BUGA Erfurt 2021: Wettbewerb für die größte BUGA-Fläche abgeschlossen

Die grüne Stadtlandschaft vom Nordpark bis zum Kilianipark, verbunden durch die Flächen und Wege entlang der Gera, macht ca. die Hälfte der BUGA-Flächen in Erfurt aus.

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Die grüne Stadtlandschaft vom Nordpark bis zum Kilianipark, verbunden durch die Flächen und Wege entlang der Gera, macht ca. die Hälfte der BUGA-Flächen in Erfurt aus. Es ist ein naturnaher Erlebnisraum für Familien und bereits jetzt ein Gebiet mit großem Freizeitwert für die Erfurter. Im Rahmen der Bundesgartenschau soll der gesamte Bereich entlang der bevölkerungsreichsten Erfurter Wohngebiete verbunden und aufgewertet werden.

Im Rahmen der Bundesgartenschau wird der gesamte Bereich, der auch die Erweiterungsflächen am alten Klärwerk und die ehemalige Fliederschule im Nordpark sowie das alte Kraftwerk im Kilianipark umfasst, funktional und gestalterisch weiterentwickelt. Ziel der Landeshauptstadt Erfurt ist es, mit der BUGA 2021 im nördlichen Stadtgebiet entlang des Wasserlaufs der Gera ein das Stadtbild bestimmendes Grünelement aus den vorhandenen Potenzialen zu entwickeln. Großzügige Parkanlagen, ausgedehnte Radwege und noch zu erschließende Erweiterungsflächen verleihen dem BUGA-Ausstellungsgelände im Norden große Gestaltungsmöglichkeiten.

Angrenzende Brachflächen werden erschlossen und wieder einer Nutzung zugeführt, Nachbarschaftsbereiche verknüpft und neue Freizeitangebote sowie Nutzungen nahe der angrenzenden Wohngebiete integriert.

Die Landeshauptstadt Erfurt hat zur Entwicklung eines Gesamtkonzeptes einen offenen, zweiphasigen Realisierungswettbewerb ausgelobt. Insgesamt wurden 31 Arbeiten im Wettbewerb, der vom Büro ANP aus Kassel betreut wurde, eingereicht. 15 Arbeiten wurden für die zweite Phase ausgewählt. In der Preisgerichtssitzung zur zweiten Wettbewerbsphase am 20. und 21.11.2014 unter Vorsitz von Prof. Heinz Nagler, Architekt und Stadtplaner aus Cottbus, wurden aus 15 Wettbewerbsbeiträgen in einem anonymen Verfahren die Preisträger bestimmt.

Platz 1
Verfasser/-in: geskes.hack Landschaftsarchitekten, Berlin, Kristina Hack, Christof Geskes
Fachplaner Städtebau: Kleyer.Koblitz.Letzel.Freivogel, Berlin, Gesellschaft von Architekten

Platz 2
Verfasser/in: bbz landschaftsarchitekten berlin GmbH, Berlin, Timo Herrmann
Fachplaner Städtebau: Joachim Schultz-Granberg, Berlin

Platz 3
Verfasser/in: hutterreimann Landschaftsarchitektur GmbH, Berlin Dipl.-Ing. Barbara Hutter, Dipl.-Ing. Stefan Reimann
Fachplaner Städtebau: Keller Mayer Wittig | Architekten Stadtplaner Bauforscher, Cottbus, Dipl.-Ing. Isabel Mayer
Sonderfachleute: Sauerzapfe Architekten, Berlin, Dipl.-Ing. Martin Sauerzapfe

1. Anerkennung
Verfasser/in: Atelier Loidl Landschaftsarchitekten, Berlin, Dipl.-Ing. Leonard Grosch
Fachplaner Städtebau: Reinhart + Partner Architekten und Stadtplaner, München, Dipl.-Ing. Armin Reinhart

2. Anerkennung
Verfasser/in: Braunsdorf Landschaftsarchitektur, Dresden, Georg Braunsdorf
Fachplaner Städtebau: Labor 4+,Dresden, Dirk Hamann

