KETTLER: Erneutes Insolvenzverfahren

KETTLER setzt Sanierungsprozess fort: Das Amtsgericht Arnsberg genehmigt die vorläufige Eigenverwaltung im Insolvenzeröffnungsverfahren.

In diesem Jahr feiert das Unternehmen Kettler sein 70. Jubiläum. Bild: Kettler.

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Gestern wurde durch die Unternehmen Kettler Freizeit GmbH und Kettler Plastics GmbH beim Amtsgericht Arnsberg ein Antrag auf Eigenverwaltung gestellt. Diesem Antrag wurde durch das Gericht stattgegeben. Der Geschäftsbetrieb läuft uneingeschränkt weiter. Die übrigen Gesellschaften der Kettler-Gruppe sind von den Verfahren nicht betroffen. Insgesamt arbeiten über 550 Mitarbeiter weltweit für die Kettler-Gruppe, die seit 1949 als einer der führenden Hersteller von Freizeitartikeln am Markt tätig ist.

Die betroffenen Arbeitnehmer der Unternehmensgruppe wurden umgehend über das Verfahren informiert. Ihre Löhne und Gehälter sind bis Ende September über die Bundesagentur für Arbeit gesichert.

Das Unternehmen wird die nächsten Schritte gemeinsam mit der Gesellschafterin gehen, die sich in den letzten Monaten bereits erheblich finanziell und persönlich engagiert hat. Diese hatte das Unternehmen vor acht Monaten aus einem Verfahren übernommen. Es stellte sich jedoch heraus, dass die Möglichkeiten im vorherigen Verfahren nicht hinreichend genutzt wurden und nicht alle Aufgaben in der Kürze der Zeit ausreichend erledigt werden konnten, um Kettler zukunftsfähig aufzustellen. Die aktuelle Unternehmenssituation macht diesen Schritt daher erneut erforderlich. „Unser Ziel ist es, das Verfahren nochmals zu nutzen, um den Geschäftsbetrieb mit geeigneten Maßnahmen nachhaltig zu sanieren“, erklärt der Geschäftsführer.

Die Gesellschafterin und die Geschäftsführung sind überzeugt von den Möglichkeiten, die das Unternehmen und die Marke bieten und sehen weiter großes Potential für eine zukünftig positive Geschäftsentwicklung.

Die Gesellschaft vertraut im Sanierungsverfahren auf den Sachverstand der Kanzlei LAMBRECHT sowie der PricewaterhouseCoopers GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft.

Das Amtsgericht Arnsberg bestellte Rechtsanwalt Georg Kreplin zum vorläufigen Sachwalter, der das Sanierungsverfahren für die Gläubiger überwacht und begleitet. Der Sachwalter und die Geschäftsführung haben sich in einem ersten Gespräch bereits über notwendige Schritte abgestimmt. Das Eigenverwaltungsverfahren ist ein gerichtliches Sanierungsverfahren, bei dem die Geschäftsführung das Unternehmen unter Aufsicht des Sachwalters weiterführen und neu aufstellen kann.

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