Fleischer: Die grüne Branche hält zusammen

Die Corona-Pandemie und ihre Auswirkungen haben den deutschen Gartenbau außerordentlich gefordert und gleichzeitig neue Wertschätzung gebracht. Das machte der Generalsekretär des Zentralverbandes Gartenbau e. V. (ZVG), Bertram Fleischer, auf der heutigen digitalen Mitgliederversammlung des ZVG deutlich.

ZVG-Generalsekretär Bertram Fleischer im digitalen Austausch mit den Mitgliedern. Bild: ZVG.

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„COVID-19 hat den Arbeits- und Lebensalltag der gärtnerischen Betriebe massiv beeinflusst“, berichtete der Generalsekretär des Zentralverbandes Gartenbau e. V. (ZVG), Bertram Fleischer auf der Mitgliederversammlung. Die Unternehmen mussten kurzfristig auf immer neue Vorschriften reagieren, um ihre Produktion und Vermarktung zu sichern.

Bei zahlreichen Fragestellungen– von finanziellen Hilfen über arbeitsrechtliche Fragen, bis hin zum Umgang mit dem Corona-Virus in den Betrieben – hat der ZVG gemeinsam mit den Gartenbau-Landesverbänden die Betriebe umfassend informiert und Hilfestellungen geboten. Die Corona-Krise hat einen engen Zusammenhalt in der Branche aber auch in der Verbändelandschaft gezeigt: „Im Zweifelsfall halten wir zusammen“, so Fleischer.

Gemeinsam mit anderen Verbänden der grünen Branche konnten Lösungen für die Einreise und den Einsatz von Saison-Arbeitskräften gefunden werden“, betonte der ZVG-Generalsekretär. Zur Unterstützung der Endverkaufsbetriebe wurde der Online-Auftritt www.mit-abstand-gruen.de ins Leben gerufen.

Fleischer lenkte den Blick auch auf anstehende politische Entscheidungen, die Auswirkungen auf den deutschen Gartenbau haben werden. Allein die CO2-Bepreisung sei für die Unterglasbetriebe ein enormer Kostenfaktor, unterstrich der Generalsekretär. Ein wichtiger Baustein zur Entlastung der Betriebe sei bislang das Bundesprogramm Energieeffizienz gewesen. Bei der Neuauflage müsse dringend nachjustiert werden, damit der Gartenbau nicht aus den Augen gerate.

Ebenso tiefgreifend wirke die Torfreduktionsstrategie des Bundeslandwirtschaftsministeriums. Der ZVG beschäftige sich seit Jahren mit dem Thema und signalisiere Handlungsbereitschaft. In diesem Jahr verständigte sich die Branche über leistbare Reduktionsziele für Hobbyerden und Kultursubstrate und unterstützte die Bemühungen im Produktionsbereich.

Die Diskussion um die Zukunft der Ausbildung zum Gärtner müsse fortgesetzt werden, führte Fleischer weiter aus, denn die Ausbildung zum Gärtner muss auch in Zukunft so ausgestaltet sein, dass sie für junge Menschen attraktiv bleibe. Der ZVG unterstütze die Betriebe bei der Ansprache junger Menschen, beispielsweise mit der Nachwuchskampagne „Gärtner. Der Zukunft gewachsen.“.

Nicht zuletzt verwies Fleischer auf die Zukunftskommission Landwirtschaft, bei der ZVG-Präsident Jürgen Mertz die Belange des Gartenbaus vertritt. Bereits zur ersten Sitzung habe der ZVG seine Position deutlich gemacht. Dazu zählt vor allem, die Wirtschaftlichkeit der Betriebe zu erhalten und die gesellschaftlichen Leistungen anzuerkennen und zu entlohnen.

Die Mitgliederversammlung fand erstmals komplett digital statt. Bei den turnusgemäß anstehenden Wahlen wurde Eva Kähler-Theuerkauf, die Präsidentin des Landesverbandes Gartenbau Nordrhein-Westfalen mit großer Mehrheit zur neuen ZVG-Vizepräsidentin gewählt. Sie folgt auf Hartmut Weimann, der sich nach acht Jahren nicht erneut zur Wahl stellte. Bestätigt wurden außerdem Jürgen Mertz in seiner Funktion als Ausschussvorsitzender für Sozialpolitik sowie Thomas Koch als Vorsitzender des Arbeitsausschusses Technik und Bauwesen im Gartenbau. (ZVG)

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