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Netzwerk Leitbetriebe Pflanzenbau: Landnutzung im Wandel
Die Koordinationsstelle des Netzwerks und damit Projektkoordinatorin zieht eine durchwegs positive Zwischenbilanz. Durch die Erweiterung des Formats und die Hinzunahme eines neutralen Experten/einer neutralen Expertin zum jeweiligen Thema haben die Praxis-Talks spürbar an fachlicher Tiefe gewonnen. Die Qualität der Diskussionsbeiträge konnte gesteigert und der Austausch zwischen landwirtschaftlicher Praxis, Beratung, Wissenschaft und Politik verbessert werden. Im Mittelpunkt stehen aber nach wie vor Praxisbeispiele von Betrieben aus dem Netzwerk, die beispielhaft und inspirierend für andere Betriebe sind. Dabei ist es den Veranstaltenden ein besonderes Anliegen, wichtige Themen der pflanzlichen Produktion fachlich fundiert, kritisch aber auch ermutigend zu beleuchten. Grundlage für die Themenfindung sind die Handlungsfelder der Ackerbaustrategie 2035.
Der Praxis-Talk #04 widmete sich dem Thema Landnutzung im Wandel. Den Auftakt machte Prof. Dr. Eckhard Jedicke von der Hochschule Geisenheim. Auf dem Weg zu multifunktionalen Agrarlandschaften ist für den Wissenschaftler ein integrativer Ansatz notwendig. Dazu bedarf es Visionen und Leitbilder, die auf lokaler Ebene in Modelllandschaften heruntergebrochen werden müssen. Flankiert von politischen Rahmenbedingungen und gebündelter Fachkompetenz durch Beratung.
Passend dazu stellte Dr. Uta Mitsch vom Betrieb Warnke Agrar GmbH in Sachsen-Anhalt ihre Maßnahmen auf dem Betrieb vor. Dabei setzt die passionierte Naturschützerin an vielen Stellen auf den bereits angesprochenen Vorbildcharakter und Visionsgeist. Dieser ist aus ihrer Sicht auch notwendig, um innovative Ansätze wirtschaftlich darstellbar zu machen. Landwirtschaft müsse viel größer und komplexer gedacht und die Region in die Überlegungen einbezogen werden. Warnke Agrar will deshalb schon heute das „Land von morgen" gestalten.
Das zweite Praxisbeispiel von Marc Preuss aus Marktredwitz machte deutlich, dass multifunktionale Landschaften unter Einbeziehung der regionalen Bevölkerung möglich sind. In seiner Doppelfunktion als Landwirt und Stadtrat setzt er sich dafür ein, dass eine als Gewerbegebiet ausgewiesene Fläche weiterhin landwirtschaftlich genutzt wird. Dafür wurde mit dem Greenpark Fichtelgebirge ein umfassendes Konzept zur Regionalentwicklung entwickelt, mit dem Ziel, die Landschaft vielfältig zu nutzen.
An den vier Terminen der Online-Reihe im Jahr 2023 nahmen knapp 700 Personen teil, darunter vor allem Landwirtinnen und Landwirte, aber auch Vertreterinnen und Vertreter aus Beratung, Wissenschaft und Politik. Dieses breite Spektrum an Hintergründen freut die Veranstalterinnen und Veranstalter besonders und zeigt das Interesse an dem Format. Im nächsten Jahr soll daran angeknüpft werden. Die Praxisgespräche werden ab Februar 2024 fortgesetzt. Nähere Informationen dazu folgen rechtzeitig.

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