Der Vorsitzende des Preisgerichts, Prof. Heinz Nagler, begründet die Entscheidung für die ausgewählten Entwürfe: „Platz 1 haben wir für einen Entwurf vergeben, der einen festen und klaren, aber interpretierbaren Rahmen für die Ausgestaltung der Nördlichen Geraaue gesetzt hat. Es gibt eine eindeutige Differenzierung zwischen städtischen Bereichen und Freiräumen in der Stadt. Die Arbeit auf Platz 2 beeindruckt durch eine zurückhaltende und bestandsorientierte Grundhaltung im Umgang mit den bestehenden Auenlandschaften und mit der vorhandenen Bebauung wie dem Alten Heizwerk. Mit subtiler Qualität wird die Geraaue in Wert gesetzt. Den 3. Platz haben wir für einen Wettbewerbsbeitrag vergeben, der im großen Rahmen Räume verbindet und mit einem klaren Wegekonzept räumliche Hierarchien schafft. Gleichzeitig wird der Volksparkcharakter des Nordparks mit funktional geeigneten Elementen im Freiraum erweitert.“

Aufgabenstellung des Realisierungswettbewerbs war es, eine klare, zeitgemäße und vor allem zukunftsorientierte landschaftsarchitektonische Konzeption zu entwickeln, die bis zur Objektplanung reicht. . „Wir wollen auf mehr als 75 Hektar BUGA-Kernbereichen zuzüglich Korrespondenzflächen eine Verbindungsachse für die Parkan­lagen und Grünflächen von der Altstadt bis nach Gispersleben schaffen. Eine hohe Aufenthaltsqualität und der Wechsel von Sport, Spiel, Erholung, Information und Beschaulichkeit sind als Bestandteile der künftigen Gestaltung zu verbinden. Den Nutzern sollen sich viele Erlebnisse bieten, alles auch mit dem Ziel, einen Ort des Austausches zu schaffen“, umschreibt Erfurter Oberbürgermeister Andreas Bausewein das Vorhaben für die Nördliche Geraaue. Zu berücksichtigen war, dass für die BUGA sowohl temporäre als auch dauerhaft verbleibende Anlagen zu gestalten sind. Besonders wichtig war den BUGA-Verantwortlichen, die Wegenutzung entlang der Gera auch während der BUGA durchgängig zu gestalten.

„Wir haben die Bürger in die Planungen einbezogen. Im BUGA-Dialog im Februar 2014 konnten die Erfurter ihre Anforderungen und Wünsche formulieren und öffentlich mit den BUGA-Verantwortlichen zu diskutieren. Die Hinweise wurden in den weiteren Planungsprozess eingestellt und sind so auch in den Wettbewerb eingeflossen“, erklärt Andreas Bausewein.

Dem Preisgericht gehörten an:
· Klaus-Dieter Aichele, Landschaftsarchitekt, Mainz
· Angela Bezzenberger, Landschaftarchitektin, Darmstadt
· Stefan Bernard, Landschaftsarchitekt, Berlin
· Paul Börsch, Leiter Amt für Stadtentwicklung und Stadtplanung, Landeshauptstadt Erfurt
· Vinzenz Dilcher, Architekt, Weimar
· Prof. Ulrike Kirchner, Landschaftsarchitektin, Koblenz
· Prof. Heinz Nagler, Architekt/Stadtplaner, Cottbus
· Jochen Sandner, Geschäftsführer der Deutsche Bundesgartenschau-Gesellschaft mbH (DBG)
· Uwe Spangenberg, Beigeordneter für Stadtentwicklung, Bau und Verkehr der Landeshauptstadt Erfurt
· Günther Vogt, Landschaftsarchitekt, Zürich
· Kathrin Weiß, Geschäftsführerin der BUGA Erfurt 2021 gGmbH

Als Sachverständige waren Vertreter von Landesämtern, der Stadtverwaltung der Landeshauptstadt Erfurt, der Fachhochschule und des Vereins der BUGA-Freunde eng in den Auswertungsprozess einbezogen. Dem Wettbewerb schließt sich ein Verhandlungsverfahren an, bei dem die endgültige Entscheidung für den auszuführenden Entwurf unter den Arbeiten der Preisträger fällt. Nach der konkreten Planung und Genehmigungsphase sowie der Ausführungsplanung beginnt die Bauphase, um die Fertigstellung bis zur BUGA 2021 gewährleisten zu können.

Vom 5. bis 29. Januar 2015 werden alle eingereichten Entwürfe der ersten und zweiten Phase im Rathaus im Alten Archiv gezeigt. 

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