Bayer: Gute Geschäftsentwicklung in schwierigem Umfeld

Der Bayer-Konzern hat sich im 3. Quartal 2018 in einem schwierigen Umfeld operativ gut entwickelt.

Das Bayer-Kreuz bei Nacht. Bild: Bayer.

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Zum ersten Mal seit der Übernahme von Monsanto ist das neue Geschäft, dessen Integration erfolgreich begonnen hat, für ein volles Quartal in den Zahlen enthalten. „Crop Science verzeichnete akquisitionsbedingt einen deutlichen Ergebnisanstieg. Pharmaceuticals entwickelte sich erfreulich. Und bei Consumer Health konnte der Umsatz währungs- und portfoliobereinigt gesteigert werden, während das Ergebnis durch Währungseffekte belastet war“, sagte der Bayer-Vorstandsvorsitzende Werner Baumann am Dienstag bei der Vorlage des Zwischenberichts. Den angepassten Konzernausblick für das Gesamtjahr 2018 bestätigte er.

Der Konzernumsatz stieg im 3. Quartal währungs- und portfoliobereinigt (wpb.) um 1,9 (nominal 23,4) Prozent auf 9,905 Mrd. Euro. Das EBITDA vor Sondereinflüssen blieb mit 2,202 Mrd. Euro (minus 0,1%) auf Vorjahresniveau, wobei die Beiträge des erworbenen Agrargeschäfts höher ausfielen als erwartet. Mit etwa 160 Mio. Euro belasteten negative Währungseffekte allein das bisherige Bayer-Geschäft. Das EBIT erhöhte sich auf 4,423 Mrd. Euro und hat sich damit mehr als verdreifacht. Darin enthalten sind Sondereinflüsse von per saldo plus 3,123 Mrd. (Vorjahr: minus 249 Mio.) Euro. Der Ertrag resultierte im Wesentlichen aus einem Veräußerungsgewinn in Höhe von etwa 3,9 Mrd. Euro vor Steuern im Zusammenhang mit dem Verkauf von Crop-Science-Geschäften an BASF aus kartellrechtlichen Gründen. Dem gegenüber standen Aufwendungen in Verbindung mit der Akquisition im Agrarbereich. Das Konzernergebnis verringerte sich um 25,6% auf 2,886 Mrd. Euro. Im Vorjahr war unter anderem ein Ertrag aus der Entkonsolidierung von Covestro enthalten. Das bereinigte Ergebnis je Aktie aus fortzuführendem Geschäft lag mit 1,19 Euro erwartungsgemäß unter dem Vorjahresquartal - um 17,9%. Dafür verantwortlich waren insbesondere die akquisitionsbedingten Finanzierungskosten - denen wie erwartet saisonal bedingt nur ein geringerer Ergebnisbeitrag des erworbenen Geschäfts gegenüberstand. Zudem erhöhte sich die Zahl der Aktien durch Eigenkapitalmaßnahmen im 2. Quartal deutlich.

Der operative Cashflow aus dem fortzuführenden Geschäft stieg um 7,8% auf 2,051 Mrd. Euro, vor allem weil mehr Mittel im Working Capital freigesetzt wurden. Die Nettofinanzverschuldung verringerte Bayer zum 30. September um 18,3% gegenüber dem Ende des Vorquartals - auf 36,524 Mrd. Euro. Im Wesentlichen lag das an Einnahmen aus den Verkäufen an BASF, die zur teilweisen Rückzahlung der Brückenfinanzierung der Akquisition im Agrarbereich verwendet wurden.

Crop Science erhöht Ergebnis deutlich

Im Agrargeschäft (Crop Science) setzte Bayer 3,733 Mrd. Euro um. Rund 2,2 Mrd. Euro davon entfielen auf das akquirierte Geschäft. Etwa 100 Mio. Euro trugen die an BASF veräußerten Geschäfte bis zum Abschluss der Desinvestitionen im August bei. Der wpb. Rückgang um 9,5% ist zurückzuführen auf die bilanziellen Maßnahmen im Vorjahr, die im 3. Quartal 2017 im Zusammenhang mit der Bereinigung in Brasilien zu einem positiven Umsatzeffekt geführt hatten. Hinzu kamen Mengenrückgänge in Europa/Nahost/Afrika. Wpb. wachsen konnte die Division in Nordamerika.

Die Pro-forma-Umsätze legten bei Crop Science wb. um 1,4% zu, unter anderem aufgrund von deutlichen Zuwächsen bei Maissaatgut und Pflanzeneigenschaften sowie Sojabohnensaatgut und Pflanzeneigenschaften. Zum Plus bei den Herbiziden trugen höhere Preise und Absätze in den Regionen Latein- und Nordamerika bei. Rückgänge gab es auf dieser Basis etwa bei den Fungiziden und den Insektiziden - durch die Effekte in Brasilien im Vorjahr und das trockene Wetter in Europa.

Das EBITDA vor Sondereinflüssen von Crop Science erhöhte sich um 25,7% auf 386 Mio. Euro. „Der Ergebnisanstieg ist insbesondere auf den Beitrag des neu akquirierten Geschäfts in Höhe von 255 Mio. Euro zurückzuführen“, sagte Baumann. Ergebnismindernd wirkten hingegen die bilanziellen Maßnahmen in Brasilien im Vorjahr, niedrigere Absatzmengen in Europa, höhere sonstige betriebliche Erträge im Vorjahresquartal, der anteilige Ergebnisbeitrag der an BASF veräußerten Geschäfte aus dem Vorjahresquartal sowie ein negativer Währungseffekt von 59 Mio. Euro, ohne Berücksichtigung des erworbenen Geschäfts.

Im Zusammenhang mit dem Pflanzenschutzmittel Glyphosat wurden bis zum 30. Oktober in den USA Klagen von etwa 9.300 Klägern zugestellt. „Wir sind unverändert davon überzeugt, gute Argumente zu haben, und wir beabsichtigen, uns in all diesen Verfahren entschieden zur Wehr zu setzen“, betonte Baumann. Im Fall Johnson handele es sich um ein einziges erstinstanzliches Urteil, das keine bindende Wirkung für die anderen Verfahren habe. Bayer hält das Urteil für falsch und wird deshalb Berufung beim California Court of Appeal einlegen. Glyphosat ist bei sachgemäßer Anwendung sicher. Das bestätigen mehr als 800 wissenschaftliche Studien, die jahrzehntelange Praxiserfahrung mit Glyphosat sowie die Bewertungen von Zulassungsbehörden in mehr als 160 Ländern.

Konzernausblick bestätigt

Bayer bestätigte den im 2. Quartal 2018 akquisitionsbedingt angepassten Ausblick für den Konzern, wobei die Prognosen für Consumer Health und Animal Health inzwischen zunehmend ambitioniert sind.

Für den Bayer-Konzern wird weiterhin ein Umsatz von mehr als 39 Mrd. Euro erwartet. Dies entspricht wpb. einer Steigerung im mittleren einstelligen Prozentbereich. Für das EBITDA vor Sondereinflüssen prognostiziert Bayer wie bisher einen Anstieg im unteren bis mittleren einstelligen Prozentbereich. Wb. entspricht dies einem Anstieg im oberen einstelligen Prozentbereich. Beim bereinigten Ergebnis je Aktie werden unverändert 5,70 bis 5,90 Euro erwartet. Wb. entspricht dies einem Rückgang im oberen einstelligen Prozentbereich.

Bayer strebt auch weiterhin für 2018 eine Dividende je Aktie mindestens auf dem Niveau des Vorjahres an. (Quelle: Bayer)

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