Prof. Dr. Rolf Röber in den Ruhestand verabschiedet

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Am 11. Oktober 2006 wurde Prof. Dr. Rolf Röber in den Ruhestand verabschiedet. Prof. Röber war seit 1. März 1980 Professor an der Fachhochschule Weihenstephan. Im Fachbereich Gartenbau und Lebensmitteltechnologie vertrat er die Fächer Zierpflanzenbau, Anbauplanung, Innenraumbegrünung und Botanik. Gleichzeitig war er bis 30. September 2003 Leiter des Instituts für Zierpflanzenbau der damaligen Versuchsanstalt für Gartenbau Weihenstephan, das im Zuge der Umstrukturierung zur neuen Forschungsanstalt in das jetzige Institut für Gartenbau eingegliedert wurde.

 

Kurze Vita

Rolf Röber wurde am 16.09.1941 in Bremen geboren. Nach dem Abitur 1961 absolvierte er zunächst verschiedene gärtnerische Praktika, bevor er an der TU Hannover Erwerbsgartenbau studierte. Nach bestandener Diplomprüfung 1966 erhielt er eine Assistentenstelle am Institut für Pflanzenernährung der Fakultät für Gartenbau und Landeskultur der TU Hannover, wo er 1969 zum Dr. rer. hort. promovierte. Dort war er nach seiner Promotion noch bis Ende 1970 als wissenschaftlicher Assistent tätig.

 

Sein weiterer Werdegang führte Röber zunächst zur Landwirtschaftlichen Versuchsanstalt der Thomasphosphatfabriken GmbH Essen-Bredeney, bevor er 1972 als wissenschaftlicher Angestellter an die Forschungsanstalt für Weinbau, Gartenbau, Getränketechnologie und Landespflege in Geisenheim, Institut für Zierpflanzenbau, wechselte. In dieser Funktion war er gleichzeitig Lehrbeauftragter an der Fachhochschule Wiesbaden, Fachbereich Gartenbau und Landespflege, bis ihn am 1. März 1980 der Ruf als Professor an die Fachhochschule Weihenstephan holte.

 

Festkolloquium zur Verabschiedung von Prof. Dr. Rolf Röber

Anlässlich der Emeritierung von Prof. Dr. Rolf Röber veranstaltete die Fakultät für Gartenbau und Lebensmitteltechnologie der Fachhochschule Weihenstephan am 11.10.2006 ein Festkolloquium mit namhaften Gästen und Referenten aus Wissenschaft, Verbänden, Berufsstand und Presse.

 

Die Referenten webten in ihre Fachvorträge gekonnt und humorvoll Anknüpfungspunkte an das Wirken Röbers ein, erinnerten an gemeinsame Projekte und Zusammenarbeit oder stellten Beiträge zu Projekten vor, die von ihm mit initiiert wurden.

 

Der Präsident der Fachhochschule Weihenstephan, Prof. Hermann Heiler, verabschiedete Prof. Röber in Vertretung des bayerischen Staatsministers für Wissenschaft und Kunst offiziell in den Ruhestand.

 

Bei seiner Rede über das Wirken Röbers an der FH Weihenstephan bezeichnete er diesen als "geheimen Außenminister" der Fakultät für Gartenbau und Lebensmitteltechnologie. Er titulierte ihn ferner als "Botschafter der Fachhochschule Weihenstephan bei den Studenten im In- und Ausland", da er stets sehr viele Kontakte und immer ein offenes Haus für viele Gäste gehabt hätte.

 

Noch jüngst hatte Prof. Röber bei der Schaffung eines deutsch-französischen Doppeldiplom-Abschlusses ab dem Wintersemester 2006/07 der Fakultäten Gartenbau und Landschaftsarchitektur in Kooperation mit dem Institut National d’Horticulture (INH) der französischen Partnerhochschule in Angers - Zitat Präsident Heiler - "solange geschoben, geboxt, übersetzt", bis das Doppeldiplom Realität wurde.

 

Von seiner Vielsprachigkeit (englisch, niederländisch, fließend französisch, spanisch) profitierten Studentengenerationen bei vielen Exkursionen. In den fast 26 Jahren an der Fachhochschule Weihenstephan hatte Prof. Dr. Rolf Röber neben Lehre und Forschung sehr viele Funktionen an der Fakultät für Gartenbau und Lebensmitteltechnologie bekleidet: Dekan, Prodekan, Haushaltsbeauftragter, Stundenplanbeauftragter, Mitglied des Fachbereichsrats, Vorsitzender von Berufungskommissionen, Mitglied der Prüfungskommission, Auslandsbeauftragter im Fachbereich Gartenbau und Lebensmitteltechnologie, Auslandsbeauftragter der Fachhochschule Weihenstephan.

Zahlreiche Projekte angewandter Forschung im In- und Ausland - beispielsweise ein Rosenprojekt in Brasilien - sowie mehr als 300 Veröffentlichungen zeugen von der immensen wissenschaftlichen Reputation Röbers in der Fachwelt.

 

Röber pflegte eine enge Zusammenarbeit mit vielen Forschungseinrichtungen im In- und Ausland und arbeitete in vielen Kommissionen und Fachorganisationen mit. Darüber hinaus war sein Rat in vielen Sachverständigengutachten sehr gefragt.

 

Heinz Herker, Präsident des Zentralverbandes Gartenbau, dankte in seinen Grußworten Prof. Dr. Rolf Röber für seine Verdienste um den gärtnerischen Berufsstand und verlieh ihm die Ernst-Schröder-Münze, die höchste Auszeichnung der Branche (GABOT berichtete).

 

Abschied von Kollegen, Mitarbeitern

Nach einem gemeinsamen Mittagessen mit seinen Gästen erwartete Prof. Röber am Nachmittag ein buntes Programm, zusammengestellt von Kollegen und Mitarbeitern. Nach einigen persönlichen Anekdoten zu Rolf Röber früher und in der Familie - vorgetragen von Ehefrau und Schwiegersohn - und einer musikalischen Einlage des Chors der Forschungsanstalt für Gartenbau wurde dem gebürtigen Bremer dann noch die "Bayerische Staatsbürgerschaft" verliehen. Seine Mitarbeiter aus der Forschungsanstalt Franziska Kohlrausch und Dieter Neumaier erinnerten anschließend in einem heiteren Bilder-Potpourri an sein Wirken an Forschungsanstalt und im Fachbereich.

 

In Anlehnung an sein Interesse am Denkmalschutz wurde dem scheidenden Professor selbst ein Denkmal überreicht - in Form eines dreidimensionalen FH-Weihenstephan-Logos in Aluminium, das auf einem Mahagoni-Sockel ruht.

 

Nachdem Röber von seinen Mitarbeitern und Professoren-Kollegen Präsente als Ausdruck des Dankes und der Anerkennung überreicht worden waren, sprach der Leiter der Forschungsanstalt für Gartenbau und Vizepräsident der Fachhochschule Weihenstephan, Prof. Dr. Sebastian Peisl, offizielle Abschiedsworte aus Sicht der Forschungsanstalt. (fgw)

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