei Restaurants und Hotels stärker auf die Geschäftsentwicklung aus, dabei insbesondere in Westeuropa (ohne Deutschland). So ergibt sich im Einzelnen folgendes Bild:

In Deutschland ging der flächenbereinigte Umsatz im GJ 2019/20 um -0,8% zurück und lag damit annähernd auf dem Niveau des Vorjahres. Der berichtete Umsatz ging um -0,8% zurück. Die Umsatzentwicklung verlief in den 4 Quartalen unterschiedlich.

Im 1. Halbjahr entwickelte sich der Umsatz positiv und lag auch gestützt durch Vorratskäufe zu Beginn der Pandemie über dem Vorjahresniveau.

Im Zuge der staatlich auferlegten Restriktionen gingen die Umsätze im 3. Quartal deutlich zurück. Mit der schrittweisen Wiedereröffnung des Gastronomie- und Tourismusgeschäfts begann eine kontinuierliche und starke Trendverbesserung, die auf Marktanteilsgewinne schließen lässt.

In Q4 konnte so bereits wieder ein positives flächenbereinigtes Umsatzwachstum erreicht werden. Das EBITDA bereinigt im GJ 2019/20 erreichte 125 Mio. Euro (2018/19: 128 Mio. Euro). Hier wirkte sich die gute Umsatzentwicklung im 1. Halbjahr 2019/20 positiv aus und konnte die COVID-19-bedingte rückläufige Umsatzentwicklung in Q3 2019/20 weitgehend kompensieren.

METRO Deutschland entwickelte sich hier insgesamt deutlich besser als Rungis Express, wo sich die staatlichen Restriktionen aufgrund der hohen Fokussierung auf Gastronomiekunden signifikant negativer auswirkten. Der flächenbereinigte Umsatz in Westeuropa (ohne Deutschland) ging im GJ 2019/20 aufgrund der Effekte aus der COVID-19-Pandemie deutlich um -10,6% zurück. Auswirkungen der temporären Restaurantschließungen im Kontext der COVID-19-Pandemie machten sich deutlich bemerkbar, insbesondere in Frankreich, Italien, Spanien und bei Pro à Pro. In Q4 konnte die Umsatzentwicklung allerdings im Vergleich zu Q3 2019/20 bereits deutlich verbessert werden, auch hier zeigen sich deutliche Anzeichen für Marktanteilsgewinne etwa in Frankreich, Italien und Spanien. Das EBITDA bereinigt im GJ 2019/20 ging auf 394 Mio. Euro zurück (2018/19: 636 Mio. Euro). Dieser deutliche Rückgang ist im Wesentlichen eine Folge der COVID-19-bedingten staatlichen Einschränkungen für die Gastronomie und die Tourismusbranche. Insbesondere in Frankreich, Italien, Spanien und bei Pro à Pro wirkten sich diese im Zuge der COVID-19-Pandemie erheblich negativ auf die Umsatzentwicklung aus.

In Russland entwickelte sich der flächenbereinigte Umsatz im GJ 2019/20 mit einem Anstieg in Höhe von 3,8% deutlich positiv. Zurückzuführen ist diese Entwicklung sowohl auf die bereits im Vorjahr eingeleiteten strategischen Maßnahmen zur Neupositionierung als auch auf Vorratskäufe im Kontext der COVID-19-Pandemie. Eine erhöhte Nachfrage der Trader- und SCO-Kundengruppen, die Expansion des Trader-Franchise-Geschäfts Fasol und das wachsende E-Commerce-Geschäft wirkten sich als positive Treiber aus. Der Umsatz in Landeswährung nahm um 4,2% zu und lag dabei seit Beginn des Kalenderjahres 2020 kontinuierlich über dem Niveau des Vorjahres. Bedingt durch negative Wechselkurseffekte verringerte sich der berichtete Umsatz um -0,7%. Das EBITDA bereinigt lag im GJ 2019/20 bei 224 Mio. Euro (2018/19: 235 Mio. Euro). Währungsbereinigt liegt das EBITDA bereinigt auf Vorjahresniveau, dabei trugen u. a. ein attraktives Preismodell zu nachhaltigem Umsatzwachstum und einem stabilen Ergebnis bei.

