IGW: Zieht eine positive Weihnachtsbaumbilanz

Interessengemeinschaft der Jungweihnachtsbaumanbauer (IGW) zieht eine positive Bilanz. Vermutlich lag es am Wetter. In den meisten Gegenden Deutschlands und Österreichs waren die letzten zwei Monate des Jahres 2025 trocken und der Dezember dazu vergleichsweise mild, sodass den Weihnachtsbaumanbauern die Ernte leichter als sonst von der Hand ging und auch die Kundschaft mehr Freude am Aussuchen ihrer Bäume hatte.

Selbst in der Kultur den Weihnachtsbaum auszusuchen und abzusägen liegt weiterhin im Trend. Verbunden mit einer kleinen Bewirtung, wird für Familien ein Weihnachtsbrauch daraus. Bild: Lena Ullrich.

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Unterm Strich, so bilanziert die IGW (Interessengemeinschaft der Weihnachtsbaumanbauer), bedeutete das für die meisten ihrer 80 Mitgliedsbetriebe eine erfreuliche Saison, für manche sogar die beste seit Langem. „Es war rechtzeitig vor der Ernte kalt genug, dass die Tannen in die Winterruhe gehen konnten und kein Nadelfall mehr zu befürchten war, und statt Schnee zu räumen, konnten wir uns ganz auf den Verkauf konzentrieren“, fasst der IGW-Vorsitzende Peter Geiß (Peiting, Oberbayern) zusammen. Sorgenfalten hat der 56-Jährige dennoch auf der Stirn: Der Mindestlohn steigt, und die nachgemachten Weihnachtsbäume aus Plastik finden offenbar mehr Abnehmer.

In einer Umfrage trugen die Jungweihnachtsbaumanbauer die Besonderheiten ihrer Verkaufssaison zusammen. Demnach setzt die Nachfrage immer früher ein, zum Teil schon vor dem ersten Advent. Das entspannt einerseits den Verkauf auf den Höfen und an den Ständen, setzt andererseits aber die Anbauer auch unter Druck, frühzeitig mit dem Einschlag zu starten. Der Trend zu großen Bäumen ab zwei Meter verstetigt sich, auch breiter und etagiert dürfen sie sein. Drei Eigenschaften ihres Weihnachtsbaums sind der Kundschaft besonders wichtig: in der Heimat gewachsen, Frische und Qualität. „Der Pflegeaufwand, den wir das Jahr über mit Zweigregulierung und Formschnitt betreiben, wird honoriert“, folgert Peter Geiß.

Der IGW-Vorsitzende freut sich für die Branche, dass der gute Abschluss die Teuerung bei den Personal- und Betriebskosten etwas ausgleiche. Zugleich stellt er fest, dies sei neben dem Wetter auch der Tatsache geschuldet, dass in bestimmten Sortimenten eine leichte Verknappung eingesetzt habe, was sich positiv auf die Preisgestaltung ausgewirkt habe. „Die Zeiten der Überproduktion sind definitiv vorbei“, so Geiß. Zudem machten sich die Ernteausfälle durch die mancherorts eingetretenen Frostschäden an den Jungpflanzen vor sieben Jahren jetzt deutlich bemerkbar. Vermutlich seien daher gerade im Großhandel für die Anbauer bessere Erlöse bei in etwa gleichen Absatzmengen zu erzielen gewesen. Ausführlich mit ihrer Saison 2025 werden sich die Mitglieder der IGW bei ihrem Wintertreffen Anfang Februar am Bodensee befassen.

Anm: Gesicherte Zahlen zum Bedarf an Weihnachtsbäumen gibt es nicht. Schätzungen gehen von alljährlich 25 bis 30 Mio. Bäumen in Deutschland und von 3 Mio. in Österreich aus. Die beliebteste Baumart ist nach wie vor mit weitem Abstand die Nordmanntanne; ihr Anteil liegt bei über 80%.

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