Netzwerk Leitbetriebe Pflanzenbau: Boden erleben, Menschen bewegen

Das Netzwerk Leitbetriebe Pflanzenbau zieht nach einem halben Jahr eine erste positive Bilanz der bundesweiten Gemeinschaftsaktion "Boden erleben!".

Netzwerk Leitbetriebe Pflanzenbau: Gemeinschaftsaktion "Boden erleben!".

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„So macht Öffentlichkeitsarbeit Spaß", beginnt ein Instagram-Post von Leitbetrieb Martin Ernst aus Ottbergen. „30 Sekunden nachdem ich die Infotafeln aufgestellt hatte, hielt schon der erste Radfahrer an." Ernst spricht von den Feldrandschildern, die im Rahmen der Gemeinschaftsaktion „Boden erleben!" des Netzwerks Leitbetriebe Pflanzenbau entstanden sind. Sie sollen Vorbeikommende über die wichtigste Ressource der Landwirtschaft informieren: den Boden. Zehn verschiedene Bodenthemen werden auf den Infotafeln erläutert. Jetzt im Frühjahr kommen sie endlich an den Feldrändern von Ernst zum Einsatz. Und nicht nur bei ihm: Bisher beteiligen sich schon mehr als zwei Drittel des knapp 100 Betriebe umfassenden Netzwerks an der Aktion. So werden die Feldrandschilder noch viele weitere Ackerflächen in ganz Deutschland zieren und Passanten auf eine Reise in die faszinierende Welt des Bodens mitnehmen.

Interesse für die Landwirtschaft wecken und Wertschätzung für die Arbeit der Landwirtinnen und Landwirte vermitteln – das ist das Ziel der Gemeinschaftsaktion "Boden erleben!". Am Thema Boden lässt sich auf vielfältige Weise zeigen, was die Landwirtschaft leistet – auch für Klimaschutz und Klimaanpassung. Die Aktion bietet eine Plattform für praxisnahes Lernen für alle Altersgruppen und die Möglichkeit zum direkten Austausch mit Expertinnen und Experten bei Veranstaltungen auf den Mitgliedsbetrieben des Netzwerks. Gut ein Drittel der Netzwerkbetriebe haben in den ersten sechs Monaten des Aktionszeitraums bei knapp 70 Veranstaltungen gezeigt, wie wichtig der Boden für die Landwirtschaft ist. Auf den Nordseeferienhöfen Mushardt in Otterndorf in der Nähe von Cuxhaven nimmt Markus Mushardt zum Beispiel kleine Gäste mit zur Erkundung des Erdreichs. Der wichtigste Mitarbeiter des Betriebs ist Regenwurm Fridolin. Die Kinder erfahren, wovon Fridolin sich ernährt und warum ein Leben für uns Menschen ohne Fridolin und seine Freunde unmöglich ist. Die Gönnatal-Agrar eG aus dem thüringischen Lehesten Altengönna hat im Rahmen der Gemeinschaftsaktion über 40 Schulen im Umkreis angeschrieben und auf den Betrieb eingeladen, um mehr über die Landwirtschaft und das Thema Boden zu erfahren. Weitere Betriebe laden zu Feldbegehungen, gemeinsamen Spatenproben, Hofbesichtigungen und weiteren interessanten Boden-Terminen ein.

Zeit für eine Halbzeitbilanz

Genau ein Jahr läuft die Initiative des Netzwerks Leitbetriebe Pflanzenbau, für die der Bundesminister für Ernährung und Landwirtschaft Cem Özdemir am 1. Oktober 2023 den Startschuss gab: „Unsere Böden sind wertvoller als Diamanten, ohne sie wächst kein Weizen für Brot, kein Gemüse für Salat oder Grünfutter für unsere Tiere. Gesunde Böden bilden die Basis unserer Lebensmittelproduktion. Auch beim Klimaschutz spielen Böden eine wichtige Rolle, denn sie speichern Kohlenstoff in Form von Humus, nehmen Wasser schnell auf und halten es. Unsere Böden gesund zu halten, das wird mit Blick auf die Klimakrise und ihre Folgen wie Hitze, Starkregen und Dürren immer wichtiger. Bei der Gemeinschaftsaktion „Boden erleben!" zeigen die Landwirtinnen und Landwirte des Netzwerkes Leitbetriebe Pflanzenbau, wie sie ihre Ackerböden bodenschonend bewirtschaften – etwa durch eine möglichst ganzjährige Bodenbedeckung, mit ausgeklügelten Fruchtfolgen oder mit Agroforstsystemen. Für die Besucherinnen und Besucher werden die Betriebe dabei zu echten Erlebnishöfen. Ich kann nur empfehlen, die vielfältigen und interessanten Veranstaltungen für einen Ausflug zu nutzen – gerne mit der ganzen Familie. Es ist eine Chance, die großartige Arbeit unserer Bäuerinnen und Bauern zu erleben, die unsere Ernährung sicherstellen und einen wichtigen Beitrag zum Klima- und Umweltschutz leisten."

Jetzt ist Halbzeit. Zeit, Bilanz zu ziehen: Martin Ernst tut das bei einer gemeinsamen Feldbegehung. Gemeinsam mit seiner Tochter Franziska hat er die Öffentlichkeitsarbeit auf dem Betrieb sichtbar ausgebaut, seit er Mitglied im Netzwerk Leitbetriebe Pflanzenbau ist. In den sozialen Medien informieren die beiden regelmäßig über das Geschehen auf dem Betrieb, geben Einblicke in den modernen, nachhaltigen Ackerbau und berichten auch über die damit verbundenen Herausforderungen. „Wir haben gemerkt, wie wichtig Öffentlichkeitsarbeit in der Landwirtschaft ist. Wir müssen die Menschen mitnehmen, damit sie uns und unsere Arbeit verstehen. Die Gemeinschaftsaktion „Boden erleben!" bietet uns die Möglichkeit, alle Altersgruppen über das Thema Boden zu informieren und für die Landwirtschaft zu begeistern". Das Interesse an den Veranstaltungen auf dem Hof ist groß: Pünktlich zum Zukunftstag am 25. April 2024 besuchten fünf Schülerinnen den Betrieb und ein 50-köpfiges Lehrerkollegium wurde dort zeitgleich fortgebildet.

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