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IGW: Bisher keine Dürreschäden
„Außer etwas Sonnenbrand an den Zweigen haben wir keine Schäden, auch nicht bei den Jungpflanzen. Die Christbäume stehen gut und schön grün, obwohl wir nicht bewässern. Wir sind selbst erstaunt“, sagt Stefan Spennesberger vom Tannenhof Oberweilbach im Landkreis Dachau. Dabei ist der Süden Bayerns und Baden-Württembergs besonders betroffen vom diesjährigen extremen Regenmangel. Das Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung (Leipzig) weist für den Gesamtboden eine 50- jährliche Dürre aus, also einen Mangel an Bodenfeuchte bis in zwei Meter Tiefe, wie er statistisch nur alle 50 Jahre vorkommt.
Die Aussage von Stefan Spennesberger, der mit seiner Familie auf 70 Hektar Nordmanntannen zieht, bestätigt sein Verband, die Interessengemeinschaft der Jungweihnachtsbaumanbauer (IGW): „Uns sind in ganz Deutschland und Österreich keine größeren Ausfälle bekannt“, sagt der Vorsitzende der IGW, Peter Geiß (Peiting). Auch seine Kulturen im Landkreis Weilheim-Schongau „stehen prächtig“. Verheerend können allerdings Hitzegewitter sein, die Hagel bringen – der könne ganze Bestände vernichten.
Nach Peter Geiß‘ Einschätzung kam den Weihnachtsbäumen dieses Jahr das noch ausreichend feuchte Frühjahr zugute. Während bei den Feldfrüchten eine Missernte zu erwarten ist, scheint der extreme Sommer den Nordmanntannen wenig anzuhaben. Dies bestätigt Dr. Andreas Wrede, Leiter des Fachbereichs Versuchswesen, Gartenbau und Baumschule der Landwirtschaftskammer Schleswig-Holstein. Er verweist auf die Pfahlwurzel der Nordmanntanne, die Feuchtigkeit in tiefgründigen Böden erschließen kann. Außerdem haben die Tannen einen hohen Wurzeldruck, das heißt sie ziehen oft die Restfeuchte des Bodens stärker an als umgebende Konkurrenzpflanzen. Über 80% der etwa 25 Millionen deutschen Weihnachtsbäume sind Nordmanntannen.
Im Gegensatz zu den Laubbäumen, vor allem den Birken, habe die Trockenheit den Nadelbaum-Arten nicht oder kaum geschadet, stellt Forstwirtschaftsmeister Roman Thielen fest. Er führt einen Forstbetrieb im Eifelkreis Bitburg-Prüm und ist Vorstandsmitglied der IGW. Sogar die Fichtenbestände sähen gut aus, obwohl diese Baumart als besonders durch Trockenheit gefährdet gilt – zu Unrecht, wie Thielen ausführt: Zwar reduziere Wassermangel den Harzfluss, was der Fichte die Bekämpfung des Borkenkäfers erschwert, werde jedoch die massenhafte Vermehrung des Käfers durch Waldpflege unterbunden, können auch Fichten Trockenphasen gut überstehen.
Stefan Spennesberger hofft jetzt, wie alle Weihnachtsbaumanbauer, von Hagelereignissen verschont zu bleiben. Er bedauert seine Kollegen in der Landwirtschaft, denen das Heu fehlt und die schlechte Ernten einfahren; zugleich ist er froh, vergangenes Jahr zusammen mit seinem Sohn Michael die Entscheidung getroffen zu haben, auf den bisher noch nebenher betriebenen Getreide- und Maisbau verzichtet und ganz auf Christbäume umgestellt zu haben.

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