In Osteuropa (ohne Russland) stieg der flächenbereinigte Umsatz im GJ um 2,2%. In der Mehrzahl der Länder wirkten sich die staatlichen Beschränkungen bei den HoReCa-Kunden negativ aus, wobei das Trader- und SCO-Geschäft unterstützend wirkte. Zu dem Umsatzanstieg trugen vor allem die Ukraine, die Türkei und Rumänien bei. In Landeswährung stieg der Umsatz um 2,2%. Bedingt durch negative Wechselkurseffekte, insbesondere in der Türkei, sank der berichtete Umsatz um -0,9%. Im Verlauf des GJ 2019/20 erreichte Osteuropa, mit Ausnahme des 3. Quartals, eine durchgehend positive flächenbereinigte Umsatzentwicklung. Das EBITDA bereinigt im GJ 2019/20 erreichte 371 Mio. Euro (2018/19: 385 Mio. Euro) Dieser Rückgang ist u. a. auf die negative Währungsentwicklung in der Türkei sowie auf allgemeine Kostenentwicklungen in der Region zurückzuführen. Bereinigt um Währungs¬effekte ging das EBITDA ohne Ergebnisbeiträge aus Immobilientransaktionen in Osteuropa (ohne Russland) um -1 Mio. Euro zurück.

Der flächenbereinigte Umsatz in Asien sank im GJ 2019/20 um -7,0%. Dies ist insbesondere zurückzuführen auf die Umsatzentwicklung bei Classic Fine Foods, in Japan und in Indien als Folge der COVID-19 Pandemie. Im 4. Quartal zeigte sich allerdings eine Trendverbesserung im Vergleich zum 3. Quartal. In lokaler Währung ging der Umsatz im Gesamtjahr um -6,7% zurück. Bedingt durch negative Wechselkursentwicklungen sank der berichtete Umsatz um -9,3 %. Das EBITDA bereinigt in Asien lag im GJ 2019/20 bei 0 Mio. Euro (2018/19: 43 Mio. Euro). Dies ist insbesondere ein Resultat der Entwicklung bei Classic Fine Foods aufgrund instabiler politischer Rahmenbedingungen und regulatorischer Einschränkungen in Zusammenhang mit der COVID-19 Infektion. Auch in Indien und in Japan wirkten sich die COVID-19-bedingten staatlich auferlegten Maßnahmen negativ auf die Umsatzentwicklung aus. Bereinigt um Währungs¬effekte ging das EBITDA ohne Ergebnisbeiträge aus Immobilientransaktionen in Asien um -40 Mio. Euro zurück.

Das EBITDA bereinigt im Segment Sonstige lag im GJ 2019/20 bei 42 Mio. Euro (2018/19: -34 Mio. Euro). Hierbei konnten die im Vorjahr enthaltenen und nicht wiederkehrenden Erträge aus Schadensersatz im niedrigen 2-stelligen Millionenbereich, die im Wesentlichen im Segment Sonstige anfielen, durch Kosteneinsparungen u. a. im Zuge des umgesetzten Effizienzprogramms in der Hauptverwaltung, ein verbessertes Ergebnis der Logistik sowie Lizenzerlöse aus der Partnerschaft mit Wumei deutlich überkompensiert werden. Der Belieferungsumsatz von METRO ging im GJ 2019/20 deutlich um -14,3% auf rund 3,9 Mrd. Euro (2018/19: 4,6 Mrd. Euro) zurück und erreichte COVID-bedingt einen Umsatzanteil von 15% (2018/19: 17%). Auch das Belieferungsgeschäft erholte sich zum Ende des GJ, allerdings zeitversetzt zum stationären Geschäft aufgrund der derzeitigen Kundenpräferenz für die höhere Flexibilität beim Einkauf im stationären Geschäft.

