DEPV: Energiekrise beeinflusst Pelletpreis

Der Pelletpreis war im letzten Jahrzehnt von einer geringen Dynamik geprägt.

Brennstoffkostenentwicklung im Jahresdurchschnitt (2011-2021). Bild: DEPV.

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Die durchschnittliche jährliche Preissteigerung von 2012 bis 2021 lag bei nur 0,24%; inflationsbereinigt war sogar ein Preisrückgang von 1,44% zu verzeichnen. Während dieser Zeit gab es einige deutliche Preissprünge, vor allem beim Öl, ohne dass der Pelletpreis hierauf reagiert hätte. Das zeigt: Einen direkten Zusammenhang zwischen der Preisentwicklung von Pellets und fossilen Brennstoffen gibt es nicht.

Es ist im Sommer 2022 außergewöhnlich, dass der Pelletpreis weiter steigt, da er um diese Jahreszeit normalerweise rückläufig ist. Die Gründe dafür liegen in den kriegsbedingten globalen Verwerfungen der Energiemärkte, deren Auswirkungen auch den Pelletmarkt treffen. Angesichts einer weiterhin zufriedenstellenden Rohstofflage in Deutschland ist die aktuelle Preissteigerung im Wesentlichen auf eine sprunghaft angestiegene Nachfrage sowie erhöhte Kosten bei Produktion und Transport der Holzpresslinge zurückzuführen – Ursachen, die allgemein für die bei vielen Produkten in Deutschland festzustellende Verteuerung gelten.

Gründe für hohen Pelletpreis sind:

1. die sprunghaft erhöhte Nachfrage nach Pelletheizungen, da

- faktisch ein zeitnaher Abschied von Öl- und Gasheizungen ansteht, deren Installation der Gesetzgeber ab 2024 plant, erheblich zu erschweren.

- Gas- und Ölpreise drastisch angestiegen sind;

- die Versorgung mit fossilen Brennstoffen unsicher geworden ist.

2. eine allgemeinen Bevorratungsdynamik: Viele Heizungsbetreiber bestellen Pellets auch ohne akuten Bedarf;

3. die erhebliche Kostensteigerung bei Produktion und Anlieferung von Pellets durch hohe Strompreise für Pelletwerke sowie auf Handelsseite zusätzlich hohe Spritpreise.

Eine Aussage dazu, wann sich diese Situation beruhigt, ist angesichts der aktuellen Verunsicherung der Energiemärkte schwerlich möglich. Betreibern von Pelletheizungen kann momentan dazu geraten werden, nur bei Bedarf das Lager mit der notwendigen Menge aufzufüllen und die weitere Preisentwicklung zu beobachten. (DEPV)

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