Biogasbranche: Geht mit hohen Erwartungen in das Jahr 2020

Das zu Ende gehende Jahr 2019 war für die Biogasbranche sehr ereignisreich. Nachdem es lange so aussah, als ob der Biogasnutzung in Deutschland kein Entwicklungspotenzial zugedacht wird, kamen 2019 einige positive Signale aus Berlin.

Biogas kann, will und muss einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz leisten. Bild: GABOT.

So findet sich im insgesamt wenig ambitionierten Klimapaket ein klares Bekenntnis zur Stabilisierung des Biogas-Anlagenparks. Der Anteil an Biogasstrom soll erhalten bleiben, so die Botschaft des Klimakabinetts. Das ist vor allem für jene Akteure, deren EEG-Vergütungszeitraum in absehbarer Zeit abläuft, eine wichtige Botschaft.

„Wenn die Bundesregierung ihre Vorgabe einhalten will, bis 2030 65% der Stromversorgung aus Erneuerbaren Energien bereitzustellen, dann kann sie auf die Bioenergie nicht verzichten“, bekräftigt der Präsident des Fachverbandes Biogas, Horst Seide, das Bekenntnis aus Berlin. Ergänzend verweist er darauf, dass die Hälfte der bereitgestellten Erneuerbaren Endenergie auf das Konto der Bioenergie gehe. „Auf dieses Pfund kann Deutschland im Hinblick auf die anstehenden Klimaschutzmaßnahmen nicht verzichten“, unterstreicht Seide.

Auch im Gasmarkt erkennt der Fachverband Biogas neue Perspektiven. Mit seiner Aussage „Gas ist sexy“ und dem Ergebnis aus dem Dialogprozess „Gas 2030“ öffnete das Bundeswirtschaftsministerium den grünen Gasen neue Türen. „Wir können mit Biomethan nicht nur grünes Gas, wir machen es sogar schon“, betonte Horst Seide zuletzt auf der BIOGAS Convention in Nürnberg und versicherte, dass die Aufbereitung und Einspeisung von Biogas ins Erdgasnetz „für die Branche keine technische Herausforderung mehr sei“.

Als weiteren wichtigen Dialog-Auftakt wertet Horst Seide den Agrargipfel der Bundeskanzlerin Anfang Dezember. Im Gespräch mit Dr. Angela Merkel und der Landwirtschaftsministerin Julia Klöckner erklärte der Verbandspräsident, dass Biogas Teil der Lösung für viele aktuelle Themen der Landwirtschaft sei. Sowohl die Artenvielfalt als auch der Insektenschutz müssten und würden an Bedeutung gewinnen und Biogasanlagen können dabei eine ganz wichtige Rolle spielen, ist sich Seide sicher.

„Nach den vielen guten Dialogen und Bekenntnissen aus diesem Jahr müssen nun aber auch dringend Taten folgen“, fordert Seide. Denn der Biogasbranche laufe die Zeit davon. Die ersten Anlagen fallen Ende 2020 aus dem EEG. „Wenn sie keine tragfähige, langfristige Perspektive haben, werden die Betreiber ihre funktionstüchtigen Biogasanlagen stilllegen. Damit ginge unser wichtiger Beitrag zum Klimaschutz, für eine sichere Energieversorgung und für die Landwirtschaft unwiederbringlich verloren“, mahnt Seide und ergänzt, dass die Nutzung der Bioenergie über alle Sektoren hinweg über 64 Millionen Tonnen CO2-Emissionen pro Jahr einspare.

Als erster wichtiger Schritt im Jahr 2020 müsse die EEG-Novelle verabschiedet werden - und damit auch die Anpassung der Gebotshöchstwerte für Biogasanlagen. Vier Ausschreibungsrunden hintereinander sei das Ausschreibungsvolumen nicht ansatzweise ausgeschöpft worden, erinnert Seide. Dies sei ein klares Indiz dafür, dass ein Neubau, aber auch ein Weiterbetrieb von Biogasanlagen unter den gegebenen Bedingungen wirtschaftlich nicht zu realisieren ist. Hier ist sowohl die Bundesnetzagentur, aber auch die Bundesregierung dringend gefordert, nachzujustieren, fordert der Präsident.

„Die Weichen sind gestellt – jetzt müssen wir auch losfahren“, sagt Seide. „Klimaschutz ist das Gebot der Stunde. Klimaschutz funktioniert nur mit dem konsequenten Ausbau der Erneuerbaren Energien, in allen Sektoren. Biogas kann, will und muss einen wichtigen Beitrag leisten. Wir sind bereit!“, versichert der Präsident des Fachverbandes Biogas, Horst Seide. (Biogas e.V.)

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