Rheinland-Pfalz: Pflanzenschutz aus der Luft

Die Koalitionsfraktionen haben am Freitag einen Antrag „Praxiseinführung von Drohnen im Steillagenweinbau fördern“ in den Landtag in Rheinland-Pfalz eingebracht.

Wolfgang Schwarz. Foto: SPD-Fraktion RLP | A. Heimann.

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Zum Antrag „Praxiseinführung von Drohnen im Steillagenweinbau fördern“ erklärt der weinbaupolitische Sprecher der SPD-Landtagsfraktion, Wolfgang Schwarz:

„Die Steillagen an Mosel, Rhein und Ahr gehören zu den prägenden Weinkulturlandschaften in Rheinland-Pfalz. Weine aus diesen Lagen stehen für exzellente Qualität und werden von Weingenießern weltweit geschätzt. Um diese einzigartigen Kulturlandschaften zu erhalten, könnten in Zukunft vermehrt Drohnen zum Einsatz kommen, etwa beim Ausbringen von Pflanzenschutzmitteln oder der Kontrolle der Weinberge. Bisher ist der Pflanzenschutz aus der Luft nur unter bestimmten Bedingungen erlaubt, etwa wenn wie im Kronenbereich von Wäldern oder im Steillagenweinbau keine vertretbaren Alternativen zum Helikoptereinsatz bestehen. Für Spritzdrohnen gibt es dagegen noch keine bundesweite Zulassung. In ihrem Plenarantrag setzen sich die Koalitionsfraktionen daher dafür ein, die bestehenden rechtlichen Hürden für den Drohneneinsatz im Steillagenweinbau auf Bundesebene abzubauen und die Drohne als Pflanzenschutzgerät anzuerkennen.

Der Einsatz von Drohnen hat enormes Potenzial für den Steillagenweinbau. Das Steillagenzentrum beim Dienstleistungszentrum Ländlicher Raum Mosel in Bernkastel-Kues leistet bei der Erforschung des Nutzens von Drohnen für den Weinbau hervorragende Pionierarbeit. Seit 2017 wird in einem anwendungsbezogenen Projekt erprobt, welches Potenzial im Drohneneinsatz steckt. Gegenüber dem Einsatz von Hubschraubern haben Drohnen verschiedene Vorteile: Durch eine Festlegung der Flughöhe und die zielgenaue Ausbringung kann die Abdrift der Pflanzenschutzmittel verringert werden. Die Menge der ausgebrachten Spritzmittel kann so reduziert werden, davon profitieren Umwelt, Wasser und die geernteten Produkte. Zudem ist die Lärmbelästigung im Vergleich zu den eingesetzten Helikoptern geringer. Anders als beim Hubschraubereinsatz besteht bei den unbemannten Drohnen zudem keine Unfallgefahr für die Besatzungen.

Die Bewirtschaftung von Steil- und Steilstlagen ist für Winzerinnen und Winzer bisher nur mit sehr großem Arbeitsaufwand zu leisten. Fast alle Arbeiten im Weinberg müssen in Handarbeit durchgeführt werden. Neben dem Pflanzenschutz kann die Drohne weitere Aufgaben im Weinberg übernehmen: Aufzeichnungen aus der Luft können Aufschluss geben über Wachstum, Düngebedarf, Reifezustand sowie Krankheiten der Reben. Die Drohnentechnik kann so einen großen Beitrag zur Steigerung der Produktivität und Rentabilität leisten. Die konkreten Arbeitserleichterungen durch den Drohneneinsatz können perspektivisch dazu beitragen, die Bewirtschaftung von Steillagen für Winzerinnen und Winzern attraktiver zu machen.“

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