IG Pflanzenschutz: Fordert höhere Investitionen

Die Interessengemeinschaft (IG) Zukunft Pflanzenschutz setzt sich zum Ziel, bis 2030 Alternativen zu den umstrittensten Pflanzenschutzmitteln entwickelt zu haben. Zu diesem Zwecke soll die Forschung weiter intensiviert und die entsprechenden Investitionen verdoppelt werden. Bestehende, ökonomisch und ökologisch nachhaltige Ersatzmaßnahmen sollen bei den Mitgliedern noch systematischer und flächendeckender eingesetzt werden.

Die Interessengemeinschaft (IG) Zukunft Pflanzenschutz fordert mehr Innovationen statt Verbote. Bild: GABOT.

Anzeige

Die IG Zukunft Pflanzenschutz anerkennt in der Schweiz einen Handlungsbedarf im Bereich der Pflanzenschutzmittel (PSM). Sie setzt auf Innovation und wirtschaftliche Anreize, statt Verbote, wie sie die beiden Pflanzenschutz-Initiativen fordern. Wenn Produzentinnen und Produzenten wirtschaftliche Alternativen zu bestehenden Pflanzenschutzmitteln erhalten, reduzieren sie deren Einsatz automatisch. Bereits heute kommen PSM erst zum Zuge, wenn keine umsetzbare Alternative existiert. Die IG schließt sich der Überzeugung des Bundesrats an, dass die Agrarpolitik ab 2022 (AP22+) sowie der Aktionsplan Pflanzenschutz eine solide Grundlage für die Reduktion der Risiken von Pflanzenschutzmitteln darstellen.

Eine ambitionierte Vision

Die Vision der fünf Mitgliederverbände sieht unter anderem Folgendes vor: Das Bundesamt für Landwirtschaft (BLW) hat einige PSM als Mittel mit besonderem Risikopotenzial eingestuft. Für diese sollen bis 2030 Alternativen entwickelt werden, die ökonomisch und ökologisch nachhaltig sind. "Unsere Verbände haben in den letzten Jahren dutzende Projekte im Bereich Pflanzenschutz initiiert. Gemeinsam mit unseren Partnern aus Wissenschaft und Verwaltung haben wir so Projekte im Umfang von rund 12 Millionen ausgelöst", so Olivier Mark, Präsident des Steuerungsausschusses der IG. Erste Erfolge wurden bereits erzielt, so sank die Anzahl der für die integrierte Produktion eingesetzten Menge von PSM in den letzten zehn Jahren um 27%. Das genügt allerdings noch nicht: "Unsere Mitglieder verpflichten sich, zusätzliche Projekte zu initiieren, welche zu einer Verdopplung der Investitionen in Forschung und Entwicklung führen", so Mark.

Innovation statt Verbote

Die Produzentinnen und Produzenten nutzen bereits heute zahlreiche Methoden, um ihre Pflanzen auf nachhaltige Weise vor Witterung, Naturereignissen, Unkraut und natürlichen Feinden zu schützen. Sie setzen Nützlinge ein, bauen resistente Sorten an, verwenden Techniken wie das Verwirrungssystem oder nutzen technische Innovationen. Die Mitglieder der IG verstärken ihre eigenen Reduktionsbemühungen weiter. Sie setzen bestehende Methoden noch systematischer und flächendeckender ein.

Wie Innovation funktioniert, zeigt das Beispiel des Pflanzenschutzroboters, der seit einem Jahr in der Testphase ist. Durch die gezielte Behandlung von Kopfsalaten konnten 85% an PSM eingespart werden. Und dies ohne Ertragseinbußen. Auch das Beispiel der Kirschessigfliege ist eindrücklich. Dieser neuartige, aus Asien stammende Schädling bedroht seit 2011 vor allem den Obstanbau. Durch die enge Zusammenarbeit zwischen Vertretern aus Produktion, Beratung, Verwaltung und Wissenschaft konnte ein wirksames Maßnahmenpaket entwickelt werden: Dank konsequentem Monitoring, der Verbesserung der Feld- und Erntehygiene sowie dem Einsatz von Netzen wurde der Schädlingsbefall signifikant reduziert.

Fortlaufende Entwicklung neuer Lösungen

Die IG wird weitere Lösungen zur Reduktion der Risiken von PSM entwickeln. Zur Diskussion steht unter anderem die Idee der Kennzeichnung von Produkten von Produzenten, die freiwillig an Projekten zur Reduktion der Risiken von Pflanzenschutzmitteln partizipieren. Dadurch sollen Konsumentinnen und Konsumenten die Möglichkeit erhalten, entsprechende Produzenten zu unterstützen und ihren Beitrag an die Forschung zu leisten. Denn der IG ist klar: Es braucht die Anstrengungen aller, vom Produzenten, Großhändler bis zum Konsumenten, damit weitere Fortschritte im Bereich des Pflanzenschutzes erzielt werden können.

Der GABOT-Newsletter

Kommentare (0)

Bisher sind keine Kommentare zu diesem Artikel erstellt worden.