Prof. Dr. Rolf Röber verstorben

Dr. Rolf Röber, der ehemalige langjährige Professor der Hochschule Weihenstephan-Triesdorf, ist Mitte Juni im Alter von 78 Jahren verstorben.

Dr. Rolf Röber. Bild: HSWT.

Der ehemalige, langjährige Professor der Hochschule Weihenstephan-Triesdorf (HSWT) Dr. Rolf Röber ist Mitte Juni im Alter von 78 Jahren verstorben. Die HSWT verliert mit ihm einen hochgeschätzten Menschen und Kollegen, einen fachlich herausragenden Hochschullehrer und Wissenschaftler. Professor Dr. Röber lehrte bis zu seinem Eintritt in den Ruhestand im Jahr 2006 das Fachgebiet Zierpflanzenbau an der Fakultät `Gartenbau und Lebensmitteltechnologie´.

Röber trat nach dem Gartenbaustudium an der damaligen Technischen Universität (TU) Hannover 1966 eine Assistentenstelle am Institut für Pflanzenernährung der dortigen Fakultät für Gartenbau und Landeskultur an, wo er 1969 promovierte. Nach einer Tätigkeit in einem Forschungsinstitut der Düngemittelindustrie wechselte er 1972 als wissenschaftlicher Angestellter an das Institut für Zierpflanzenbau der Forschungsanstalt für Weinbau, Gartenbau, Getränketechnologie und Landespflege in Geisenheim. Im Jahr 1980 folgte er dem Ruf als Professor für Zierpflanzenbau an die HSWT.

Im Zuge seiner knapp 26 Jahre währenden Tätigkeit an der HSWT hatte Röber neben Lehre und Forschung eine Vielzahl von Funktionen und Ämtern an der Fakultät für Gartenbau und Lebensmitteltechnologie inne, unter anderem das Amt des Dekans und des Prodekans. In seiner Funktion als Auslandsbeauftragter für die gesamte Hochschule setzte er viele Prozesse in Gang. Mehrere Jahre lang leitete er das Institut für Zierpflanzenbau der damaligen Versuchsanstalt für Gartenbau, das mittlerweile im Institut für Gartenbau im Zentrum für Forschung und Wissenstransfer der HSWT aufgegangen ist.

Aktiv für die internationale Zusammenarbeit

Zahlreiche Projekte angewandter Forschung im In- und Ausland sowie mehr als 300 Veröffentlichungen zeugen von der wissenschaftlichen Reputation Röbers in der Fachwelt. Seine Mitwirkung an vielen Fachbüchern führte zu Standardwerken wie beispielsweise dem im Ruhestand fertiggestellten Buch "90 Kulturen im Zierpflanzenbau".

Zu Forschungseinrichtungen im In- und Ausland hielt Röber engen Kontakt. Er etablierte den deutsch-französischen Doppeldiplom-Abschluss der Fakultäten `Gartenbau und Lebensmitteltechnologie´ sowie `Landschaftsarchitektur´ in Kooperation mit dem Institut National d'Horticulture der französischen Partnerhochschule der HSWT in Angers.

Röber war in zahlreichen Kommissionen und Fachorganisationen tätig, sein Rat in Sachverständigengutachten sehr gefragt. Nach seiner aktiven Lehrtätigkeit stellte er sein umfangreiches Wissen im 'Senior Experten Service' für Unterstützung bei gartenbaulichen Fragen im Ausland zur Verfügung.

Vorreiter in der Forschung

Röber war ein Vorreiter in Forschungen zur Nachhaltigkeit im Gartenbau. Bereits vor Jahren führte er zahlreiche Versuche zu Torfersatzstoffen, umweltfreundlichen Kulturtöpfen, neuen Kulturverfahren und dem sparsamen Umgang mit der Ressource Wasser durch.

Auch das Thema Hydrokultur war Röber stets ein besonderes Anliegen. Im über lange Jahre bestehenden "Hydrokulturseminar Weihenstephan" trafen sich unter seiner Leitung Praktiker und Wissenschaftler, um sich auszutauschen. Auch mit Firmen, beispielsweise aus der Düngemittel- und Substratindustrie, arbeitete Röber intensiv zusammen.

Dass der Berufsstand von den Ergebnissen der gartenbaulichen Versuchs- und Forschungsarbeit profitiert, war Röber generell wichtig. Dabei setzte er beispielsweise auf Veranstaltungsformate wie den über Jahre hinweg regelmäßig stattfindenden "Weihenstephaner Zierpflanzentag".

Ein engagierter Dozent

Durch seine Lehrtätigkeit im Fachgebiet Zierpflanzenbau begleitete er über viele Jahre hinweg Studierendengenerationen des Studiengangs Gartenbau. Auf Exkursionen erhielten die Studentinnen und Studenten nicht nur fachlichen Input, sondern auch Informationen zu Geschichte und Denkmalschutz, worin Röber sehr bewandert war. Als seine Nachfolge zwischenzeitlich nicht geklärt war, war es für ihn selbstverständlich, auch im Ruhestand vorübergehend Lehrveranstaltungen zu übernehmen.

Die Fakultät Gartenbau und Lebensmitteltechnologie sowie die gesamte Hochschule werden Prof. Dr. Rolf Röber ein ehrendes Andenken bewahren. (HSWT)

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