Klasmann-Deilmann: Deckerden für die Champignonproduktion

Deckerden zählen zu den wichtigen Betriebsmitteln in der Champignonproduktion. Sie bestehen im Wesentlichen aus stark zersetzten Torfrohstoffen.

Zwier van Olst, Geschäftsführer Energiehout B.V. (links), und Ted Vollebregt, Geschäftsführer Bol Peat B.V. (rechts), unterzeichnen den Vertrag. Bild: Klasmann-Deilmann.

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Bol Peat hat sich langfristige Vertriebsrechte für sogenannte Deckerden* gesichert, die in der Produktion von Champignons eingesetzt werden. „Damit stärken wir unsere Position in einem wichtigen Segment der Ernährungswirtschaft“, sagt Moritz Böcking, Geschäftsführer der Klasmann-Deilmann-Gruppe. Spätestens zum Jahreswechsel 2020/2021 sollen nennenswerte Mengen dieser Rohstoffe zur Verfügung stehen. Vertragspartner des über mehrere Jahre laufenden Projekts ist die niederländische Energiehout B.V. als Tochtergesellschaft der staatlichen Forstverwaltung.

Das niederländische Forstwirtschaftsamt Staatsbosbebeer bereitet seit 2019 ein Naturentwicklungsprojekt bei Breda vor. Um den Flüssen an der Grenze zu Belgien zusätzliche Überflutungsflächen zu schaffen, sollen die Ufer bei Weimeren abgesenkt und ein tieferes Flussbett geschaffen werden. Aus diesen Maßnahmen werden positive Effekte auf die regionale Biodiversität erwartet.

Im Zuge der Bearbeitung der Fläche mit insgesamt 200 ha werden auch Niedermoortorfe freigelegt, die für die Champignonindustrie interessant sind. „Wir haben den Rohstoff auf seine Eignung als Deckerde geprüft“, berichtet Ted Vollebregt, Geschäftsführer von Bol Peat. „In einer ausgewogenen Mischung mit deutschem Schwarztorf ergibt sich ein hervorragendes Produkt für die Champignonproduktion.“ Anders als vergleichbare Rohstoffe benötigt der niederländische Niedermoortorf weder Frost noch Trocknung. Gleichwohl kommt der Qualitätssicherung hohe Bedeutung zu. „Um die Vermarktung und die Zufriedenheit unserer Kunden zu gewährleisten, lassen wir den Rohstoff nach RHP-Standards zertifizieren, die umfassende und strikte Qualitätskriterien beinhalten.“ Vorgaben für die Aufbereitung des Rohstoffs werden darüber hinaus eng mit dem beauftragten Dienstleistungsunternehmen Den Breejen abgestimmt.

„Unsere Substrate und Deckerden sind in der internationalen Ernährungswirtschaft unverzichtbar. Knapp die Hälfte unserer Produkte liefern wir an Betriebe, die Obst, Gemüse, Kräuter und Speisepilze kultivieren. Gesunde Nahrungsmittel sind für unser Unternehmen von zentraler Bedeutung“, erläutert Moritz Böcking. „Wir freuen uns sehr darüber, lokale Rohstoffe für die Ernährungswirtschaft nutzen zu können und zu einem wichtigen Umweltschutzprojekt in den Niederlanden beizutragen.“ (K-D)

*Sogenannte Deckerden zählen zu den wichtigen Betriebsmitteln in der Champignonproduktion. Sie bestehen im Wesentlichen aus stark zersetzten Torfrohstoffen. Für die Pilzproduktion werden in den Betrieben zunächst großflächig spezielle Komposte ausgelegt, die z. B. aus Stroh und Pferdedung bestehen und mit Champignons geimpft werden. Darüber wird eine etwa sieben Zentimeter dicke Schicht der Deckerde ausgebreitet, die der Pilz durchdringt. An der Oberfläche bildet sich schließlich der Fruchtkörper des Speisepilzes.

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