Fairtrade: Blumenabsätze wieder im Aufschwung

Auf dem deutschen Markt erholen sich die Absätze von Fairtrade-Rosen nach Rückgängen am Jahresanfang: Die Auswertung der ersten drei Quartale 2020 zeigt ein leichtes Absatzplus von 1,6% gegenüber dem Vorjahreszeitraum auf knapp 373 Mio. Stiele.

Fairtrade-Rosen aus Kenia. Bild: Ola Höiden |Fairtrade.

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Während der Blumenfachhandel mit Einschränkungen im Zuge der Pandemie konfrontiert wurde, wuchsen im Lebensmitteleinzelhandel (LEH) die fairen Blumenverkäufe. Im LEH wird der größte Teil der Fairtrade-Blumen verkauft.

Exporteinbrüche im Frühjahr 2020 bringen Blumenfarmen in Not

Gestrichene Flüge, geschlossene Läden, Verkaufsverbote in wichtigen Märkten – durch die Corona-Maßnahmen brachen die Exporte der ostafrikanischen Blumenfarmen massiv ein, zudem stiegen die Transportkosten. Die Folge: Entlassungen und finanzielle Schieflagen der Farmen in Ländern wie Kenia, Äthiopien oder Tansania. Nach dem dramatischen ersten Quartal 2020 erholen sich die Blumenfarmen in Ostafrika langsam vom Corona-Schock. Laut Informationen des Produzentennetzwerks Fairtrade Africa erreichen die Exporte der Blumenfarmen 80% des Vorjahresniveaus.

Beschäftigte auf Blumenfarmen profitieren von Fairtrade

Fairtrade reagierte schnell und ermöglichte einen flexibleren Einsatz der Fairtrade-Prämie, dem finanziellen Aufschlag, der den Beschäftigten der Farmen zugute kommt. Normalerweise fließt sie in Gemeinschaftsprojekte, aktuell darf sie auch ausgezahlt werden, um finanzielle Einbußen oder höhere Lebenshaltungskosten zu kompensieren. Bis Oktober flossen gut 500.000 Euro Prämien an Beschäftigte – als Barauszahlung, in Form von Lebensmittelpaketen oder -gutscheinen.

Von mehreren Fairtrade-Organisationen, darunter Fairtrade Deutschland, wurde zudem ein Hilfsfonds etabliert: 46 Blumenfarmen erhielten daraus insgesamt 200.000 Euro für Schutzequpiment, Hygienemaßnahmen und Desinfektionsmittel, die an Beschäftigte und lokale Schulen verteilt wurden.

Flower Power – Fairtrade-Kampagne vom 14. Februar bis 14. März

„Die Situation in der Blumenbranche bleibt fragil“, erläutert Dieter Overath, Vorstandsvorsitzender von Fairtrade Deutschland (TransFair e.V.). „Ein strengerer Lockdown hier oder in den Anbauländern wären fatal für die Situation der Farmen und der Beschäftigten. Durch den Kauf fairer Blumen können wir Verbraucherinnen und Verbraucher Solidarität zeigen.“

Vor allem Frauen sind auf den Farmen beschäftigt und dringend auf ihren Job angewiesen. Eine soziale Absicherung durch den Staat fehlt. Mit der Kampagne „Flower Power“ macht Fairtrade zwischen dem 14. Februar und 14. März darauf aufmerksam, mit dem Kauf von fairen Rosen Frauen auf Ostafrikanischen Blumenfarmen zu unterstützen. Beteiligen können sich Supermärkte und Blumenfachgeschäfte, Kommunen, Unis und Schulen. (Fairtrade)

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