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Baum des Jahres 2026: Pflanzung am 26. April im Park der Gärten
Wenn im Frühling ein leises Rascheln durch die Wälder geht, obwohl kaum ein Windhauch zu spüren ist, dann ist sie am Werk: die Espe (Populus tremula). Das Kuratorium „Baum des Jahres" hat die markante Pappelart für das Jahr 2026 auf den Thron gehoben. Damit folgt sie auf die Roteiche (2025) und setzt ein deutliches Zeichen für ökologische Vielfalt und die Wiederbewaldung in Krisenzeiten.
Der Park der Gärten in Bad Zwischenahn, Deutschlands größte Mustergartenanlage, wird auch in diesem Jahr den „Baum des Jahres" einen Platz geben. Der Verein zur Förderung der Gartenkultur e. V. lädt daher am Sonntag, 26. April 2026, um 11:00 Uhr alle Interessierten herzlich in den Park ein. Die Zitterpappel wird am Wasserspielplatz gepflanzt und vorgestellt.
Das Geheimnis des Zitterns
Der Volksmund kennt sie vor allem durch die Redewendung „Zittern wie Espenlaub". Doch hinter der sprichwörtlichen Beschreibung steckt eine faszinierende biologische Anpassung. Die langen, seitlich abgeflachten Blattstiele sorgen dafür, dass die Blätter schon bei geringster Luftbewegung zu rotieren beginnen.
Dieses „Tanzen" dient nicht der Optik, sondern hat handfeste Vorteile. Durch die ständige Bewegung wird die Transpiration erhöht, was den Baum an heißen Tagen kühlt. Zudem lassen die beweglichen Blätter das Sonnenlicht besser in die tieferen Schichten der Krone dringen, wodurch der Baum effektiver Photosynthese betreiben kann.
Eine Retterin für den Wald von morgen
In der Forstwirtschaft galt die Espe lange Zeit als „Unkraut" des Waldes, da ihr weiches Holz weniger Ertrag versprach als Eiche oder Buche. Doch das Image hat sich gewandelt. Im Angesicht des Klimawandels wird die Espe als Pionierbaumart gefeiert.
Sie ist extrem genügsam, wächst rasant – oft bis zu einem Meter pro Jahr – und besiedelt als eine der ersten Arten Kahlflächen, die durch Stürme oder den Borkenkäfer entstanden sind. Damit bereitet sie den Boden für anspruchsvollere Baumarten vor und schützt den nackten Waldboden vor Austrocknung und Erosion.
Hotspot der Biodiversität
Ökologisch gesehen ist die Espe ein Schwergewicht. Experten des BUND betonen, dass kaum ein anderer Baum so vielen Tierarten eine Heimat bietet. Über 100 Schmetterlingsarten, darunter seltene Tagfalter wie der Große Eisvogel, nutzen ihre Blätter als Nahrung für ihre Raupen. In den weichen Stämmen finden Spechte ideale Bedingungen für den Höhlenbau, die später von Fledermäusen oder Siebenschläfern bezogen werden.
Wirtschaftliche Renaissance
Auch die Industrie entdeckt die „Zitterpappel" neu. Ihr helles, leichtes und splitterfreies Holz wird heute nicht mehr nur für Zündhölzer oder Saunabänke verwendet. In der modernen Holzwerkstoffindustrie ist sie als Rohstoff für Leichtbauplatten und ökologische Verpackungen gefragter denn je.
Die Espe passt thematisch perfekt in den Park der Gärten, der sich seit diesem Jahr verstärkt mit dem Klimawandel beschäftigt. Eine 3.000 Quadratmeter große Erweiterung, dem so genannten „Grünen Band" mit gärtnerischen Präsentationen, Beispielpflanzungen und einer interaktiven Outdoorausstellung in fünf Pavillons sowie einem „Mustergarten für den Klimaschutz", sensibilisiert die Besucher für klimafreundliches Gärtnern im eigenen Garten.

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