Floriade Expo 2022: Plan und Pflanzungen in bewährten Händen

Seit der Floriade 1982 in Amsterdam ist Niek Roozen in unterschiedlichen Rollen dabei, als Designer von Parkflächen und Hallenschauen, im Auftrag unterschiedlicher niederländischer Absatzförderungsorganisationen, 2002 in Haarlemmermeer als federführender Chefarchitekt und jetzt in Almere als derjenige, der mit seinem Büro die Verantwortung für sämtliche Bepflanzungen trägt.

Niek Roozen ist mit seinem Büro verantwortlich für sämtliche Bepflanzungen der Floriade Expo 2022 unter dem Motto "Growing Green Cities". Bild: floriade.com.

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Diese Aufgabe erfüllt Niek Roozen begeistert und mit einer großen Mission und kreativen Ideen. „Growing Green Cities" ist das Motto der diesjährigen Floriade Expo, die vom 14. April bis zum 9. Oktober stattfindet. Thematisch geht es um die Schaffung einer grünen Struktur aus Abertausenden Pflanzen und einem Zusammenspiel von Bäumen, Sträuchern, Stauden, Gräsern, Blumenzwiebeln und Einjährigen für eine grüne und gesunde Stadt.

Der Ort dafür könnte nicht spektakulärer sein: Almere im Nordosten Amsterdams ist eine sehr junge Stadt, die in den letzten 50 Jahren unter dem Meeresspiegel in gepolderter Landschaft entstanden ist und heute über 215.000 Einwohner zählt. So verwundert es nicht, dass diese Floriade auch konzeptionell gänzlich andere Ziele verfolgt als die Expos davor. „Die früheren Floriaden wurden hauptsächlich als Ausstellungsparks entworfen, diese Floriade in Almere ist die erste, die eine Stadt entwirft, die danach auch eine echte Stadt sein wird", so Niek Roozen. „Mit der Planung haben wir - ein Team von Architekten und Stadtplanern, darunter Winny Maas - vor acht Jahren begonnen und seit fünf Jahren bauen wir an der Stadt. Die Infrastruktur, die Straßen, neun Brücken, all dies sind Strukturen einer neuen, nachhaltigen Stadt, die nach der Expo in ihrer Urbanität weiterentwickelt und bewohnt sein wird. Normalerweise dauert eine Floriade sechs Monate und deckt drei Jahreszeiten ab: Frühling, Sommer und ein bisschen vom Herbst. Für diese Floriade ist auch der Winter wichtig, denn wir planen eine grüne Infrastruktur für alle vier Jahreszeiten und das auf lange Sicht. 90.000 Gehölze, 200.000 Stauden, 500.000 Blumenzwiebeln - alle diese Pflanzen wurden auf die Bodenverhältnisse und auf die Klimabedingungen hin ausgewählt. Wir pflanzen nicht nur für eine Ausstellungsperiode, sondern mit langem Atem auch für die Zukunft."

Der Ausgangspunkt für die Landschaftsarchitekten war das bestehende Grün. In dieser Polderlandschaft stehen Bäume, die 40 Jahre alt und dementsprechend groß sind. „Wir haben uns die Aufgabe gestellt, alle vitalen und gesunden Bäume zu erhalten und sie zu einem Teil der neuen grünen Struktur zu machen, und das ist natürlich komplizierter, als wenn man alles neu pflanzen kann," berichtet Roozen. „Alle Bäume, die wir neu gepflanzt haben, sollten die bestehende Bepflanzung so weit wie möglich unterstützen und ergänzen. Wir sind überzeugt, dass die Natur in unseren zukünftigen Städten eine viel größere Rolle spielen wird, als dies heute noch der Fall ist. Unsere gesamten 60 Hektar Fläche der Expo werden eine grüne Stadt mit altem Baumbestand sein und dazu gehört auch ein Arboretum mit 750 verschiedenen Baumarten, das wie eine grüne Bibliothek verschiedenste Bepflanzungen zeigt, die eine lebendige Natur in die Stadt integriert und auch Tieren eine Lebensgrundlage bietet."

Die Floriade Expo 2022 wird aber auch ein Forschungsfeld werden und möchte den Besucherinnen und Besuchern viele Zusammenhänge anschaulich deutlich machen. Neben nationalen wie internationalen Ausstellungsteilen soll in zwölf Pavillons, die auf dem Gelände verteilt liegen, die Bildung und Information der Gäste im Mittelpunkt stehen. Neben den Verwendungsmöglichkeiten und Kombinationen von Pflanzen geht es um die Aspekte „Greening the City", Feeding the City", "Healthying the City" und "Energising the City" - und damit um die Themen unserer Zukunft in urbanen Räumen. Artenvielfalt, Gesundheit, Lebensqualität, Temperatur, Wassermanagement und Energie sind die Grundpfeiler der grünen Stadt. Hierfür bietet die Floriade in Almere gute Beispiele und richtet sich damit an ein zukunftsorientiertes modernes Publikum. „Diese Floriade versteht sich als lebendiges Labor für die Stadt der Zukunft und Almere ist mit seiner speziellen Geschichte der perfekte Standort dafür!", fasst Roozen das Konzept zusammen.

Am 14. April 2022 werden sich die Tore öffnen und bis dahin bleibt für sehr viele Menschen auf dem Terrain noch viel zu tun. „Gott sei Dank arbeiten wir viel im Gelände an der frischen Luft, so dass die Pandemie uns nicht allzu sehr aufhält, aber spannend bleibt es doch, ob wir alles rechtzeitig in die Erde bekommen. Ich bin sehr dankbar, dass wir mit unserer Erfahrung und unserem Wissen bei dieser Herausforderung dabei sein dürfen", und das glaubt man Niek Roozen sofort. (Floriade)

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