Zum 30. September 2020 umfasste das Standortnetz 678 Märkte (30.9.2019: 678 Standorte). Im GJ 2019/20 gab es 1 Neueröffnung in der Ukraine und 1 Schließung in Russland.

Prognose

Der Vorstand der METRO AG erwartet eine Rückkehr zu nachhaltigem Umsatz- und Ergebniswachstum nach der COVID-19-Pandemie und bekräftigt den eigenen Anspruch, die Wettbewerbsposition von METRO zu verbessern und weitere Marktanteile zu gewinnen. Diese Überzeugung beruht auf einer durchgehend robusten Finanzstruktur, den gewonnenen Erkenntnissen aus der ersten Welle der COVID-19-Pandemie, der Fähigkeit die Bedürfnisse der Kunden zu erfüllen und der Möglichkeit eine führende Rolle bei der erwarteten Konsolidierung des Großhandels zu spielen. Im GJ 2020/21 wird die finanzielle Leistungsfähigkeit von METRO jedoch durch die Entwicklung der COVID-19-Pandemie beeinflusst. Zum einen gibt es Effekte aus den auf COVID-19 bezogenen staatlichen Beschränkungen des öffentlichen Lebens, die nur schwer zu prognostizieren sind. Dauer und Intensität dieser Beschränkungen bestimmen deren Auswirkungen, sind aber noch nicht bekannt. Zum anderen können sich Potenziale ergeben, falls eine flächendeckende Impfung früher als erwartet verfügbar wäre. Der Vorstand plant daher mit unterschiedlichen Szenarien und aktualisiert diese regelmäßig.

Umsatz und Ergebnis

Unter der Annahme stabiler Wechselkurse und ohne weitere Portfolioanpassungen erwartet METRO den Gesamtumsatz und den flächenbereinigten Umsatz leicht unterhalb des Vorjahresniveaus. Für das EBITDA bereinigt wird ein Ergebnisrückgang im mittleren zweistelligen Millionen-Euro-Bereich erwartet. Diese Prognose inkludiert dabei staatliche Beschränkungen des öffentlichen Lebens, die teilweise bis Mitte des zweiten Quartals des GJ 2020/21 andauern sowie eine schnelle und substanzielle Erholung von Gastronomie und Tourismus in der Zeit danach. Die Erfahrungen aus dem Umgang mit der ersten Welle der COVID-19-Pandemie ermöglichen es METRO, im Zusammenspiel mit Kosteneffizienz und bewährten Maßnahmen zur Stützung des operativen Geschäfts, die Auswirkungen auf die Geschäftsentwicklung von METRO im Vergleich zum Frühjahr 2020 abzumildern. Ausgehend von den Beobachtungen im November 2020 erwartet der Vorstand für einen Monat mit vollständigem Lockdown im gesamten Länderportfolio durchschnittliche Umsatzeinbußen von rund 400 Mio. Euro. Dies entspricht einem rund 1,5 Prozentpunkten geringeren Umsatzwachstum im Vergleich zum Vorjahr. Die Auswirkungen staatlicher Beschränkungen auf das Ergebnis und den Umsatz sind abhängig von deren Dauer und Intensität und folgen voraussichtlich dem gleichen Muster wie im Vorjahr. Entsprechend erwartet METRO die größten Effekte in Regionen mit hohem HoReCa-Anteil, insb. im Segment Westeuropa. Dagegen werden sich die Segmente Russland und Asien voraussichtlich besser entwickeln als die METRO insgesamt. Auf Konzernebene erwartet der Vorstand, dass sich das 2. Halbjahr deutlich besser entwickelt als das erste. Ursächlich hierfür ist die hohe Vergleichsbasis im 1. Halbjahr (wenig bis gar keine Auswirkungen von COVID-19 auf Konzernebene im Vorjahr) und ein ab Frühjahr 2021 zu erwartendes vorteilhafteres Geschäftsumfeld. (METRO)

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