BBV: "Insektenatlas" - Bayerns Bauern tun bereits viel für Insektenschutz

Der Bauernpräsident Heidl fordert breit angelegten Artenschutz und Ursachenforschung.

Bereits jeder zweite Bauer in Bayern erbringt freiwillig zusätzliche Leistungen für den Umwelt- und Naturschutz. Bild: GABOT.

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Seit Veröffentlichung der Krefelder Studie und dem Volksbegehren zum Artenschutz in Bayern ist das Thema Insektenschutz in den öffentlichen Fokus gerückt. Auch in dem jetzt herausgegebenen „Insektenatlas“ von Heinrich Böll Stiftung, BUND und Le Monde Diplomatique wird das Thema aufgegriffen. Der Bauernverband ruft bereits seit 2011 gemeinsam mit dem Landesverband der bayerischen Imker dazu auf, Blühstreifen und -flächen anzulegen. Jahr für Jahr legen bayerische Landwirte so mehrere Tausend Kilometer Blühstreifen und -flächen an. 2018 wurden alleine über die Bayerischen Agrarumweltprogramme Blühstreifen auf 15.450 Hektar angelegt. Umgerechnet auf einen vier Meter breiten Blühstreifen haben die bayerischen Bauern damit ein blühendes Band mit einer Länge von insgesamt 38.625 Kilometern geschaffen, ein Streifen fast einmal komplett um den Erdball.

„Landwirte nehmen ihre Verantwortung für den Erhalt der Artenvielfalt und für den Umweltschutz ernst. Jeder zweite Bauer in Bayern erbringt bereits freiwillig zusätzliche Leistungen für den Umwelt- und Naturschutz, jeder dritte Hektar wird nach den Vorgaben der bayerischen Agrarumweltprogramme bewirtschaftet“, sagt der bayerische Bauernpräsident Walter Heidl. „Diesen Weg wollen wir Landwirte konsequent weitergehen. Doch der Artenschutz ist kein Thema der Landwirtschaft allein.“

Während die Landwirtschaft in Bayern bereits enorme Leistungen erbringt und sich ständig weiterentwickelt, sei in vielen anderen Gesellschafts- und Wirtschaftsbereichen wenig Sensibilität oder sogar eine weitere negative Entwicklung festzustellen. „Zum Beispiel Umweltverschmutzung, Klimawandel und Flächenverbrauch sind Faktoren, die aus unserer Sicht direkt mit der Artenvielfalt zu tun haben und mit einbezogen werden müssen. Auch andere Gesellschafts- und Wirtschaftsbereiche müssen deshalb endlich ihren Beitrag liefern!“, fordert Heidl. „Einseitige Schuldzuweisungen an die Landwirtschaft ohne wissenschaftliche Fundierung sind der falsche Weg. Beim Thema Insekten müssen die konkreten Ursachen erforscht werden“ Auch die Autoren der Krefelder Studie sowie der jüngsten Studie der TU München zur Insektenpopulation in verschiedenen Regionen Deutschlands machten deutlich: es gibt erheblichen Forschungsbedarf beim Thema.

Bei der Evaluierung des bayerischen Kulturlandschaftsprogramms im Rahmen der EU-Agrarpolitik kam die staatlich beauftragte Forschungsgruppe „Agrar- und Regionalentwicklung Triesdorf“ unter anderem zu folgenden Ergebnissen: 784.131 Hektar in Bayern tragen in besonderer Weise zur Biodiversität bei, 60% der 14 relevanten Maßnahmen haben sogar hohen naturschutzfachlichen Wert und 1.174.775 Hektar tragen zum Gewässerschutz bei. (BBV)

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