HSWT: Mit Wissenschaft gegen Verschwendung

Die Hochschule Weihenstephan-Triesdorf beteiligt sich an dem Projekt „PlantGrid“, das Warenüberbestände im Garteneinzelhandel und die damit verbundene Verschwendung von Pflanzen eindämmen möchte.

Das Projektteam, bestehend aus Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern der Hochschule Geisenheim und der Hochschule Weihenstephan-Triesdorf, Branchenvertreterinnen und Branchenvertretern aus dem Gartenbau sowie Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Digitalagentur snoopmedia. Bild: HSWT.

Das Projekt „PlantGrid“, an dem mit Prof. Dr. Klaus Menrad, Prof. Dr. Dominik Grimm und Prof. Dr. Thomas Hannus drei Professoren der Hochschule Weihenstephan-Triesdorf (HSWT) federführend beteiligt sind, will Warenüberbestände im Garteneinzelhandel und die damit verbundene Verschwendung von Pflanzen eindämmen. Zu diesem Zweck untersucht das Projekt, wie in kleinen und mittleren Unternehmen der Gartenbaubranche Daten für die Wertschöpfungsketten genutzt und verarbeitet werden können. Ziel ist es, Analyse- und Prognosesysteme für den Absatz ausgewählter Zierpflanzen, Schnittblumen und Stauden zu erstellen. Bei „PlantGrid“ kooperieren die HSWT, die Hochschule Geisenheim und die Bonner Digitalagentur snoopmedia GmbH mit mehr als zehn Gartenbaubetrieben in Deutschland.

Für viele Wertschöpfungsketten im Gartenbau besteht das Problem, dass die Nachfrage nach gärtnerischen Produkten stark von externen Einflussfaktoren wie Witterung, Feiertagen und regionalen Veranstaltungen abhängig und die Abverkaufsmenge deshalb schwer zu kalkulieren ist. Bei starker Nachfrage ergeben sich Regallücken im Einzelhandel, bei ausbleibender Nachfrage kommt es zu hohen Überbeständen und bisweilen sogar dazu, dass Pflanzen vernichtet werden müssen. Während der Coronavirus-Pandemie beispielsweise ist die Nachfrage nach Blumenschmuck und -sträußen eingebrochen, weil viele Veranstaltungen wie Hochzeiten abgesagt wurden. Zum Muttertag hingegen gab es eine sehr hohe Nachfrage nach Blumensträußen. Da Unternehmen die Wirkung der verschiedenen Faktoren vorab nur schwer einschätzen können, sind sie häufig unsicher hinsichtlich Disposition und Bestellung der oft nur begrenzt haltbaren Ware.

Datenbasierte Entscheidungen für nachhaltigeres Wirtschaften

Der Projektverbund plant eine digitale Anwendung, die es den beteiligten Unternehmen ermöglichen soll, zukünftig datenbasierte Entscheidungen zu treffen. Dabei werden Zahlen auf der Kunden- und Absatzseite sowie Informationen zu Beschaffung, Logistik und Produktion der Pflanzen hinzugezogen. „Hierfür setzen wir unter anderem moderne Methoden der künstlichen Intelligenz und des maschinellen Lernens ein, um diese komplexen und heterogenen Daten zu analysieren und ein Prognosesystem zu entwickeln“, erklärt Dominik Grimm, Professor für Bioinformatik an der HSWT.

Im Erfolgsfall wollen die Projektpartner ein mehrgliedriges digitales Management-Unterstützungssystem für verschiedene Akteure der untersuchten Wertschöpfungsketten entwickeln und erproben. Das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft hat das Projekt "PlantGrid" im Rahmen der Ausschreibung über die „Förderung von Innovationen für einen Gartenbau 4.0“ genehmigt, das Fördervolumen liegt bei rund 1,4 Mio. Euro.

Betriebe entlang der gesamten Wertschöpfungskette profitieren

„Im 'PlantGrid'-Projekt sehe ich eine Anwendungsmöglichkeit für digitale Methoden und Algorithmen, die für die beteiligten Gartenbaubetriebe einen echten Mehrwert bringen können“, sagt Klaus Menrad, der an der HSWT die Professur 'Marketing und Management Nachwachsender Rohstoffe' leitet. Sein Kollege Thomas Hannus von der Professur für Handelsbetriebslehre der HSWT ergänzt: „Wenn es uns gelingt, Absatz und Nachfrage nach gartenbaulichen Produkten wie Tulpen, Orchideen oder Rosen besser abschätzen zu können, hat das Vorteile für Gartenbaubetriebe auf allen Stufen der Wertschöpfungskette: Diese haben dann weniger Restbestände, was sich äußerst positiv auf die Nachhaltigkeit und das ökonomische Ergebnis der Unternehmen auswirkt." (HSWT)

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