Laubholzbockkäfer: Analyse nach Fällungen

Die Bayerische Landesanstalt für Landwirtschaft (LfL) und das Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (AELF) Holzkirchen haben Ende März diesen Jahres mit Fällungen nach Vorgaben des Bundes und der EU zur Bekämpfung des Asiatischen Laubholzbockkäfer (ALB) begonnen.

Der ALB überlebt die kalte Jahreszeit als Larve in den befallenen Bäumen. Bild: LfL.

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In den vorgegebenen 100-Meter-Radien sind von den relevanten 16 Laubgehölzgattungen (sogenannte „spezifizierte Pflanzen“) 13 Gattungen festgestellt, gefällt und untersucht worden. Im Freisinger Quarantänelabor ergab die Analyse dieser entnommenen Gehölze aus der Befallszone Miesbach insgesamt 40 lebende Käfer, von denen allein 7 im speziell gesicherten Labor in Freising geschlüpft sind. Es konnten zudem rund 130 Larven und circa 400 Eiablagestellen festgestellt werden. An 97 Gehölzen konnte ALB-Befall festgestellt werden, wobei 77 Gehölze lebenden Befall aufwiesen. Bei den vom ALB-befallenen Gehölzen handelte es sich um Ahorn, Rosskastanie, Birke und Weide. Der bei den Fällungen im Frühjahr gefundene ALB-Befall machte weitere Fällmaßnahmen, eine Änderung der Allgemeinverfügung sowie eine Erweiterungen der bisherigen Befallszone in Richtung Südosten und Nordwesten notwendig. Die anschließenden Bekämpfungsmaßnahmen, die Mitte Mai endeten, ergaben keine weiteren Funde.

Die ALB-Verdachtsproben haben die Experten der LfL während der Fällungen sichergestellt und in das Quarantänelabor am Institut für Pflanzenschutz der LfL nach Freising gebracht. Die Spezialisten der LfL haben die Holzproben sachkundig geöffnet und auf ALB-Befallsmerkmale untersucht. An den 97 mit ALB-Befall festgestellten Gehölzen wurden etwa 400 Eiablagen, 130 lebende Larven und 40 Käfer des ALB festgestellt. Einige der gefundenen Larven wurden zur DNA-Analyse geschickt, andere für weitere Untersuchungen archiviert. Die befallenen Bäume gehören den Gattungen Ahorn (Acer spp.), Rosskastanie (Aesculus spp.), Birke (Betula ssp.) und Weide (Salix ssp.) an.

Zwei vom ALB befallene Bäume, die bei Fällungen im April gefunden wurden, bewirkten eine Erweiterung der Miesbacher ALB-Befallszone, im Südosten und Norden. Bei der nördlichen Fläche im Bereich der Riviera handelte es sich um öffentlichen Grund und es wurde im konstruktiven Vorgehen von LfL und der Stadt Miesbach beschlossen, die notwendigen Fällungen unmittelbar an die laufende Maßnahme anzuschließen. Diese konstruktive Zusammenarbeit aller Beteiligten ermöglichte ein zügiges und gleichzeitig sorgsames Erledigen der notwendigen Bekämpfungsmaßnahmen. Der teilweise massive Käferflug bei Entdeckung des Befalls im August 2019 war Hintergrund für die durchgehenden Fällungen ab dem Frühjahr 2020, wenn auch unter den erschwerten Bedingungen der Corona-Epidemie einerseits sowie der teilweise schwierigen Geländegestaltung in den Fällbereichen andererseits. Die LfL hat in diesem Zeitraum der einsetzenden Brutzeit Rechnung getragen und die Arbeiten bis zum Flüggewerden der Jungtiere verschoben, beziehungsweise in Zusammenarbeit mit den örtlichen Vogelschutzverbänden brütende Vögel umgesetzt oder Nestlinge zu einer Pflege zum Aufziehen und Auswildern gebracht. Die Zusammenarbeit zwischen der Stadt Miesbach, dem Bauhof, dem AELF Holzkirchen, den örtlichen Vogelschutzverbänden, der Unteren Naturschutzbehörde des Landratsamts Miesbach, den an der Maßnahme beteiligten Firmen sowie der LfL verlief äußerst konstruktiv und zielführend.

Im Waitzinger Park wurden 22 Linden von den Fällungen ausgenommen, da sie aufgrund ihres kulturellen Wertes für die Allgemeinheit unter Naturschutz gestellt wurden. Für das intensive Monitoring dieser Bäume, die als geschützter Landschaftsbestandteil erhalten bleiben sollen, wurde in enger Abstimmung mit der Stadt Miesbach als Lasten- und Kostenträger sowie mit dem Landratsamt Miesbach als unter Schutz stellender Behörde ein Konzept entwickelt. Kern dieses Konzeptes ist ein intensives Kronenmonitoring durch erfahrene, von der LfL speziell auf ALB-Diagnose ausgebildete Baumkletterer.

Die Bürger sind auch weiterhin aufgerufen, die Bekämpfung des ALBs aktiv zu unterstützen und den ausgewiesenen Sammelplatz für Schnittgut zu nutzen. Die LfL bedankt sich für die bisher sehr gute Mitwirkung und hat zwei Bitten für eine reibungslose Untersuchung des abgegebenen Schnittgutes: Bitte achten Sie auf eine handliche Größe der einzelnen Baumstücke von maximal zwei Meter Länge und lassen Sie eine Lücke zwischen den einzelnen Holzhaufen. Dies erleichtert die Kontrolle durch die LfL-Inspektoren und die ALB-Spürhunde. (LfL)

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