BMU: Mitmach-Projekt zu umweltschonenden Anbaumethoden

Ein neues Projekt „Alte Sorten für junges Gemüse“ im Bundesprogramm Biologische Vielfalt will bundesweit Privatpersonen, insbesondere Familien mit Kindern, für alte Nutzpflanzen-Sorten und umweltschonende Anbaumethoden begeistern.

Jeder und jede kann dazu beitragen, den Verlust der biologischen Vielfalt zu stoppen. Bild: GABOT.

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Ab Juni erhalten die Teilnehmenden jetzt Aufbau-Saatgut-Sets mit traditionellen, regionalen Gemüsesorten. Diese können sie dann zuhause im Garten, auf dem Balkon oder im Blumentopf einsetzen. Auf einer interaktiven Online-Plattform wird es künftig zudem praktische Naturschutz-Tipps, Rezeptvorschläge, Webinare als VideoClips sowie ein Nutzerforum zum Austausch mit anderen Teilnehmenden geben. Das Bundesumweltministerium fördert das Projekt mit 654.000 Euro. Es wird durchgeführt von der Ackerdemia e. V. zusammen mit dem BUND-Landesverband Brandenburg und vom Bundesamt für Naturschutz inhaltlich begleitet.

Bundesumweltministerin Svenja Schulze: „Der kürzlich veröffentlichte Globale Bericht zum Zustand der Natur zeichnet ein erschreckendes Bild vom Verlust von Arten und Lebensräumen weltweit. Er sagt jedoch auch: Es ist noch nicht zu spät, den Verlust zu stoppen. Dafür müssen wir vor allem die politischen Rahmenbedingungen ändern. Richtig ist aber auch: Jeder und jede kann dazu beitragen, den Verlust der biologischen Vielfalt zu stoppen. Dieses Projekt bietet dazu eine Möglichkeit. Denn alte Nutzpflanzensorten dienen als Nahrungsquelle für Blütenbestäuber und schaffen Lebensräume für heimische Arten.“

Prof. Beate Jessel, Präsidentin des Bundesamtes für Naturschutz: „Das Projekt holt den Naturschutz direkt vor die eigene Haustüre oder auf den Balkon. Wer selbst eine „Blaue Anneliese“ oder eine „Black Turtle“ anbaut, kann nicht nur Kartoffeln und Bohnen ernten, sondern schafft auch ein kleines Refugium für tierische Lebewesen wie Insekten und erfährt dabei fast nebenbei, wie wertvoll Vielfalt auch für uns Menschen ist.“

Die Industrialisierung und der Strukturwandel in der Landwirtschaft hat im 20. Jahrhundert zu einem massiven, anhaltenden Rückgang der biologischen Vielfalt geführt. Mit den traditionellen Sorten verschwindet auch das Wissen über deren Anbau und Nutzung. Hier setzt das Projekt „Alte Sorten für junges Gemüse“ an. Die Ackerdemia e. V., die seit 2014 eine „Gemüse-Ackerdemie“ für Schulen und Kindergärten anbietet, koordiniert das Projekt, das sie zusammen mit dem BUND-Landesverband Brandenburg konzipiert hat.

Das Projekt entwickelt als „Edutainment Programm“ Online- und Offline-Angebote und bietet damit die Chance, möglichst vielen Menschen konkrete und bedarfsgerechte Möglichkeiten zu eröffnen, die Vielfalt alter Kultursorten zu erhalten und zu nutzen. Bereits im April hatten die ersten 250 Interessierten das Starter-Set mit Kartoffel-, Bohnen- und Salat-Saatgut erhalten. Im Juni/Juli wird ihnen Radieschen-, Kräuter- und Spinat-Saatgut zugesandt. Bei Anbau, Pflege und Ernte werden die Teilnehmende über das Jahr begleitet. Das Projekt läuft bis 2021. Es ist geplant, das Angebot zunächst in Berlin und Brandenburg zu testen, im Jahr 2020 auf Nordrhein-Westfalen und schließlich bundesweit auszuweiten. Das Programm wird nach Projektende von der Ackerdemia e. V. weitergeführt. (BMU.Bund)

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