BÖLW: Statement zum Runden Tisch Insektenschutz

Peter Röhrig, Geschäftsführer des Bio-Dachverbands Bund Ökologische Lebensmittelwirtschaft (BÖLW) nam am Runden Tisch Insektenschutz teil.

Wirksamer Insektenschutz braucht eine neue Gemeinsame Agrarpolitik, sagt Peter Röhrig. Bild: GABOT.

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Am Runden Tisch Insektenschutz zum Thema Landwirtschaft von BMEL, BMU und Verbänden nahm Peter Röhrig, Geschäftsführer des Bio-Dachverbands Bund Ökologische Lebensmittelwirtschaft (BÖLW), teil und kommentiert:

„Die Artenkrise spitzt sich dramatisch zu. Opfer von insektenschädlichem Wirtschaften sind nicht nur Bienen, Schwalbenschwänze oder Teichjungfern. Auch die Bauern selbst leiden, wenn mit der Artenvielfalt die Grundlagen ihrer Produktion schwinden.

Zwar haben große Teile der Politik erkannt, wie dringend es ist, dass Landwirtschaft artenfreundlich wird. Ein Aktionsprogramm Insektenschutz wird aber kaum wirksam sein können, wenn mit dem geplanten EU-Haushalt die Rahmenbedingungen für eine enkeltaugliche Landwirtschaft massiv verschlechtert werden.

Wirksamer Insektenschutz braucht eine neue Gemeinsame Agrarpolitik (GAP), hier müssen Julia Klöckner und Svenja Schulze ansetzen. Die Bundesregierung muss sich gegen eine massive Kürzung des Umwelttopfes, mit dem auch die artenfreundliche Landwirtschaft ermöglicht wird, wehren. Denn die geplanten Kürzungen sollen die 2. Säule um satte 24% schrumpfen lassen.

Nur wer sich an Struktur und Budget der GAP herantraut, kann wirklich etwas für Bauern und Insekten erreichen. Schließlich bestimmt die GAP mit Milliarden Euro, welche Landwirtschaft sich in Europa lohnt.

Die Wissenschaft zeigt ganz klar, dass Öko-Landbau aktiver Insektenschutz ist. Daher ist es richtig und wichtig, dass der geplante Green Deal eine starke zweite Säule sowie ein ambitioniertes Bio-Ziel braucht und so eine kraftvolle Entwicklung von Bio ermöglicht. Wichtig ist, dass 70% der gesamten EU-Fördermittel dafür reserviert werden, freiwillige Leistungen der Bäuerinnen und Bauern für Insekten-, Klima- und Umweltschutz zu honorieren. Das Geld weiter mit der Gießkanne über die Fläche zu verteilen, hilft weder Bienen noch Bauern.

Das 20% Bio-Ziel der Bundesregierung ist ein Insektenschutzziel. Auch für die EU-Ebene muss sich Deutschland für ein Öko-Flächenziel und dessen Umsetzung stark machen.“ (BÖLW)

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