Baumpflegertagung: Artenschutz weiterhin Schwerpunkt

Die Rußrindenkrankheit ist nur bei einer hohen beruflichen Exposition für Menschen gefährlich, berichtete Prof. Rolf Kehr von der HAWK Göttingen bei dem Baumpflegeseminar des Fachverbandes geprüfter Baumpfleger (FgB) vom 24. bis 26. Mai in Grünberg.

Markus Breithaupt und Carsten Beinhoff ergänzten sich in ihren unterschiedlichen Sichtweisen zum Eichenprozessionsspinner. Bild: Fachverband geprüfter Baumpfleger (FgB)/Banse.

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Kehr empfahl, bei flächigem Befall gefällte Ahornbäume im Wald liegen zu lassen, da der Pilz die Bäume sehr schnell zersetzt und Sporen nach einem Jahr vermutlich nicht mehr vorghanden sind. Infektionen mit diesem Schwächeparasiten sind an Ahorn allgegenwärtig. Der Pilz ist Untersuchungen zufolge an ca. 30% der Ahorne ohne Symptome vorhanden,. Die Bäume erkranken dann aufgrund einer zusätzlichen Schwächung durch Trockenheit und Hitze und sterben ab. Im Freizeitgelände sollten Warnschilder aufgestellt werden. Ein Transport in Containern und einer entsprechenden Zerkleinerung mit Schutzmaßnahmen für direkt mit dem Holzstaub in Kontakt tretende Mitarbeiter und außerhalb der Bebauung ist durchaus möglich.

Die Gefährdung durch den Eichenprozessionsspinner hingegen ist für Baumpfleger wie auch für andere damit in Berührung kommende Personen stark gegeben. Die Baumpfleger informierten sich bei dem Referat hierzu von Markus Breithaupt, Die Kletterspezialisten, und Carsten Beinhoff, Sozialversicherung für Landwirtschaft, Forsten und Gartenbau. Die richtige Ausrüstung und Schutzkleidung sowie deren fachgerechte Entsorgung wurden intensiv diskutiert. Diese erfordern einen hohen personellen und finanziellen Aufwand.

Einen Überblick über den FLL-Fachbericht Artenschutz, der voraussichtlich dieses Jahr veröffentlicht wird, gab der Vorsitzende des FLL-Arbeitskreises Artenschutz, Marco Wäldchen. Da sehr alte Bäume die größte Diversität an Lebensraumstrukturen bieten, sollten diese so lange wie möglich erhalten werden. Solange die Verkehrssicherheit gegeben ist, sollten auch Bäume, die beschädigt sind oder nur noch begrenzt lebensfähig sind, als Habitate erhalten bleiben. Dieser grundlegende Vortrag ist für den Fachverband geprüfter Baumpfleger Auftakt einer nun über Jahre geplanten detaillierten Vortragsreihe zum Artenschutz.

Besonderes Interesse zeigten die Baumpfleger bei der 7. Baumpflegefachmesse. 12 Firmen informierten über ihre Produkte und führten ihre Maschinen vor. Das nächste Baumpflegeseminar richtet der Fachverband geprüfter Baumpfleger vom 8. bis 10. Mai 2020 in Grünberg aus. Die Messe ist für den 9. Mai geplant. (ZVG/FgB)

 

 

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